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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beta-Tester, Versuch einer tiefergehenden Betrachtung



Berszat
23.10.2005, 14:00
Tach auch,

auch wenn manche Leute das nicht mehr hören können oder partout nicht sehen wollen, hier im Forum gehören viele zu den Beta-Testern. Um allerdings so was zu erkennen, muß man sich mal die Mühe einer anderen Sichtweise der Dinge zu eigen machen.

Bei der Entwicklung eines gebrauchsfähigen Produktes gibt’s bekanntermaßen Entwicklungsstufen, verallgemeinert von A0 über A1, A2 bis hin zu An. Das größte Problem bei der Neuentwicklung sind immer die Kosten, mal abgesehen davon, daß man auch eine Idee haben muß oder eine Erfindung o.ä. Konzerne müssen gewinnorientiert arbeiten. Also sind die sehr schnell auf die Idee gekommen, den Kunden die Entwicklung mit finanzieren zu lassen. Nicht nur entsprechend dem klassischen Kalkulationsansatz, wonach sich (vereinfacht) die Kosten eines Produktes aus

-Rohstoff- und/oder Materialbeschaffung,
-Vorfertigung, Veredelung, Endmontage,
-Entwicklungskosten, Fertigungs-/Endkontrolle,
-Werbung u.a. Wasserkopf,
-Verpackung und Versand

zusammensetzen.

Nein, der Kunde finanziert über den Kauf von Produkten der einzelnen Entwicklungsstufen die gesamte Entwicklung mit.

Beispiel
Ich greife mal die Produktreihe D30, D60, 10D und 20D heraus, wobei ich mir schon darüber klar bin, daß es davor und danach Entwicklungsstufen gab bzw. geben wird. Von anfänglich relativ geringen Stückzahlen und sehr hohen Preisen bis heute, wo die Stückzahlen deutlich nach oben zeigen und die Preise gefallen sind. Ketzerisch gesagt waren alle Modelle vor der 20D Betas. Na, ja, vielleicht etwas übertrieben, aber wir leben ja in einer wortgewaltigen Zeit vorschneller Urteile.

Das es weitere Produktlinien, wie die 300 und 350 nach unten, die 1D und 1Ds nach oben gibt, lassen wir mal außen vor. Aber im Prinzip können auch an diesen anderen Produktlinien die einzelnen Entwicklungsschritte mit den dazugehörenden Begleiterscheinungen abgelesen werden.
Wer sich also alle diese Knipskisten in der Reihenfolge ihres Erscheinens gegönnt hat, hat sicherlich seinen Kostenanteil für die Entwicklung beim Hersteller abgeliefert.

Nun leben wir ja in einer spannenden Zeit. Gerade geht das analoge Zeitalter der Fotografie seinem Ende entgegen und die digitale Technik auf dem Gebiet wird immer besser und ist schon (beinahe) Standart. Und wer das hautnah miterleben will, ist schon fast gezwungen, einen Haufen Geld auszugeben, bis er denn endlich ein weitgehend leistungsfähiges Produkt in der Hand hält.

Ich nehme mir an dieser Stelle mal die Freiheit und vergleiche die D30 mit der 20D, auch wenn das vielleicht einen Sturm der Entrüstung hervorrufen wird.
Die D30 hatte 3 MP, kostete 6.495,- DM und der Autofokus, na, ja, lassen wir das. Die 20D sollte demgegenüber hinreichend aktuell und bekannt sein. Ist doch wohl ein Riesenunterschied, der in mehreren kleinen Schritten erzeugt wurde, oder?

Ich beklage mich ja gar nicht.
Das es natürlich im Sinne des Verbrauchers günstiger wäre, mal die eine oder andere Entwicklungsstufe nicht auf den Markt zu werfen, brauchen wir hier nicht diskutieren. Das hatten wir schon bei dem Sprung von der D60 zur 10D und jetzt wieder bei der 1D MII n (und die 1D MII wird gerade mal so ca. 1 ½ Jahre verkauft!!!). Mit all den für den Kunden so häßlichen Begleiterscheinungen, z.B. daß der Marktwert der eigenen Cam rapide sinkt, wenn da gerade mal so ein besseres Upgrade verkauft wird.

