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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Planlos mit der 300D - Fragen über Fragen



Luxkompensator
23.09.2004, 19:45
Bin vor kurzem in die Fotografie eingestiegen. Wollte schon immer eine Spiegelreflex haben und habe zuvor nur mit einer analogen Kompakten geknipst (mal abgesehen von der Teilnahme einer Foto-AG vor etlichen Jahren auf'm Internat).

Jetzt wo ich mir einen Traum erfüllen konnte und mir eine digitale SLR leisten konnte bin ich doch überforderter als ich annahm.

Wie lerne ich den richtigen Umgang mit dem Teil?
Ist ein Kurs an einer VHS das richtige?
Wie kann ich wirklich ein Gefühl für die Einstellungen bekommen?
Immer und überall auf den Auslöser hauen - ist das der richtige Lernweg?
Wann bekomme ich auch mal gewollt richtig gute Fotos hin?
Muß ich immer nur hoffen, dass ein Bild wirklich Klasse wird?

Hab jetzt etwa 12.000 Bilder in knapp vier Monaten geknipst (in meinem Fall der definitiv richtige Ausdruck) - davon waren zwei, die mich wirklich zufrieden stellten.

Ich lese mittlerweile fast jedes Digital-Foto-Mag und kann meine eigene Digi-Foto-Bibliothek eröffnen - die richtigen Tips finde ich nicht.

Leute, bitte helft mir.

F.B.
23.09.2004, 20:16
Au weh ... also erst einmal: Masse ist nicht gleich Klasse.

Ich habe in 16 Monaten gerade mal ca. 3500 Auslösungen auf meiner 10D (zugegeben, das ist wenig) aber die Ausbeute ist doch viel höher. Und ja, stimmt, ich fotografiere seit fast 20 Jahren, seit 2001 digital.

Nun zu Dir: Gewöhn Dich gleich an den Gedanken, dass ein guter Fotograf, d.h. ein 'Auge' fürs Motiv und perfekter Umgang mit dem Werkzeug Kamera, nicht vom Himmel fällt, sondern mit der Zeit reifen muss. Es gibt kein Patentrezept a la 'wie werde ich Profi-Fotograf in 3 Monaten', aber Du wirst sehen, je mehr Du Dich mit der Fotografie beschäftigst, umso besser werden die Ergebnisse werden.

Zunächst einmal solltest Du Dir ein gesundes Basiswissen sowohl zur Technik als auch zur Motivgestaltung aneignen. In gewiessen Grenzen kann man das aus guten Büchern lernen. Nach meiner Erfahrung sind die zwei Taschenbücher von Josef und Rudolf Scheibel, 'Fotos digital - Basiswissen' und 'Fotos digital - Aunahmepraxis ganz einfach', dazu sehr geeignet (auch weil sie zu den Wenigen gehören, die Digitalfotografie nicht nur im Anhang abhandeln) und halten sich auch preislich im Rahmen (je ca. 15,-).

Dann heißt es: Üben, üben, üben, aber s.o. (erster Satz). Mit den Digitalen ist das ja zum Glück kein Problem, denn es kostet pro Bild nichts. Hilfreich wäre es sicherlich, Gleichgesinnte zu finden. Schau Dich doch mal um, vielleicht gibt's in der Nähe ja einen Fotoclub o.ä.

Und ansonsten: Das ist Hobby, kein Hochleistungssport. Setz Dich nicht unnötig selbst unter Druck, sonst verlierst Du schnell den Spaß, und das ist doch sicher nicht Dein Ziel!

