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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage an alle IS-Supertele-Besitzer wegen Filterschublade



Axel Kottal
23.03.2004, 12:45
Mein DO 4/400 hat in der Filterschublade serienmäßig den Einsteck-Gelatinefilterhalter. Dieser hat ein Glas fest eingebaut und eine Klappe, unter die man den Gelatinefilter legen kann. Das Glas dient wohl dazu, daß der Gelatinefilter plan liegt. Dieses Glas hat jetzt bei mir einen kleinen Kratzer bekommen und ich möchte das austauschen, geht aber nicht, da es sehr fest sitzt.
Es gibt aber noch eine Einsteckfilterschublade für 52 mm Filter. Hat dieses jemand in Gebrauch und muß dort (wie überlicherweise angegeben) ein Filter immer eingesetzt sein (wegen Bestandteile der optischen Rechnung)?
Vielleicht liest ja Gregor Hermanns vom CPS mit und kann mich da mal aufklären, was ich machen kann. Denn den Filterhalter zu Canon schicken und 14 Tage mit Polfilter fotografieren sehe ich jetzt nicht so als die Wahnsinns-Alternative an.

Gruß
Axel

jagabua
23.03.2004, 13:28
hatte bei meinem 600er ohne IS das gleiche Problem. Der Kratzer auf der Filterscheibe soll sich angeblich (laut Canon-Service) nicht auf die Bildqualität auswirken. Kann ich eigentlich nicht ganz nachvollziehen, da 'der die das' Filter zwischen Obj. und Sensor sitzt. Auf den vorderen Linsen kann ich das ja noch glauben.
Aber zu Deinem Problem. Das Glas gehört laut Canon-Service (gleicher wie oben) zum optischen System und darf nicht herausgenommen werden. Bei der Frage nach dem andern Filterhalter bekam ich die gleiche Antwort. Es müsse immer eine Filterglasfläche integriert sein, sonst würde ein Qualitätsverlust auftreten.
Vielleicht könnte Herr Hermanns hier einmal Klarheit schaffen. Wäre sehr nett von Ihm, falls er hiert mal drüberließt.

Gruß Bernd

Klaus Bothe
23.03.2004, 17:08
Bei den ganzen 'langen' brennweiten ist die letzte Glasfläche in die optische Rechnung mit integriert, wobei sich m.E. das Fehlen nur auf UNENDLICH auswirkt. Bei der Gelatine-Filterhalterung I war übrigens noch keine Glasfläche drin, also kann der Effekt nicht so wahnsinning gravierend sein !
Allerdings hat der CANON Service wohl Recht, ein Kratzer an der Stellle ist praktisch nicht bildwirksam (außer bei extremen Gegenlicht !).
Grüße
Klaus Bothe
Isarfoto Bothe

Helmut Faugel
23.03.2004, 18:34
[Klaus Bothe schrieb am 23.03.04 um 16:08:33]
> Bei den ganzen 'langen' brennweiten ist die letzte Glasfläche in die optische Rechnung
> mit integriert, wobei sich m.E. das Fehlen nur auf UNENDLICH auswirkt.

Das Fehlen wirkt sich theoretisch mehrfach aus:

- zusaetzliche chromatische Queraberation
- Bildfeldwoelbung
- Fokusshift

Die ersten beiden Punkte ergeben aber bei derartigen Teleobjektiven
in denen die Lichtstrahlen maximal um wenige Grad vom rechten Winkel
abweichend dieses Glas passieren derart geringe Bildfehler das sie
nur von theoretischer Bedeutung sind(kurz man kann sowas errechnen,
aber thermische Effekte wie Laengenausdehnung und Brechzahlaenderung
dominieren bei weitem).

Bleibt also nur die Fokusshift, aber auch die ist ein eher
theoretisches Problem. Denn entweder ist das Glas beim
scharfstellen drin oder nicht. Wer's zwischendrin rausnimmt
ist selber schuld und der Fokus wandert um etwa die halbe
Glasdicke nach vorne, das Bild wird unscharf und zwar unab-
haengig von der Entfernung.

> Bei der Gelatine-Filterhalterung
> I war übrigens noch keine Glasfläche drin, also kann der Effekt nicht so wahnsinning
> gravierend sein !

Ja eben.

> Allerdings hat der CANON Service wohl Recht, ein Kratzer an der
> Stellle ist praktisch nicht bildwirksam (außer bei extremen Gegenlicht !)

Das ist auch leicht nachzuvollziehen wenn man die Sache von hinten
aufzaeumt: von einem klitzekleinen Pixel mit nichtmal 1/100 mm
Seitenlaenge quaelt sich ein Lichtstrahl zur 100 mm grossen Frontlinse
vor. Schon auf Hoehe des Filterhalters hat dieser Lichtstrahl zwei
oder drei Zentimeter Durchmesser und da faellt ein kleiner Kratzer
nicht ins Gewicht, da ist der angesammelte Staub in vielen Faellen
ein groesseres Uebel.


Viele Gruesse

Helmut Faugel