Aber wie gesagt, ich beklage mich ja gar nicht. Wir sind alle mündige Menschen und wissen was wir tun und wofür wir unser Geld ausgeben und insbesondere hier im Forum tummelt sich die Avantgarde der digitalen Fotografie ;-))).

Bei anderen Produkten, die schon eine längere Entwicklung hinter sich haben, wie z.B. die Automobiltechnik, ist das nicht so augenfällig. Auch wenn in diesem Sektor gerade die Elektronik rasant Fuß gefaßt hat.
Auf gleichartige Erscheinungen bei anderen Produkten ist schon hingewiesen worden. Ich nenne hier als Beispiel mal die Entwicklung von den Röhren- zu den Flachbildschirmen hin. Über Handys will ich da besser gar nichts sagen. Die können bald auch Kaffee kochen.

Die "Halbwertzeit" bei der Entwicklung oder Veralterung von Prozessoren oder auch Grafikkarten darf man sich in diesem Kontext erst gar nicht antun. Da darf man überhaupt nicht nach vorne schauen. Diese Spirale kann eigentlich nur in einem neuen Urknall enden. Technik und Fortschritt. Ist eigentlich das übergeordnete Thema. Lassen wirs an dieser Stelle mal außen vor.

Ach ja, und mein besonderer Freund Billy Gates, der kann das besonders gut. Windows 3.0, 3.11, 95, 98, 98 SE, ME, XP, um nur die zu nennen, die ich so miterlebt habe. Jede Stufe hat der sich verdammt teuer bezahlen lassen. Früher mußte man nicht jeden Step mitnehmen, bald wird man dazu gezwungen. (Satire an, Tip an Canon: wer keine D20 gekauft hat, kriegt auch keine 5D, Satire aus).

Aber wie gesagt, ich beklage mich ja gar nicht. Scheint nur so zu sein, das man sehr viel Geld ausgeben oder verdammt lange warten muß, bis man etwas halbwegs vernünftig und brauchbar Funktionierendes sein eigen nennt.
Aber wer zu lange wartet .... na, ja, wissen wir.

Man muß diesen Hype ja nicht mitmachen. Ich selbst hab mir "nur" die D30 und 60 sowie anschließend den Aufstieg zur 1D MII gegönnt. Allerdings ist die jetzt auch schon wieder verkauft und ne 5D bestellt. Das wars dann (hoffentlich) für eine längere Zeit. Selbstkritik.

Ach ja, zu dem Thema, wie die Kundschaft im Zuge solcher Entwicklungen als Versuchskaninchen mißbraucht wird und was man dagegen tun kann, schreib ich irgendwann mal in einem separaten Beitrag. Jetzt mach ich erst mal Mittag.

Benutzer
24.10.2005, 09:21
Lacht, guter Bericht oder besser Statement. Das aber ist in jedem Bereich so.


Wichtig aber ist die Feststellung warum das überhaupt so klappen kann seitend der Industrie? Denn, würde diese Politik nicht funktionieren, würden die Hersteller uns gleich mit eine paar Zwischenschritten auslassen und direkt etwas Gescheites in die Hand legen können.

Der Mann ist nun einmal ein Spielkind, udn was für ein Glück für die Industrie, das der Mann sich lt. aller Statistiken am meisten darum kümmert, oftmals im Alleinendscheid.


Da liegt es doch nahe, das Potential so auszuschöpfen wie man es ihm gerne vorwirft: mit Werbung, mit Aussagen, mit Features, die man all gar nicht benötigt doch mit dem einreden mit der Zeit wird das unabkömmlich. Und dann? Dann ist der Wille da zum Neukauf. Es ist erreicht worden was die Industrie erreichen wollte.

Ferner können wenige dem scheinbaren Druck wiederstehen, wenn sie, wie auch hier im Forum sehen, wer schon wieder eine neue Kamera sein eigen nennt. Nur: ich sehe dadurch keine besseren Bilder, das gibt mir zu denken. In diesem Sinne,

auf ins Meeting, Mittag war lang genug;)

VG Roman
unterwegs mit Canon</ href a> (http://www.photospaziergang.de/)

Stefan K.
24.10.2005, 09:46
Man muß diesen Hype ja nicht mitmachen. Ich selbst hab mir "nur" die D30 und 60 sowie anschließend den Aufstieg zur 1D MII gegönnt. Allerdings ist die jetzt auch schon wieder verkauft und ne 5D bestellt.


