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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schiften und Stichen



Bernd Thiel
28.07.2005, 16:35
Power-shopper schrieb zum Thema WW:

Hallo,

hast Du bei Architektur mal an das TS-E 24 gedacht? Als Tilt-Shif-Objektiv sehr gut geeignet, da stüzende Linien gleich bei der Aufnahme korrigiert werden - immer besser als hinterher in Photoshop & Co.

Die Verzeichnung ist (FB-Bedingt) besser als bei den Extrem-WW-Zooms.
Die Fehlende Brennweite kann durch Stichen der Bilder wieder aufgefangen werden. Durch Schiften und dann Stichen entspricht es ca. 11mm BW...

Ich bin auch auf der Suche nach einem WW, weil ich oft mit dem Rücken an der Wand stehe und den Raum immer noch nicht komplett drauf habe. Panorama geht nicht, weil ich meist ohne Stativ arbeite. Ich habe eine 300D mit Kit und liebäugle mit dem CANON 10-22 . Allein der Preis ist für mich im Moment unakzeptabel.
Was versteht man unter Schiften und Stichen?
Kann ich damit Innenräume bearbeiten?

Beste Grüße
Bernd

Power-shopper
28.07.2005, 16:39
Hallo,

STITCHEN ist das Zusammenfügen von einzelnen Aufnahmen zu einer großen Aufnahme. Das wird sehr gerne für Panoramen eingesetzt. Du machts 2 oder Mehr Aufnahmen, wobei die Kamera immer weitergedreht wird, und setzt diese Aufnahmen später am Rechner wieder zusammen. Wenn einige Regeln bei der Aufnahme befolgt werden geht das sehr gut.

SHIFTEN heißt, das Objektiv aus der optischen Achse verschieben. Stell die ein extrem-WW vor, bei dem das Aufnahmemediem (Chip oder Film) nur ein kleinen Teil des Bildes aufnimmt. Nun kannst du selber bestimmen, welchen Teil des Bildes due ausnutzen möchtest. Das hat den Vorteil, daß Du z.B. die Cam nicht kippen mußt, wenn du hohe gebäude fotografierts. Durch das Kippen entstehen eine reihe optischer Fehler.

Gruß,
Carsten

leicanon
28.07.2005, 17:37
. Durch das Kippen entstehen eine reihe optischer Fehler.

Gruß,
Carsten


Wie meinst Du das?
Es entstehen natürlich (und das im warsten Sinne des Wortes) Verzerrungen, die den Gesetzen der perspektifischen Regeln entsprechen, die allerdings unerwünscht sein können (manchmal möchte man es ja bewußt so). Ansonsten passiert nichts optisch fehlerhaftes.

Grüsse, Wolfram, der sein Shiftobjektiv verkaufte und bei Bedarf nur noch über PS korrigiert :D

Power-shopper
28.07.2005, 17:44
Wie meinst Du das?
Es entstehen natürlich (und das im warsten Sinne des Wortes) Verzerrungen, die den Gesetzen der perspektifischen Regeln entsprechen, die allerdings unerwünscht sein können (manchmal möchte man es ja bewußt so). Ansonsten passiert nichts optisch fehlerhaftes.

Grüsse, Wolfram, der sein Shiftobjektiv verkaufte und bei Bedarf nur noch über PS korrigiert :D

Nun ja, wenn plötzlich Objekt und Filmeben nicht mehr parallel stehen, dann sind da mehr als nur stürzende Linien drin. Kreise werden z.B. eliptisch abgebildet. Da hört dann das Entzerren von PS leider auf.

Gruß,
Carsten

Bernhard Hartl
28.07.2005, 18:06
Die Shift-Objektive bieten eine Besonderheit beim Stitchen
durch den größeren Bildkreis der Objektive kann die Kamera ja im Bild verschoben "geshiftet" werden. Wenn man nun ein Bild ganz links, eins in der Mitte und eins rechts mit konstanter Belichtung aufnimmt, so bekommt man drei Bilder die man absolut pixelgenau zusammensetzen kann. Es handelt sich ja eigentlich um ein projeziertes Bild von dem nur mehrere Ausschnitte genommen wurden. Die eleganteste Form der Auflösungserhöhung für Landschaft, Strukturen Architektur etc...