In diesem Sinne,
viele Grüße
Frank

Benutzer
23.09.2004, 20:20
bei null !! ratschläge kann man nur allegemein geben..
ich persönlich bin den weg gegangen, so viel wie nur möglich
gelesen zu haben... tage, wochen und monaten habe ich gelesen
(die meiste zeit hier im dforum)
alle foto-besprechungen, über die technik und über sonstiges...
alles was ich las und verstand, probierte ich mit meiner 300d aus...

auch ich hatte am anfang überhaupt kein einziges gutes bild hinbekommen...
aber mit geduld und viel ausprobieren habe ich langsam ein gefühl für
'was ist gut! und 'was ist nicht gut!' bekommen...
ebenfalls bekam ich ein gefühl für meine 300d...
die vielen einstellungsmöglichkeiten... zeit, blende, schärfentiefe usw. usw.

das war der anfang... danach begann auch ich zufriedenstellende fotos
machen zu können...
ich bin heute noch immer ein anfänger, aber mit sicherheit viel, viel weiter
als vor einem jahr!! und das freut mich besonders und gibt mir die sicherheit
und noch mehr geduld weiter zu machen...

ein wichtiger aspekt möchte ich noch hinzufügen...
eine wirklich wesentliche rolle in meiner entwicklung spielten die besseren
objektive... ich glaube nicht, das ich mit dem 18-55er kit-objekitv so rasch
die heutige fotos hätte machen können... es ist schon ein gravierender unterschied
welche linse in der cam steckt...

so, das wär's
ich hoffe dir ein wenig geholfen zu haben und wünsche dir viel spaß und gute bilder
mit deiner neuen!!!

Ciao an alle
YOSCHI <img src='http://www.erfolg-ohne-ende.de/zullu.gif'><a href='http://www.erfolg-ohne-ende.de' target='_blank'>
www.erfolg-ohne-ende.de</a>
Mit Foto-Freeware OHNE ENDE !!

Vito
23.09.2004, 20:25
Recht.

das wichtigere neben der eher unwesentlichen Technik, ist die bildgestaltung - da lohnen sich eher Bücher, als zeitschriften

wichtig finde ich noch immer die Standardwerke von Feininger und Koschatzky.

dann geht es noch um die 'Regeln der Fotografie' - das kannst du auch ganz gut im netz nachlesen, z.B.

<a href='http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/' target='_blank'>Striewitsch</a>
oder
<a href='http://www.agfanet.com/de/cafe/photocourse/beginner/cont_index.php3' target='_blank'>AGFA</a>

einiges andere gibt es sicher auch noch...

Deine Kamera hast Du soweit 'im griff'?

Viel hilft es auch, andere Bilder anzusehen und vielleicht auch zu lesen, was andere dazu meinen...

z.B.
<a href='http://www.fotocommunity.de/index/' target='_blank'>fotocommunity</a>

ich hoffe, das hilft dir vielleicht ein wenig.
Gruß
Stefan

tuebox
23.09.2004, 20:36
für action und sport und gesellschaft denke ich ist es wichtig das man nah ran ans geschehen kommt (mit dem kit objektiv hast du ja weitwinkel).
dies geht auf einem kleinen event eher als auf einem grossen (bsp konzert - bei grönemeyer kommt man nicht vor bis an die bühne, beim open air im nächsten dorf schon. genauso beim sport. stadtlauf oder so ist eher geeignet als das bundesligaspiel im grossen stadion. da kommst du ran an den start, ins läuferlager usw. wichtig ist auch dass du dich vorher erkundigst, was wann wo tatsächlich passiert und vorher guckst, welche blickwinkel geeignet sind.
wenn du leute (gesellschaft / gruppen) fotografierst, dann sollten die sich wenigstens für einen moment auf dich konzentrieren. hier ist man freundlich aber bestimmt.
ansonsten lernt man aus fehlern. du guckst dir deine bilder an, überlegst warum manche besser sind als andere. hier sind auch fremde bilder geeignet (z.b. fotocommunity.de) und beim nächsten mal fällt dir vielleicht schon im sucher auf, dass was nicht stimmt und du nimmst dir die zeit den standort zu wechseln oder machst einfach auch mal kein bild weil´s grad gar nix werden kann (z.b. landschaft bei grellem sonnenlicht 12 uhr mittags - wobei es da sicher auch ausnahmen gibt)

zur theorie: von national geographic gibt´s nette kleine bücher
für 'Retusche' am PC:gibt es z.B. ein prima 'retouch' - forum bei dpreview.com
da sind immer wieder bildbeispiele und was die leute draus gemacht haben samt erklärung.
und man kann fragen stellen.
ansonsten würde ich auch mal einen kurs/workshop machen z.B. portraitfotografie

mehr fällt mir grad nicht ein.