...aber du machst den hype mit und hast bereits mehr als einen kleinwagen für digikameras hingeblättert. warum?

ich stelle viel eher zur diskussion, warum im analogbereich alle mit dem gearbeitet haben, was geboten wurde (und nebenbei bemerkt auch damit klar gekommen sind)? andererseits gibts jetzt viele selbsternannte tester und profis, welche nicht zu begreifen scheinen, welchen hohen stand der technik wir momentan haben ... das geld dafür geben wir meist freiwillig aus, oder?

vg, stefan

Berszat
24.10.2005, 17:59
...aber du machst den hype mit und hast bereits mehr als einen kleinwagen für digikameras hingeblättert. warum?

ich stelle viel eher zur diskussion, warum im analogbereich alle mit dem gearbeitet haben, was geboten wurde (und nebenbei bemerkt auch damit klar gekommen sind)? andererseits gibts jetzt viele selbsternannte tester und profis, welche nicht zu begreifen scheinen, welchen hohen stand der technik wir momentan haben ... das geld dafür geben wir meist freiwillig aus, oder?

vg, stefan



Hi Stefan,

ne Zeile später habe ich ja Selbstkritik angedeutet.
Tja, warum waren viele mit der analogen Technik zufrieden? Sie war weitgehend ausgereift, das Filmmaterial hervorragend, was wollte man mehr? Die Electronic ist ja z.T. noch abenteuerlich, einschl. dem "Drumherum".
Im Vergleich zu den Anfängen haben wir wirklich einen hohen Stand der Technik erreicht.

Trotzdem fehlt da immer noch ein Quentchen, was man besser machen könnte ...

Manche Sachen sind auch einfach ne Zumutung, z.B. daß ich in einer Cam für damals 6,5 kDM keine Sucherscheiben austauschen konnte (D30). Oder heute in der 5d die Multispotmessung vermisse (hab sie jedenfalls in den Datenblättern noch nicht gefunden).
Beides Dinge, die z.B. in einer OM4 in den 80-ern Stand der Technik für 1.200 DM war. Da stellt sich mir immer die Frage nach der Preis- und Modellpolitik dieser Häuser aus Fernost.
Das jemand "schockiert" ist, wenn er vignettierte Ecken oder gar Ränder bei WW und Offenblende findet, oder andere "Testergebnisse" -nun da hab ich auch gequält gelächelt.
Das ist aber auch die oft durch die Werbung geweckte Erwartungshaltung und die angedeuteten (versprochenen) Eigenschaften und Qualtäten, die dann nicht eingehalten werden, weil sie nicht einzuhalten sind.

Christian Lütje
24.10.2005, 18:29
Es stimmt schon, was du sagst. Aber man muss die ganzen technischen Neuerungen ja nicht mitmachen, ich bin ganz zufrieden mit meiner 10D, sie funktioniert ordentlich, ist noch nicht "abgestürzt" und liefert sehr schöne Fotos. Als Beta-Tester würd ich mich da nicht bezeichnen.

Letztendlich hat es ja auch gute Seiten, wenn die Herstelller "gezwungen" sind, ständig neue Produkte auf den Markt zu werfen, denn dann wird auch die Entwicklung forciert.
Wenn man an jedes Produkt NASA-Standards in Sachen Zuverlässigkeit und Robustheit fordert, dann würden heute in unseren PCs irgendwelche MIL-Prozessoren von 1975 mit 40 MHZ schlagen, die dann aber mit der richtigen Software garantiert nicht abstürzen. Dafür würde dann ne kleine Tonwertkorrektur bei nem Bild aus der 1Ds in Photoshop wahrscheinlich ne halbe Stunde dauern.

Und sogar ich habe in meinem jugendlichen Alter schon erkannt, dass zwischen Werbeaussagen und der Wirklichkeit manchmal eine nicht unerhebliche Lücke klafft.

