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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welchen Filter, Sky- oder UV-Filter?



Sandy Belan
25.01.2003, 11:13
Welchen Filter würdet Ihr mir für mein 28-135 IS als "Linsenschutz" empfehlen? Sky- oder UV-Filter? Wo liegen eigentlich genau die unterschiede. Ich fotografiere hauptsächlich Natur, Tiere und Menschen. Danke!

jar
25.01.2003, 12:16
wie du schon sagst als linsen schutz hab ich immer einen drauf, bloß für bessere farben und ein klareres bild, gerade bei hohen helligkeiten und kontrasten wechsel ich gerne mal zum polfilter circular ! dies scheint auch etwas smog dunst und nebel zu durchdringen und die bilder werden klarer.

gruss
jar

M. Blum
25.01.2003, 13:08
Hier eine (im Netz geliehene) Abhandlung zum Thema. Da steht alles drin.


UV-Filter
Ein UV-Filter hat die Aufgabe, ultraviolettes Licht abzublocken. Dieses für das Auge unsichtbare Licht wird, da Objektive nur für sichtbares Licht korrigiert sind, infolge chromatischer Abberation (d.h. Licht unterschiedlicher Farbe trifft sich nicht in einem Punkt) unscharf auf dem Film abgebildet, wo es zur Belichtung der blauempfindlichen Schicht führt. Dies hat einen blauen Farbstich und Bildunschärfen zur Folge. Soweit die Theorie der Filterhersteller. In der Praxis benötigt man UV-Filter für diesen Zweck überhaupt nicht, weil erstens das in Summe dicke Glas der Objektive (kaum eines hat weniger als 6 Linsen, oft sind es deutlich mehr) UV-Licht mindestens genausogut sperrt und zweitens moderne Filme als erste Schicht eine UV-Schutzschicht besitzen.

Daß ein UV-Filter trotzdem sinnvoll sein kann, hat einen ganz anderen Grund: Er schützt die Frontlinse des möglicherweise sehr teuren Objektivs vor Beschädigung. Der Austausch einer zerkratzten oder durch aggressive Flüssigkeiten (z.B. Meerwasser) beschädigten Frontlinse ist oft so teuer, daß er nicht lohnt. Ein guter Filter ist zwar vor allem bei einem großen Durchmesser nicht gerade billig, kostet im Vergleich zu einem neuen Objektiv aber sehr wenig Geld. Objektive, die in "rauher Umgebung" zum Einsatz kommen, schütze ich daher immer mit einem UV-Filter. Objektive, bei denen ein pfleglicher Umgang 100% sichergestellt werden kann, verwende ich hingegen ohne Schutzfilter.

Fotopuristen, die in der Regel auch die Verwendung von Zoom-Objektiven ablehnen, werden das Einbringen einer zusätzlichen Glasfläche in den Strahlengang natürlich aus Prinzip ablehnen. Den theoretisch denkbaren bildverschlechternden Einfluß als für das Auge sichtbaren Effekt nachzuweisen, ist mir durch Anfertigung von Vergleichsaufnahmen nicht gelungen. Allerdings verwende ich auch keine Billigfilter zweifelhafter Herkunft mit welligem Glas und schlechter Vergütung.

Skylight-Filter
Ein Skylightfilter ist im Grunde ein sehr schwaches Farbkonversionsfilter und sorgt für eine geringfügig wärmere d.h. rötlichere Farbwiedergabe. Bei Negativfilmen ist dieser Einfluß irrelevant, weil die Farbwiedergabe ohnehin in erster Linie vom Fotolabor abhängen. Wie jedes nicht speziell UV-durchlässiges Spezialglas sperrt auch ein Skylightfilter UV-Licht. Skylightfilter werden genauso wie UV-Filter gern als Objetivschutz verwendet.

Polaristionsfilter / Polfilter
Sicher haben Sie davon gehört, daß man mit Polarisationsfiltern, kurz Polfilter genannt, einerseits blauen Himmel abdunkeln und andererseits Reflexe auf Wasser oder Glas beseitigen kann. Polfilter lassen technisch gesehen nur Licht einer Schwingungsebene passieren und sperren Licht aller anderen Schwingungsebenen. Hört sich kompliziert an, läßt sich aber recht einfach erklären. Wenn Sie sich nicht mit technischen Details beschäftigen möchten, können Sie weiter unten bei der Anwendung weiterlesen. Ansonsten geht's hier weiter:

Das, was man gemeinhin Licht nennt, ist physikalisch gesehen ein wildes Durcheinander elektromagnetischer Wellen verschiedener Wellenlängen und verschiedener Schwingungsebenen. Ein Polfilter kann man sich als Gitter vorstellen, das aus parallel angeordneten Stäben besteht. Betrachtet man eine einzige Welle des Lichts mit einer bestimmten Ausrichtung, so kann die Welle das Filter völlig ungestört passieren, wenn die Stäbe des Gitters so angeordnet sind, daß die Welle an ihnen entlang problemlos auf und ab schwingen kann, wie in Bild 2 dargestellt. Man kann sich den Platzbedarf (blaßrot dargestellt) einer solchen Welle als dünnen Papierstreifen vorstellen. Die Welle ist sehr dünn, braucht aber zum Schwingen nach oben und unten relativ viel Platz. Längs kann man einen Papierstreifen problemlos durch ein Gitter stecken, und genauso kann eine Welle das Gitter problemlos passieren.

