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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Landschaftsaufnahmen interessant gestalten?



tintiifax
15.10.2005, 15:06
Die Landschaftsaufnahme ist nicht gerade meine Motivwelt, da ich meine Aufnahmen meistens Langweilig finde. (Nichtfotografen finden sie zwar schön aber mir reicht es nicht) .
Könnt ihr mir vielleicht weiter helfen wie ich normale Landschaftsaufnahmen etwas aufpeppen kann. Ich kann auch nicht genau sagen was es ist dass ein Foto "ja schön gemacht" und das andere "wau schaut das gut aus" ist.
Sollte man mehr mit Grauverlaufsfilter arbeiten? oder sonst was?
Ich sehe auch oft das Bild schon vorher im Kopf kann es aber irgendwie nicht so umsezten wie ich es will.

Vielleicht kann mir der eine oder ander Landschaftsfotograf ein paar Tips geben wie man aus einer langweiligen Landschaft bei nicht top Wetter bisschen mehr als nur einen Schnappschuss rausholen kann.


Aja und noch was ... Es wird oft gesagt immer mit Stativ bei Landschaftsaufnahemn usw. ... Aber warum genau ? Wenn ich nicht gerade in der blauen Stunde unterwegs bin gibts ja da immer genug Licht .

pipapo
16.10.2005, 10:22
Wichtig ist natürlich das Licht. Deshalb geh doch morgens früh oder am abend fotografieren. Dann sehen die Landschaften, die im Mittagslicht langweilig aussehen, viel interessanter aus. Dann würde ich dir noch eine Brennweite empfehlen, die 24mm an Kleinbild entspricht. (Wäre dann so etwa 15mm an crop 1.6) Damit bekommst du eine ganz andere Bildwirkung hin. Ansonsten hilft es auch Bidbände mit alten Meisterfotografen durchzuschauen und sich inspirieren zu lassen.
In Kärnten sollte es doch Menge Motive für tolle Landschaftsfotos geben?

tintiifax
16.10.2005, 11:29
stimmt
das licht macht wohl am meisten aus :)

naja und wenn man in den Bergen wohnt und die jede Tag sieht , sieht man einfach das interessante nicht mehr was ein ausenstehender viel schneller sieht .... wie sagt man so schön .. da sieht man vor lauter Bäumen den Wlad nicht mehr ;)

Matthias Hampe
17.10.2005, 10:59
Aus eigener leidvoller Erfahrung:

Ein Stativ zwingt zum ruhigen, bedächtigen Arbeiten. Wahl des Ausschnitts, Brennweite, Standort, Licht, Uhrzeit, Filter etc. werden einfach mehr beachtet, wenn man mit dem Stativ arbeitet.

Gute Landschaftsfotos entstehen nicht einfach so im vorübergehen.

Kleines Beispiel: Ich stand mal an einer tollen location in der Bretagne, neben mir hält ein Auto, Fotograf steigt aus, stellt die Hasselblad aufs Stativ macht ein Foto und packt wieder ein. Auf meine Bitte hin durfte ich mal durch den Sucher schauen: wow!!!

Nach einem längeren Gespräch stellte sich heraus, daß er einen Auftrag für einen Kalender hatte. Er zeigte mir seinen Notizblock mit den Einträgen für dieses Foto:

"19.00 Uhr point raz, 50er Distagon, Polfilter, Kodak Ektachrome xxx, ..."

Diesem präzise vorgeplanten Foto gingen mehrere Besuche zu unterschiedlichen Tageszeiten an dieser Stelle voraus.

Amateure können leider meist nicht so arbeiten, aber es zeigt, worauf man achten sollte...

lg Matthias

Franz-Josef Strauch
17.10.2005, 16:18
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß man immer unterschiedliche Perspektiven suchen sollte. Notfalls klettern oder auf den Bauch legen. Ein Stativ habe ich noch nie gebraucht....
Die Dreiteilung eines Bildes iat eine alte Wahrheit, hat aber immer noch ihre Berechtigung: Vordergrund (Blumen, Blattwerk, Rahmen bilden...), Hauptmotiv (die Landschaft im eigentlichen Sinn und ein Hintergrund (Himmel, Wasser etc.) Die Lichtverhältnisse sind ganz entscheidend, am besten Morgens oder am späten Nachmittag sind günstig. Mittagssonne ist tötlich.
Es muss übrigens nicht immer Weitwinkel sein. Eine Allee z.B. kommt mit leichtem Tele am besten. Man muss probieren und sich das Ergebnis auf dem Display gleich ansehen, ist ja Digital alles viel einfacher...

Kuntha
18.10.2005, 08:56
Manchmal hat man aber nicht die Möglichkeit frühmorgens, oder abends am Wunschort zu sein (z.B. Straße nachts nicht befahrbar, oder keine Möglichkeit dort zu übernachten). Muss halt dann das beste daraus machen und versuchen auch im Mittagslicht ein ansehliches Foto hinzubekommen, dann halt mehr mit Farbe und Bildaufbau, um den Faktor "schönes Licht" etwas zu kompensieren!