Also, so lange meine 10D geht und nicht eine echte Alternative mit wirklich nützlichen neuen Funktionen auf den Markt kommt, werde ich sie behalten und hab Spass am Fotografieren.

Grüße
Christian

P.S. Warum Canon nun wieder eine 1D Mark2 N rausgebracht hat, hat sich mir noch nicht ganz erschlossen, ausser ein paar kleinen kosmetischen Änderungen ist ja das Meiste gleich geblieben. Canon sollte mal wieder etwas mehr an den wirklich relevanten Funktionen arbeiten. Soweit ich weiss, hat das AF-System der 1er auch schon einige Jahre auf dem Buckel...

Berszat
24.10.2005, 18:48
Es stimmt schon, was du sagst. Aber man muss die ganzen technischen Neuerungen ja nicht mitmachen, ich bin ganz zufrieden mit meiner 10D, sie funktioniert ordentlich, ist noch nicht "abgestürzt" und liefert sehr schöne Fotos. Als Beta-Tester würd ich mich da nicht bezeichnen.

Letztendlich hat es ja auch gute Seiten, wenn die Herstelller "gezwungen" sind, ständig neue Produkte auf den Markt zu werfen, denn dann wird auch die Entwicklung forciert.
Wenn man an jedes Produkt NASA-Standards in Sachen Zuverlässigkeit und Robustheit fordert, dann würden heute in unseren PCs irgendwelche MIL-Prozessoren von 1975 mit 40 MHZ schlagen, die dann aber mit der richtigen Software garantiert nicht abstürzen. Dafür würde dann ne kleine Tonwertkorrektur bei nem Bild aus der 1Ds in Photoshop wahrscheinlich ne halbe Stunde dauern.

Und sogar ich habe in meinem jugendlichen Alter schon erkannt, dass zwischen Werbeaussagen und der Wirklichkeit manchmal eine nicht unerhebliche Lücke klafft.

Also, so lange meine 10D geht und nicht eine echte Alternative mit wirklich nützlichen neuen Funktionen auf den Markt kommt, werde ich sie behalten und hab Spass am Fotografieren.

Grüße
Christian

P.S. Warum Canon nun wieder eine 1D Mark2 N rausgebracht hat, hat sich mir noch nicht ganz erschlossen, ausser ein paar kleinen kosmetischen Änderungen ist ja das Meiste gleich geblieben. Canon sollte mal wieder etwas mehr an den wirklich relevanten Funktionen arbeiten. Soweit ich weiss, hat das AF-System der 1er auch schon einige Jahre auf dem Buckel...



ja, nee, is klar, ich bewundere auch immer die Leute, die bei irgendeinem Stand der Technik kaufen, sich die Cam zu eigen machen, einschl. evtl. "Macken", und damit dann zufrieden längere Zeit gut auskommen.
Bei vielen anderen ist das Gegensatz dazu manchmal eine endlose und teure Suche. Vielleicht ist da der Weg das Ziel ;-))) Ich für mich hab beschlossen, die 5D zu probieren und wenn das schief geht hol ich mir wieder die 1D MII. Im Moment geht das so mit relativ geringen Verlusten.
Zum AF: Im direkten Vergleich zwischen meiner alten D60 und der MII, da liegen Welten. Beim AF der MII könnte man allenfalls bei sehr kontrastarmen Motiven noch was verbessern.

Detlev Rackow
24.10.2005, 18:57
was war daran neu?

Hattest Du Einsichten, die andere hier nicht hatten?

Hattest Du eine Lösung, die noch nicht da war?

Hattest Du ein Gegenmittel?

Oder eine Perspektive?

Oder...


...



...



...


nur einfach Langeweile?

Sorry, aber ich hatte mir bei der Länge und bei der Ankündigung mehr versprochen.

