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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unterschied zwischen den Objektiven für digitale oder analoge DSR



hanm
08.07.2005, 08:05
Hallo zusammen,

kann mir einer den Unterschied erklären, warum es spezielle Objektive für DSR gibt?! Warum sollte ich kein Objektiv nehmen, welches nur für die analoge Fotografie gedacht ist?

Gruß,
Micha

Dieter Winter
08.07.2005, 09:39
Sehr gute Objektive im analogen Bereich sind auch sehr gute Objektive digital.Spezielle Digi Objektive für crop Faktor sind nicht besser sondern nur billiger herzustellen.Dieter

Benny
08.07.2005, 12:12
kann mir einer den Unterschied erklären, warum es spezielle Objektive für DSR gibt?! Warum sollte ich kein Objektiv nehmen, welches nur für die analoge Fotografie gedacht ist?
Da gibt es zwei Fälle zu unterscheiden:
1. Objektive die rein mechanisch (EF-S von Canon) und/oder wegen des kleineren Bildkreises (DC von Tamron, Sigma) nicht passen.
2. Objektive die auch an analogen Betrieben werden können aber noch ein "for Digital" im Namen tragen.
Punkt eins dürfte klar sein. Ein EF-S passt eben nur an eine Digitale, besser gesagt 1.6 crop ab 300D.
Bei Punkt zwei weiß man glaub ich nicht genau ob wirklich was an den Objektiven verändert wurde, da viele einfach mit zusätzlichem "for Digital" aber sonst gleichen Eigenschaften, neu rausgekommen sind.
Oder die Hersteller wollen einfach den Leuten damit zeigen das sie die Linse problemlos an ihrer digitalen verwenden können oder einfach ihr "altes Zeug" für "Neu" verkaufen. Wer weiß!?

HKO2
08.07.2005, 12:54
Sieht man mal von den Objektiven mit eingeschränkzem Bildkreis ab, dürfte es sich bei den meisten "DI"- klassifizierten Objektiven wirklich um einen Verkaufsgag handeln, speziell bei Objektiven im Telebereich. Anders ist es im WW-Bereich, wo telezentrische Konstruktionen mit großer Austrittspupille gefragt sind, wenn sie an Digitalkameras vernünftig funktionieren sollen. Dies ist bei für analoge Kameras gerechneten Objektiven nur in Einzelfällen gegeben.

Rudolf Kastner
08.07.2005, 13:32
Hallo,

etwas schwierig - mir fällt dazu folgendes ein (bitte verbessert mich, wenn ich falsch liege):

1. Früher (in der "analogen Zeit") wurden auch gute Objektive gebaut, nur "verzeihte" der Film manche Fehler, die man an der DSLR (mehr oder weniger deutlich) sieht. Beispiele sind für mich die alten "AL"- und "L"-FD-Objektive von Canon (z.B. 1,2/55 SSC, 1,2/85 SSC aber auch das 2/35 SSC - nur das mit der "negativen Frontlinse") oder Linsen von Leitz (z.B. M2/35, R2,8/60, R2,8/100, 3,4/180) und Zeiss (z.B. 2,8/35, 8/16). Leider kann man einige dieser "heissen Teile" (insbesondere Canon FD) nicht mehr an der DSLR nutzen (Stichwort "Auflagemaß").

2. Bei der DSLR ist es erforderlich, dass der Strahlengang (relativ) senkrecht zum Chip "einfällt", dies ist insbesondere bei den WW-Objektiven aus der "analogen Ära" nicht gegeben - man denke an die Leica-M-Objektive, deren rückwärtige Linse nur wenig vom Film entfernt ist. Der Film war da nicht so empfindlich - Abschattungen am Rand sind die Folge bei der DSLR.

3. Bei der Rechnung der Objektive gibt es je nach Hersteller bestimmte "Vorlieben" - mir ist z.B. bekannt, dass Leica mehr den Kontrast in den Vordergrund stellt, Zeiss hingegen die Auflösung bevorzugt. Beim Film war dieses nicht so auschlaggebend, beim Chip aber sehr wohl. Hier ist meines Wissens die Auflösung wichtiger - "platt gesagt" - den Kontrast kann ich mit Photoshop problemlos anheben, fehlende Details kann ich aber nicht mehr "herzaubern".

4. Für den geläufigen Crop (1,5-1,7) brauche ich nicht einen so großen Bildkreis, ich kann die Objektive anders rechnen. Gängige Modelle kann ich sogar herunterrechnen - mir fallen z.B. das EF-S 10-22 (vgl. EF 16-35), EF-S 17-85 (EF 28-135) und EF-S 60 Makro (EF 100 Makro) ein.

5. Bei Festbrennweiten ist meines Erachtens die Entwicklung ausgeschöpft, bei den Varios (oder "Zoom" genannt) kann ich mir Verbesserungen vorstellen. Es ist auch immer zu berücksichtigen, dass die Hersteller ihre Kosten senken wollen - ein Fall ist mir noch in Erinnerung: Die dritte Generation der 28-200-Superzooms war zwar etwas leichter und kleiner als die der vorherigen Version, aber viel schlechter (optisch und mechanisch). Lassen wir uns von der Zukunft überraschen.

6. Setzt man voraus, dass sich die Auflösungen der Chips weiter so entwickeln bekommen die Hersteller Probleme - vgl. die aktuellen "Digiknipsen" - es müssen erst noch Objektive gerechnet werden, die die geforderte Auflösung wirklich erreichen. Hierbei werden auch die Toleranzen bei der Fertigung kleiner, es müssen Sondergläser verwendet werden - ein ganzer Rattenschwanz kommt da auf die Hersteller zu.
Glaubt man den Berichten in den diversen Foren, so gibt es bei der 1Ds Mk.II nur wenige Objektive, die die angebotene Auflösung des Chips "voll ausnutzen".

Mein Tipp an Euch: Informiert Euch (z.B. hier im Forum), probiert aus, nutzt auch - wie ich es gerne tue - "analoge Objektive" (z.B. Asahi-M42, Leica, Zeiss) und fotografiert, denn das ist für mich das schönste Hobby auf der Welt!

Ich hoffe, Euch nicht gelangweilt zu haben
Gruß
Rudolf

Helmut Honigmann
08.07.2005, 15:49
Tamron gab an, die alten Objektive durch verbesserte Schwarzfärbungen im inneren noch weniger anfällig für Reflexe und Streulicht gemacht zu haben, weil eben der Chip, wie oben beschrieben, viel anffälliger reagiert als Film. Sonst hat sich nichts verändert. Für Sigma wird das genau so gelten.

Helmut