Beispiel Mittag, keine Möglichkeit zum Übernachten, Anfahrt min. 3 Stunden im dunklen lebensgefährlich (offroad 3600m!):

http://img357.imageshack.us/img357/5803/lagunadiamante3800m31nw.jpg (http://imageshack.us/)

Tenerife
12.11.2005, 23:02
Es wäre simpel zu antworten, einfach mit offenenen Augen durch die Welt zu gehen, weil wir von Schönheit in der Natur nur so umgeben sind.

Für die Märzausgabe unseres Magazins bin ich nun schon zum dritten Mal an einen Punkt gefahren um eine besondere Landschaftsaufnahme zu machen.

Früher, in meiner Mittelformatzeit habe ich grundsätzlich nur mit Stativ gearbeitet, durch Einsatz von Polfilter und niedrigempfindlichem Film war das bei entsprechend langen Belichtungszeiten schon vorgegeben.
Was Matthias schreibt kann ich nur bestätigen, im Herbst an bestimmten Tagen, wenn das Licht besonders kontrastreich und die Laubfärbung am schönsten war, haben wir uns zu bestimmten Zeiten die Klinke in die Hand gedrückt.
Meist sah man vom Kollegen schon/noch die Stativspuren...
Heutzutage muss man sehen das man andere, ausgefallenere Perspektiven wählt, ist das Bild dann aber mal veröffentlicht, kopiert jeder, bzw. nimmt das Bild als Motivklingel.
Bestes Beispiel ist, wenn man als Freier mit Bildagenturen arbeitet, und neues Material abgibt, dann nützt das eigenen Fotografen als Motivklingel...
Also was lernen wir daraus?
Nimm Dir ein paar gute Ansichten aus Deiner Gegend, Kalender, Postkarten oder was auch immer und versuche es nachzuschiessen....
Alles ist schon fotografiert, man muss es nur besser oder anders machen....
Wie sagte gestern ein Journalist - Journalismus ist nur ein abkupfern, aus der Recherche etwas neues schaffen...
Versuche doch das gleiche mit der Fotografie....
Viel Erfolg...
Saludos aus dem Süden
Klaus

Andreas H
16.11.2005, 10:07
Ich kann mich den Anderen nur anschließen, Literatur, Auskundschaften der Locations, nimm Dir Zeit und probiere viel aus und versuche ruhig Motive "nachzuschiessen" oder aus anderen Perspektiven festzuhalten. Hier ein Beispiel. Eigenlich nur ein Baum an einer Betonstraße. Ich habe ca. 20 verschiedene Positionen probiert und dabei 2-3 Stunden investiert und weiß selbst noch nicht welches Bild ich mir "aufhängen" werde.

http://www.hazarad.de/IMG_2336.JPG; Canon EOS 5D; 200 mm; 1/80; F 11; ISO 200 und Stativ

Ein Stativ sollte aber dabei sein (siehe Matthias).;)

http://www.hazarad.de/gruesse.jpg

Strohmann
23.11.2005, 09:53
Ich denke, dass es wichtig ist, mit einem stabilen Stativ bei Landschaftsaufnahmen zu arbeiten. Meine Gründe sind, 1. um den Bildausschnitt unverrückbar festzuhalten, 2. um die Kamera mit einer Aufsteck-Wasserwaage im Blitzschuh horizontal auszurichten. Wie oft sieht man einen leicht schiefen Horizont oder das Meer läuft schon aus, die Schiffe/Boote fahren bergauf oder bergab. Und 3. den gleichen Auschnitt mit oder ohne verschiedenen Filtern und verschiedenen (Fest)Objektiven nutzen zu können, um bessere Auswahlmöglichkeiten zu haben.

Besonders wenn man Urlaub hat, sollte man Zeit haben, vorher die Gegend in Ruhe, mit den verschiedenen Lichtstimmungen, verschiedenen Schattenwürfen etc. zu unterschiedlichen Zeiten sich ansehen, das alles ohne Fotogepäck (könnte auch die Familie mit) und nicht mit dem Auto.

Später bei den Aufnahmen habe ich immer noch zusätzlich meine analoge Kamera mit niedrig empfindlichen Diafimen mit. Ganz wichtig ist für mich noch ein separater Belichtungsmesser, womit ich meistens Lichtmessungen mache. Eine Graukarte ist auch immer in der Fototasche vorhanden.
Das Wichtigste ist aber die Zeit, die man haben sollte, um unterschiedliche Lichtstimmungen zu der ausgewählten Zeit einfangen zu können. Wenn das eine tolle Landschaft sein sollte, gehe ich auch schon mal ganz früh, vor Sonnenaufgang los, weil da eine ganz andere Lichtstimung vorhanden ist. Diese Aufnahmen hat man seltener, weil wir doch alle ganz gerne etwas länger schlafen wollen. Aber - übertreiben sollte man das auch nicht.