Der andere Ansatz für Panoramen ist ja die Drehung der Kamera um einen fixen Punkt - das hat den gewaltigen Nachteil, dass die Bilder eigentlich perspektivisch nicht zusammen passen und eine spezielle Software die Perspektive zurechtbiegen muß was man um so mehr sehen kann je weitwinkliger die Aufnahme.

Das zusammengefüte Bild aus dem Shiftobjektiv kennt diese Probleme nicht - ist nicht von einem konventionell geschossenem zu unterscheiden.
Es ist finde ich einfach schön hochauflösende Bilder machen zu können, die nicht das 3:2 Format haben sondern z.B. 3:1 oder 3:4

Habe dies bisher mit meinem 80mm Zeiss Biometar gemacht - bringt sehr gute Ergebnisse für den relativ niedrigen Anschaffungspreis - meins ist hier im forum für 230€ zu haben -
bin auf das TSE90 umgestiegen - das kann man auch Tilten - eine wunderschöne Optik aber eben auch nicht gerade billig...

Bernhard

http://www.digitale-slr.net/showthread.php?t=454189&highlight=Biometar

leicanon
28.07.2005, 18:17
Nun ja, wenn plötzlich Objekt und Filmeben nicht mehr parallel stehen, dann sind da mehr als nur stürzende Linien drin. Kreise werden z.B. eliptisch abgebildet. Da hört dann das Entzerren von PS leider auf.

Gruß,
Carsten


Kreise zu Elipsen haben mit dem Schwenken nichts zu tun, sondern treten auch bei gerade gerichteten WW-Aufnahmen auf. Auch das ist kein optischer Fehler, sondern reine Physik.
Wenn man beim Betrachten des Bildes den "richtigen" Abstand einhält (bedeutet sehr nah an das Bild ) dann sieht es ganz natürlich aus.
Übrigens ist auch diese Erscheinung im PS ausgleichbar. :cool:

Grüsse, Wolfram

Power-shopper
28.07.2005, 18:47
Das optische Fehler Physik sind ist ja auch klar.
Nur eine parallele Montierung und eine gekipte und dann einfach ein bischen entzerrt ist eben nicht das gleiche, egal ob ich es Fehler oder Physik nenne...

Gruß,
Carsten

P.S.: Wie weit Otto-Normal-Betrachter den Unterschied sieht bleibt dahingestellt - ich selber würde Ihn wahrscheinlich nicht sehen...



Kreise zu Elipsen haben mit dem Schwenken nichts zu tun, sondern treten auch bei gerade gerichteten WW-Aufnahmen auf. Auch das ist kein optischer Fehler, sondern reine Physik.
Wenn man beim Betrachten des Bildes den "richtigen" Abstand einhält (bedeutet sehr nah an das Bild ) dann sieht es ganz natürlich aus.
Übrigens ist auch diese Erscheinung im PS ausgleichbar. :cool:

Grüsse, Wolfram

leicanon
28.07.2005, 21:07
Das optische Fehler Physik sind ist ja auch klar.
Nur eine parallele Montierung und eine gekipte und dann einfach ein bischen entzerrt ist eben nicht das gleiche, egal ob ich es Fehler oder Physik nenne...

Gruß,
Carsten

P.S.: Wie weit Otto-Normal-Betrachter den Unterschied sieht bleibt dahingestellt - ich selber würde Ihn wahrscheinlich nicht sehen...


Sorry, aber so ist es eben nicht. Optische Fehler können keine Physik sein, sondern höchstens Technik-bedingt. Und die geschilderten optischen Verhältnisse sind eben auch keine Fehler.
Carsten, ich kenne natürlich nicht deine physikalischen Vorkenntnisse und ich möchte hier auch keine Korinthen kacken oder diesen Thread über Gebühr strapazieren, daher sollten wir es jetzt belassen, o.k.? :)
Es möge jeder seine opt. Perspektiven gestalten oder korrigieren wie er will.