Detlev

Christian Ohlig
24.10.2005, 19:28
Also die These, alle Vorläufermodelle zur EOS 20D zu Betamodellen zu erklären, ist glaube ich nicht diskussionswürdig. Eigentlich ist eine Betaversion ja die noch nicht entgültig fertiggestelte Version einer Software. Insofern ist es ziemlich übertrieben, so etwas auf mehrere Gerätegenerationen übertragen zu wollen. Genau abwegig wäre es, alle vorhergehenden Versionen des VW Golf als breitangelegten Feldversuch und Langzeittest betrachten. Wer definiert denn eigentlich, wann dieses Betastadium beendet ist?
Ich verstehe auch nicht, warum hier kritisiert wird, dass Canon eine EOS 1D MKIIN gebracht hat. Was bitte ist daran falsch. An der Kamera wurden Kleinigkeiten geändert, die sich inzwischen zum Standart entwickelt hatten (z.B. Display). Canon verkauft die Kamera ja nicht als die größte Innovation aller Zeiten, sondern zeigt schon im Namen, dass es sich um eine Modellpflege handelt.
Auch finde ich die Anspruchshaltung vieler User hier im Forum wirklich inkonsequent. Einerseits soll Canon ständig innovative Produkte auf den Markt werfen. Wenn man aber viel Geld für ein solches Produkt ausgegeben hat, soll Canon bitte sofort seine Weiterentwicklung einstellen, um den Gebrauchtpreis des gerade erworbenen Artikels möglichst lange hoch zu halten und bitte kein Nachfolgemodell auf den Markt bringen, oder was?
Canon ist ein Wirtschaftunternehmen. Und in erster Linie will dieses Unternehmen so viel Gewinn machen, wie möglich. Kein Elektronikhersteller kann darauf achten, dass seine Produkte möglichst lange wertstabil sind. Das wäre nur bei einem relativ statischen Markt so, bei dem es kaum Innovationen gibt und sich Nachfolgemodelle nicht stark von den Vorgängern unterscheiden. Und der Elektronikmarkt ist nun einmal nicht statisch. Zum Glück.
Mir ist es echt völlig egal, wenn Canon eine EOS 1D MKII N heraus bringt, dadurch wird meine Kamera ohne N nicht schlechter. und als Wertanlage investiere ich in andere Dinge. Dafür habe ich mit der "alten MK II" aber schon 1,5 Jahre fotografiert.
Ich bin froh, dass die Industrie mir immer die neuste Technik anbietet und ich entscheiden kann, ob ich das haben will und ob ich mir das leisten kann. Es wird ja niemand dazu gezwungen, sich etwas zu kaufen. Und jeder kann entscheiden, ob die angebotene Technik für seine Zwecke ausreicht. Und dass sehr laaaaaange Produktionszyklen in einem so dynamischen auch kein Garant für Preisstabilität sind, kann man am Gebrauchtwert der D100 sehen.

GymfanDE
24.10.2005, 19:38
ich stelle viel eher zur diskussion, warum im analogbereich alle mit dem gearbeitet haben, was geboten wurde (und nebenbei bemerkt auch damit klar gekommen sind)?Haben sie das? Einerseits konnte man damals eines der wichtigsten bildgebenden Elemente, nämlich den Film, auswechseln, und damit ohne große Investition an der Entwicklung teilhaben.

Und andererseits wird es auch damals schon Leute gegeben haben, die Ihren Body nach 1-2 Jahren durch einen besseren ersetzt haben. Man fängt halt meist "klein" an, weil mehr nicht finanzierbar scheint. Wenn man die Kamera dann aber ausnutzt und an ihre Grenzen stößt, wird das Geld gesucht :).


Die 20D sollte demgegenüber hinreichend aktuell und bekannt sein. Ist doch wohl ein Riesenunterschied, der in mehreren kleinen Schritten erzeugt wurde, oder?Und ich persönlich bin heilfroh, daß Canon diese vielen und schnellen Zwischenschritte auf den Markt gebracht hat. Warum sollte Canon den technischen Forschritt zurückhalten, nur, damit der "arme" Besitzer einer älteren Kamera nicht unter dem virtuell höheren Gebrauchtpreisverlust leiden muß? Wer mit seiner "alten" Kamera zufrieden ist, erfährt auch keinen einzigen Cent Verlust (er verkauft ja nicht). Und wer nicht zufrieden ist, der ist heilfroh über die Neuerung und betreit, dafür den Wertverlust hinzunehmen.