schöne grüsse tuebox

Lex
23.09.2004, 21:27
Mir persönlich hat es sehr geholfen, meine Fotos in einer Community im Internet zu präsentieren. Am Anfang werden deine Aufnahmen vielleicht in der Luft zerrissen. Wenn dich dann der Mut nicht verlässt wirst Du sehr schnell lernen worauf es bei einem Bild ankommt.

morkvomork
23.09.2004, 21:31
Schaff Dir eine Frau an, welche was vom Fotografieren versteht und schau ihr oft über die Schulter. Ich kann zwar immer noch lange nicht so gut fotografieren wie sie (war, ist und bleibt der kreative Teil in der Familie), aber dafür bin ich besser im Bearbeiten und Verwalten der Bilder - sozusagen eine ideale Symbiose.

Spassschalter aus! Versuch doch mal über die Fotocommunity User in Deiner Nähe zu finden, mit welchen Du dann gemeinsam losziehen kannst. Ich denke über den gemeinsamen Austausch kann man am besten lernen.

Über die fotocommunity habe ich erste herausgefunden, dass es auch noch andere Besitzer von 10 d's und 300 D's in unserem Dorf gibt.

Rüdiger Bartz
24.09.2004, 01:45
Hallo Ryk.
Frag dich einfach mal, ob du gestalterisches Talent hast; zeichnen, malen, träumen, empfinden ... Wenn ja, lerne als Erstes bewusstes Sehen ohne Kamera. D.h. ungeachtet ob Regen oder Sonnenschein einfach alles visuell erforschen und als Bild im Kopf werten. Als nächstes wirst du schnell verstehen, daß dein natürlicher Blickwinkel riesengroß und dazu auch noch dreidimensional ist. Eine wirkliche Sehhilfe ist dann ein schwarzer Karton mit einem rechteckigen Auschnitt (9x12 cm). Diese mit nur einem Age betrachtet (wie die Kamera auch) zeigt dir das Motiv. Wenn das antrainiert ist, einfach das gesehene mit der Kamera so real wie möglich nachvollziehen, ohne jede Technik. Wenn das halbwegs klappt, mußt du dich mit den Gestaltungsmöglichkeiten von Blende und Zeit auseinandersetzen. Dafür gibt's Bücher, VHS ... ist relativ einfach. Erzähl doch mal nach drei Monaten, ob's irgendwie geholfen hat.

Gruß Rue

Luxkompensator
24.09.2004, 13:46

Luxkompensator
24.09.2004, 13:55
> Frag dich einfach mal, ob du gestalterisches Talent hast; zeichnen,
> malen, träumen, empfinden ...

Genau das ist mein Problem. Ich hab gedacht, dass ich mit den Bildern meine Empfindungen wiedergeben könnte. Es passiert mir immer wieder, dass ich Sachen sehe, die ich (und sei es nur für mich) festhalten möchte. Aber die Bilder sind nie sooo dramatisch oder strahlend wie ich sie empfinde.

Genau das möchte ich ja lernen. Vielen Dank für den Tip.

Luxkompensator
24.09.2004, 14:43
> <a href='http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/'
> target='_blank'>Striewitsch</a>

Mensch, das ist ja mal klasse! Bin den Internetlehrgang ansatzweise durchgegangen. Habe mir direkt das Buch dazu bei amazon bestellt. Das ist echt spitzenmäßig beschrieben.

Die meisten Bücher, die ich mir bisher gekauft habe sind auch gut, aber nicht grad für Anfänger geschrieben.

