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#1 |
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Full-Member
Registriert seit: 07.12.2003
Beiträge: 1.291
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Ich hatte gerade ein 300/2,8 IS zur Reinigung da (OK, technisch gesehen ist es noch hier), da sich im inneren Staub befunden hat. Es war aber recht schnell ersichtlich, dass es sich nicht um Staub handeln kann, da die Partikel zu regelmäßig und gleichmäßig angeordnet waren. Hier ein Bild von der schon ausgebauten Linse, so lässt es sich leichter fotografieren.
![]() Unter dem Mikroskop erkennt man dann leicht, dass es sich um einen Pilz handelt, der auf der Glasoberfläche in kleinen Inseln wächst Die bajonettseitigen Linsen und die IS Einheit waren befallen. ![]() Es ist ja nun nicht normal, dass in einem relativ neuen Objektiv ein Pilz wächst, also bin ich auf Ursachenforschung gegangen. Der wahrscheinlichste Grund ist, dass das Objektiv ständig in einer Tarnuniform steckte. So etwas verändert das Mikroklima vom Objektiv. Es schützt zwar vor Staub und Feuchtigkeit, verhindert aber auch, dass einmal gebundene Feuchtigkeit wieder abgegeben werden kann. Da hier doch einige mit diesen Anzügen auf den Objektiven rum laufen möchte ich warnen, die Objektive nach feuchtem und hartem Einsatz einfach im Koffer zu verstauen. Es sollte bei Verwendung der Überzüge noch mehr als sonst auf eine trockene Lagerung geachtet werden. Bestimmt interessiert es dann noch den ein oder anderen wie der Pilz beseitigt wurde. Zuerst wurden alle Teile entfernt, die keinen höheren Temperaturen stand halten. Dies sind besonders die Gummimanschetten. Danach wird das Objektiv über mehrere Stunden bei 90°C gebacken. Die Aufwärm- und Abkühlphase muss sehr langsam erfolgen, um Spannungen vorzubeugen. Ein programmierbarer und exakt regelbarer Laborofen ist dafür natürlich bestens geeignet. Damit sollten der Pilz und die Sporen abgetötet sein und das Objektiv kann geöffnet werden. Die Linsen wurden zuerst mit konzentriertem Wasserstoffperoxid gewaschen, um die sehr hartnäckigen Zellwände zu zerstören. Anschließend sind mit Sensor-Film die unvermeidbaren Wasserrückstände zu entfernen. Die Linse wird dann mit Alkohol geputzt und mit einem acetonhaltigen Reinigungspolymer auf Hochglanz gebracht. Damit werden auch organische Reste entfernt, die weiteren Pilzen als Nahrung dienen könnten. Das Objektiv kann dann zusammen gesetzt werden, muss aber wieder vollständig justiert und zentriert werden. Bei der Anzahl an Arbeitsschritten und Linsenflächen sollte klar sein, dass sich das nicht schnell an einem Nachmittag erledigen lässt. Da der Befall frühzeitig behandelt wurde ist das Glas selbst noch nicht geschädigt worden, so dass es zu keinem bleibenden Schaden kam. |
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#2 |
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Free-Member
Registriert seit: 24.09.2003
Beiträge: 6.610
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Danke für die Info, sehr interessant... Wie schlägt so eine Reinigung finanziell zu? (wenn du das verraten magst...)
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#3 |
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Free-Member
Registriert seit: 23.09.2003
Beiträge: 285
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Und was ist mit der "Ansteckungsgefahr"? Hast Du jetzt erstmal deine Werkstatt "desinfiziert" um ein evtl. überspringen der Sporen auf andere Objektive zu verhindern? Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass Leica pilzbefallene Objektiv nicht zum Service annimmt.
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#4 |
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Free-Member
Registriert seit: 11.11.2003
Beiträge: 1.933
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iiiiigitt !!!
![]() wie gut das ich keins der Supertele habe ![]() Aber interessant wie sowas aussieht aber ob es wirklich nur an dem Kondom liegt ? bzw. ob es bei diesem Besitzer besser aussehen würde wenn kein Lenscoat drauf wäre ? Denke das hat auch viel mit der Pflege und dem gesamten Umgang zu tun, ob z.B. die Linse tagelang (wochenlang?) versehentlich aber eben etwas feucht in der (wasserdichten) Tasche lag ? Gruß Björn |
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#5 |
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Full-Member
Registriert seit: 13.05.2003
Beiträge: 2.676
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Ein sehr interessanter Bericht!