Grüsse, Wolfram

Bernd Thiel
29.07.2005, 10:29
Danke für die Hilfe, Carsten.
Ich hatte gegoogelt und unter "stichen" nur Zimmermanns- und Seglerseiten gefunden. So ist das mit dem kleinen "t".

Wenn ich das nun richtig verstanden habe, werden mehrere überlappende Aufnahmen gemacht, entzerrt und zu einem Panorama zusammengesetzt.

Das werde ich mal ausprobieren, aber ich glaube mein Problem ist damit nicht lösbar, weil ich selten ein Stativ verwenden kann. Wenn überhaupt verwendbar, muss ich viel vom Bild wegschneiden.

Na was soll's: Die WW Hesteller wollen ja auch leben. Vielleicht reicht mir auch das Tamron, aber 10mm wären schon super...

Gruß
Bernd

fotoholgio
15.08.2005, 14:17
Die Shift-Objektive bieten eine Besonderheit beim Stitchen
durch den größeren Bildkreis der Objektive kann die Kamera ja im Bild verschoben "geshiftet" werden. Wenn man nun ein Bild ganz links, eins in der Mitte und eins rechts mit konstanter Belichtung aufnimmt, so bekommt man drei Bilder die man absolut pixelgenau zusammensetzen kann.

- pixelgenau stimmt nicht ganz, der Teufel liegt im Detail, du verschiebst ja die Optik, bei Architektur macht es nichts aus, weil die Häuser eben viel größer als der Verschiebeweg sind, habe aber mit dem TSE24 ein Makro-Panorama gemacht, da fällt der Fehler sehr auf und mann muss in PS nacharbeiten -


Der andere Ansatz für Panoramen ist ja die Drehung der Kamera um einen fixen Punkt - das hat den gewaltigen Nachteil, dass die Bilder eigentlich perspektivisch nicht zusammen passen und eine spezielle Software die Perspektive zurechtbiegen muß was man um so mehr sehen kann je weitwinkliger die Aufnahme.

Oberhammerhart wird es dann, wenn man mit dem 24TSE in Shiftstellung bei Null stürzenden Linien und Horizontverschiebung (Meist nach unten) auf einem echten Nodalpunktadapter arbeitet, da passen plötzlich ganze Kirchtürme ins 24er und außerdem hat das Stitch-Programm (und der es bedient) sehr wenig Arbeit.

Bernhard Hartl
16.08.2005, 12:22
[QUOTE=fotoholgio]- pixelgenau stimmt nicht ganz, der Teufel liegt im Detail, du verschiebst ja die Optik, bei Architektur macht es nichts aus, weil die Häuser eben viel größer als der Verschiebeweg sind, habe aber mit dem TSE24 ein Makro-Panorama gemacht, da fällt der Fehler sehr auf und mann muss in PS nacharbeiten [QUOTE]

Wenn irgendwas nahe am Objektiv ist und somit die +/-11mm Shiftweg auffallen, dann verschieb ich einfach die Kamera um 11mm in die andere Richtung. Dazu sind die L-Winkel von RRS auf der Kamera genial.

Bernhard

http://www.reallyrightstuff.com/media/full_size/b57L_side.jpg

fotoholgio
12.09.2005, 16:53
[QUOTE=fotoholgio]- pixelgenau stimmt nicht ganz, der Teufel liegt im Detail, du verschiebst ja die Optik, bei Architektur macht es nichts aus, weil die Häuser eben viel größer als der Verschiebeweg sind, habe aber mit dem TSE24 ein Makro-Panorama gemacht, da fällt der Fehler sehr auf und mann muss in PS nacharbeiten [QUOTE]

Wenn irgendwas nahe am Objektiv ist und somit die +/-11mm Shiftweg auffallen, dann verschieb ich einfach die Kamera um 11mm in die andere Richtung. Dazu sind die L-Winkel von RRS auf der Kamera genial.

Bernhard



...warum bin ich darauf nicht gekommen ???...:o
Idee ist genial