Vito
24.09.2004, 14:44

soeren
25.09.2004, 08:36
Wenn Du in der freien Natur unterwegs bist, dann nimmts Du viel mehr Eindrücke (z.B. Geruch, Wind, eigene mentale Grundstimmung, z.B. man ist in Urlaubsstimmung) war. Ein Foto muss das jetzt alles auf ein 2D Bild zusammenpressen. Bestimme Dinge, wie z.B. den Geruch kann ein Foto nicht abbilden. Daher muss in dem Bild die Bildkomposition, Belichtung etc. so gewählt werden, dass die vorhande 'reale Stimmung' möglichst auch im Bild wiederzufinden ist. Das gelingt mir z.B. noch viel zu wenig. ;-(

Ein Tipp von Anfänger zu Anfänger:
Kauf Dir ein gutes Stativ mit einem guten 3-Wege-Kopf. Fotografiere dann nur noch von dem Stativ aus !
Hintergrund:
Wenn Du ein Stativ benutzt nimmst Du Dir automatisch mehr Zeit für das Motiv und achtest auf mehr Dinge (Bildaufbau, Linienführung, Schärfentiefe). Über den 3-Wege Kopf kannst Du alle 3 Dimensionen einzeln Einstellen und mit dem Bildaufbau experimentieren.
PS (warum 3D-Kopf und kein Kugelkopf):
Bei einem Kugelkopf kann es sein, dass wenn Du die Schraube löst, die alle 3 Achsen verstellt werden.
By the way. Das Buch Fotografieren von John Hedgecoe oder den Fotoguide von National Geographic finde ich sehr gut.
Gruß
Sören

Anju
25.09.2004, 08:57
Deine Selbstkritik ist der einzig richtige Weg. Deine Massenschootings jedoch nicht. Viele Tips wurden in dem Thread ja schon gegeben, einer fehlt aber:

Sieh dir andere Fotos an und analysiere für dich die Bilder, die dir gefallen (am besten solche, die du dir als Poster an die Wand hängen würdest). Achte dabei nicht unbedingt aufs Motiv (exotische Motive entlocken einem zwar oefter ein Ahhh! oder Ohhh!, aber beim näheren Hinsehen wars das dann auch schon).

Punkte denen ich besondere Beachtung schenken würde:
Perspektive: nicht den 08/15 Standard Blickwinkel aus 1,70m Höhe

Lichteinfall: Sonne im Rücken mag entzücken, ist aber auch meist langweilig

Bildaufbau: ungewöhnlich oder klassische Drittelregel

Stimmung: freundlich oder depressiv oder traurig oder...

Dichte: Wieviel ist auf dem Foto zu sehen - Reduktion auf das Wesentliche oder eher ein Suchbild zum Verweilen und Entdecken


Wenn du das so einigermassen erkennen kannst (ist eigentlich ganz einfach), kannst du anfangen einzelne Punkte gezielt in deinen Fotos umzusetzen..mit der Zeit entwickelt sich dann schon von selbst ein Blick, der dich viele Fotos erst garnicht mehr machen lässt...



Andreas

El Lobo
28.09.2004, 23:50
Da muss ich dir widersprechen, Objektive sind meiner Meinung nach sehr unwichtig! Am Anfang sollte man einen Stil, ein Gefühl für Bildgestaltung und einen geschulten Blick entwickeln. Wenige berühmte Fotografen produzierten gute Bilder aufgrund ihrer Objektive ;-) Auch ein Bild das nicht 100 Prozent 'L'-scharf ist, kann bewegen und starke Emotionen erwecken.

lg Felix

El Lobo
28.09.2004, 23:55
Zeig deine Fotos her! In einem Forum zb: www.digitalfotograf.com und lass andere Menschen Meinungen dazu abgeben, da lernt man wirklich viel!

Andreas Fischer
29.09.2004, 00:04
ich hab für meine 20d die bedienungsanleitung gelesen...das reichte aus...