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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : EF 100-300 Bedeutung der Daten und Einstellmöglichkeiten



rdasgup
06.04.2004, 23:36
Hallo zusammen,
mit den nun folgenden Fragen erübrigt sich wohl der Hinweis darauf, dass ich ein Einsteiger bin...
Mein Neuerwerb ist ein EF 100-300 1:4,5-5,6.
Dieses Objektiv wird mit der Blendenangabe 32-36 versehen, wobei die 32 bei meiner 300D bereits die kleinste Blende zu sein scheint. Nun zu meiner Frage:

Was besagt diese Blendenangabe und was besagen die Angaben 1:4,5-5,6?

Hintergrund meiner Frage ist, dass wenn ich wirklich mit der Blende 32 fotografieren würde, ich ja in Bezug auf die Verschlußzeiten ganze Epochen dokumnetieren würde.
Anderseits macht das Objektiv bei Blenden von 5,0 und 5,6 wunderschöne Bilder, die durchaus Schärfe aufweisen (was ich so als scharf empfinde).

Vielen Dank schon mal im Voraus
Roni

Christian Lütje
07.04.2004, 00:12
Bin nicht ganz sicher, ob ich deine Frage richtig verstanden habe, aber ich versuche mal darauf zu antworten :-)

Die Angabe 1:4,5-5,6 gibt die größte Blende des Objektivs an, dabei ist bei einer Brennweite von 100mm 4,5 die größte Blende, bei 300mm 5,6 die größte Blende. Entsprechend sieht es bei der kleinsten Blende aus, 32 bei 100mm, 36 bei 300mm. Dein Objektiv hat also nicht durchgehend die selbe Lichtstärke, wie z.b. viele L-Linsen von Canon.

Kannst ja mal bei deiner Cam Blende 4,5 einstellen und dann auf 300mm zoomen, dann sollte sich die Blende automatisch auf 5,6 stellen.

So, ich hoffe, ich habe alle Klarheiten beseitigt :-)

Grüße aus Hamburg
Christian

Anju
07.04.2004, 05:58
Die kleinen Blenden (kleines Loch -> grosse Zahl) dienen in erster Linie zum Steigern derTiefenschärfe und der Abbildungsleistung. Aber die optimale Abbildungsleistung liegt meist irgendwo zwischen Blende 8 und Blende 16 - darüber kommen Beugungsunschärfen (Licht bricht an den Kanten der Blendenlammellen) hinzu.
Den Effekt der Tiefenschärfe kannst du selbst ganz einfach austesten: Nimm dir ein paar Objekte und stell sie gestaffelt hintereinander auf oder e.g. Allebäume oder das Gesicht eines Menschen oder .... Nun fotografiere das zentrale Motiv einmal mit Offenblende und je einmal mit Blende 8, Blende 16 und Blende 32 (idealerweise vom Stativ). Wenn du dir die Ergebnisse ansiehts, wird dir klar werden was du damit gestalterisch anfangen kannst.
Die Tiefenschärfe kannst du auch mit Abblendtaste VOR der Aufnahme überprüfen (wird zwar sehr düster im Sucher, aber einen grobe Einschätzung kann man damit treffen).
Blende 32 ist m.E. aber eher ein Marketinggang und kaum sinnvoll nutzbar.

Andreas

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rdasgup
07.04.2004, 11:14
Hallo Christian,
Deine Deutung meiner Frage war perfekt!
Die Sache mit Min und Max, die hatte sich mir nicht erschlossen.
Aber jetzt mit Deiner Erklärung bekommt das ganze einen Sinn.
Mit dem Glauben, das Objektiv nur mit Blende 32 benutzen zu können war es mir unmöglich
eine sinnvolle Anwendung für das Objektiv zu finden...
Aber so habe ich zunächst mal eine Menge Experimente vor mir.

Nochmals vielen Dank
Roni

rdasgup
07.04.2004, 11:23
Hallo Andreas,
das Prinzip der Tiefenschärfe / Schärfentiefe meine ich so weit bereits verinnerlicht zu haben,
deshalb habe ich mir auch dieses Objektiv zugelegt um etwas 'pepikere' Portaits zu machen.
Aber die Info mit der Beugungsunschärfe ist ein sehr hilfreicher Hinweis, auf den ich durch meine Bücher bislang noch nicht gestoßen wurde. Mir ist nur aufgefallen, dass ein Großteil der Photos mit Blende um 8 geschossen wird; wußte bis dato aber nicht warum.
Der Internetkurs ist natürlich auch ein super Tipp für einen Einsteiger wie mich.
Deshalb recht herzlichen Dank
Roni