Vor Jahren habe ich mal ein gebrauchtes 4,5/135mm für meine zweiäugige Mamiya 330S gekauft. Als das Objektiv ankam, habe ich gesehen, dass im Inneren auch so gleichmäßig angeordnete Pünktchen, also Pilz, zu sehen waren. Ich habe den Verkäufer kontaktiert und ihm die Sache geschildert, auch dass sich meiner Meinung nach das Objektiv längere Zeit im Keller oder einer ähnlich feuchten Umgebung befunden haben musste. Er hat mir das bestätigt, dass er das Objektiv in einem Schrank im "Souterain" gelagert hatte. Wir haben vereinbart, dass ich die Optik zum Mamiya-Service zum Reinigen schicken sollte und er mir die Kosten ersetzt. War kein Problem, die Linse kam ohne Pilzspuren zurück. Das Justieren sollte sich auch in Grenzen gehalten haben, weil diese doppeläugige Optik nur zweimal 4 Linsen hat und es ohnehin nur das Aufnahmeobjektiv (das untere) betroffen war. Dreiwöchige Tropenurlaube haben meinen Optiken noch nie geschadet - es muss wohl länger feucht sein, und es müssen Pilzsporen "zur Verfügung stehen". Der Besitzer der L-Optik müsste vielleicht wirklich Lagerung und "Lenscase-Verpackung" überdenken. Diese Reparatur dürfte für ihn ja auch nicht lustig sein, wenn ich an die Kosten denke. Wieviel hilft es, wenn man von einem wirlich feuchten Ausflug zurückkommt, und dann die Optik mit reichlich Silikagel-Säckchen lagert? Gruß, Dietmar www.abcdesign.at |
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#6 |
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Full-Member
Registriert seit: 20.12.2005
Beiträge: 2.048
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tja, so kanns auch kommen wenn man zu übervorischtig die sachen immer in den koffer packt.
kann ich mir gut im winter vorstellen, schnee sitzt da gern in den poren des tarnbezugs. und danach dann in den koffer und in die warme wohnung. dunkel, warm und feucht, das freut jeden pilz. (auch ein grund warum ich meine objektive nicht in dem koffer lagere) |
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#7 | ||
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Full-Member
Registriert seit: 07.12.2003
Beiträge: 1.291
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![]() Zitat:
Zitat:
Ich will bestimmt nicht sagen, reißt eure Schutzanzüge runter, eure Linsen schimmeln. Nein, ich will nur zu mehr Aufmerksamkeit aufrufen, dass man vorher wirklich kontrollieren sollte ob alles trocken ist und erst dann verstauen. Ich hab bei dem Objektiv gleich diesen leichten Gummigeruch gemerkt und dann war schon fast klar, dass er vom LensCoat kommt. Gegen den Schutz ist sicher nichts einzuwenden, sonst würde das Objektiv bestimmt auch nicht mehr wie neu aussehen. |
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#8 |
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Full-Member
Registriert seit: 23.03.2007
Beiträge: 1.990
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Danke Rainer für den interessanten Bericht.
Auf der einen Seite muss man denken, wie zum verflucht gehen die Leute mit ihren teuren Linsen um. Auf der anderen Seite steht natürlich die Art des Einsatzes. Ich bin ja ein Schönwetterhobbyfotograf , aber wenn jemand so ein Objektiv bei Regen und Sonne im Outdooreinsatz benutzt, sind die Umstände dann plötzlich eher begreifbar.Habe gerade eins mit Überzug bestellt und werde es sicher nicht feucht versorgen. Gruss - Markus |
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#9 |
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Full-Member
Registriert seit: 02.07.2004
Beiträge: 2.562
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@Nightshot
Hallo, ein wirklich sehr guter Hinweis vom Profi für den User. Vielen Dank. Mal wieder eine Bestätigung über die Güte dieses Forums. Viele Grüße Otwin |
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#10 |
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Full-Member
Registriert seit: 03.09.2004
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