Direktes Sonnenlicht ist unpolarisiert, d.h. es finden sich in ihm Lichtwellen sprich Lichtstrahlen mit den verschiedensten Schwingungsebenen. Ein Polarisationsfilter sperrt von diesem Licht alle "querliegenden" Lichtstrahlen und dämpft solche recht stark, deren Schwingungsebene nicht genau durch das Gitter paßt. Hinter dem Polfilter ist daher fast ausschließlich Licht einer Schwingungsebene vorzufinden, so daß die Lichtintensität hinter dem Flter deutlich geringer als davor ist. Aber egal wie herum man das Filter dreht, wird immer gleich wenig Licht durchgelassen. In der Praxis beträgt der Lichtverlust ca. 2 bis 3 Blendenwerte.

Hat das Licht jedoch eine Vorzugsrichtung, ist also mehr oder weniger polarisiert, ändert sich die Lichtintensität hinter dem Filter in Abhängigkeit zu dessen Drehposition. Und tatsächlich gibt es Situationen, wo Licht im Alltagsleben wenigstens ein bißchen polarisiert ist. Die in der Fotografie wichtigsten beiden Fälle sind Reflexe auf nichtmetallischen Flächen und das Himmelsblau.

Reflexe Bei der Reflexion auf glatten nichtmetallischen Oberflächen wird Licht polarisiert. Dies liegt daran, daß Lichtwellen nur dann reflektiert werden können, wenn ihre Schwingungsebene sozusagen quer auf die Oberfläche auftifft (rote Welle). Senkrecht auftreffende Wellen (blaue Welle) können nicht reflektiert werden. Wenn man den Polfilter so dreht, daß er dieses Licht nicht durchläßt, erscheinen die Reflexe nicht im Bild. Man kann deshalb durch eine (ohne Polfilter) spiegelnde Glasscheibe durchsehen. Gleiches trifft auf eine spiegelnde Wasserobefläche zu, und auch das Glitzern des Wassers bei leichten Wellen kann man deutlich reduzieren. Bei metallischen Oberflächen funktioniert dies hingegen nicht. Die Ursache liegt ganz einfach darin, daß selbst glatt und spiegelnd erscheinende Metalloberflächen nicht wirklich glatt sind, sondern eine gewisse Mikrorauhigkeit besitzen, die eine deutliche Polarisierung des Lichts verhindert.

Himmelsblau Das Himmelsblau wird durch Streuung des Sonnenlichts verursacht. Licht kurzer Wellenlänge d.h. blaues Licht wird an Molekülen der Luft durch Beugungseffekte stärker abgelenkt d.h. gestreut als längerwelliges d.h. rotes Licht. Dabei wird es auch ein wenig polarisiert. Bei einem Winkel zwischen Sonne und Blickrichtung zwischen etwa 40° und 60° ist die Polarisation am stärksten. Sorgt man dafür, daß das Polfilter so ausgerichtet ist, daß der polarisierte Anteil des Lichts unterdrückt wird, so wird der Himmel auf dem Foto deutlich dunkler wiedergegeben als ohne Polfilter. Die Landschaft wird durch weitgehend unpolarisiertes Licht beleuchtet und erfährt durch Drehen des Polfilters keine Helligkeitsverminderung. Den Effekt kann man im Sucher sehr gut beurteilen und durch geringfügiges Verdrehen des Filters Ihren Wünschen entsprechend steuern.

B&B
25.01.2003, 15:21
Hallo Sandy,
gib fotomayr.de/fofilter ein, und du bekommst genug infos über Filter, wo, wann und warum man welchen braucht. Das wichtigste über UV und Skylight hat dir jedoch Matthias schon geschrieben.
Gruß
Bernd

ehemaliger Benutzer
26.01.2003, 00:20
Eigentlich ist schon alles sehr und sehr ausführlich gesagt worden. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Filtern den ich noch hinzufügen möchte ist, das der Sky-Filter den Bilder einen leicht rötlichen (...warmen) Touch gibt. Der UV-Filter hingegen ist weitgehend farbneutral mit einer tendenz zu leicht warmen Farben.