Gruß Bernhard

Martin Reiner
24.10.2005, 22:35
Es gibt ja eine sehr einfache Lösung des "Problems".

Nicht kaufen.

Die Entwicklung der Digitalkameras habe ich über einige Jahre hinweg verfolgt und mir immer mal wieder welche ausgeliehen, mir aber nie eine gekauft, weil ich sie lange Zeit nicht wirklich überzeugend fand.

Irgendwann war's dann soweit und ich habe mir eine F717 gekauft, um digital für mich auszuprobieren. Diese Kamera wird heute noch benutzt.

Schnell stellte ich fest, dass mir digital zwar sehr gut gefällt, ich aber beim der aktuellen Qualität der elektronsiche Sucher nicht auf die gewohnte Spiegelreflextechnik verzichten wollte. Mein Preislimit war 1000 Euro und als die 10D gebraucht für dieses Geld zu haben war, habe ich sei mir gekauft (hatte davor schon eine EOS Ausrüstung und eine 300D wäre für mich ein viel zu großer Kompromiss gewesen).
Durch crop 1,6 hat u.a. ein Standardzoom gefehlt und ich habe ein Jahr lang auf ein solches gewartet. Es kam nichts, was mich überzeugt hat und da ich mich auch über recht viele Sachen aufgeregt hatte habe ich dann kosequenterweise das ganze System gewechselt. Das hat nicht mal nennenswert was gekostet.

Ja, und das habe ich jetzt seit fast einem Jahr und ich habe auch nicht vor, mir in nächster Zeit etwas neues zu kaufen. Es funktioniert ja heute immer noch so gut wie vor einem Jahr.

Verbesserungspotential kann ich noch in vielerlei Hinsicht erkennen, ich halte das Bayer Konzept + AA Filter für eine Notlösung, elektronische Verschlüsse finde ich interessant, vielleicht kann man den Klappspiegel durch ein Prisma oder einen hochauflösenden EVF ersetzen, die Auflösung kann sicherlich auch noch besser werden, ein live Bild auf einem Schwenkdisplay empfände ich als großen Fortschritt und noch so einiges andere mehr.

Von daher wird auch die jetzige Kamera _irgendwann_ einen Nachfolger finden. Mit Sicherheit werde ich mir aber nicht alle 12 Monate was neues kaufen, nur weil das neueste Modell in einigen wenigen Punkten etwas besser ist als das alte.

Früher habe ich rund 300 € im Jahr für Filme ausgegeben. In dieser Größenordnung sehe ich auch mein budget für digitale Kameragehäuse.

Martin

PS: Eine kleine digitale für die Hosentasche nach meinem Geschmack und ohne zuviele Kompromisse machen zu müssen habe ich bis heute nicht gefunden und daher bis heute auch noch keine gekauft.

Rüdiger Bartz
25.10.2005, 00:18
In meinem Umfeld sehe ich immer mehr Kollegen, die den Digitalhype auf "quick and ditry" für Alltagsjobs begrenzen. Sie bevorzugen für "Photos" Leica (wg.den wahrscheinlich besten Festbrennweiten), Hasselbad oder sonstige MF (wg. Schärfe und Tonwertumfang), Sinar oder andere GF (wg. den mit KB und MF nicht möglichen Schwenkmöglichkeiten und einer nochmals schärferer Bildwiedergabe). Ebenso geht für "Photos" der Weg wieder ins eigene Labor. TintenstrahlPHOTOdrucker bringen zwar mit Dyetinten im ersten Eindruck einen photorealistischen Effekt, bleichen jedoch nach kurzer Zeit unweigerlich sichtbar aus. Pigmenttintendrucker bieten zwar die beste Farbbeständigkeit, bedienen aber nur einen Farbraum zwischen cmyk und Photopapier. Hochglanz ist nur mit Abstrichen machbar (Broncing-Effekt). Der Metamerieeffekt ist anscheinend nicht lösbar. Das ist mein Status quo zur heutigen Situation der hybriden Photographie.

Gruß Rue

ehemaliger Benutzer
25.10.2005, 12:54
... Ebenso geht für "Photos" der Weg wieder ins eigene Labor. TintenstrahlPHOTOdrucker bringen zwar mit Dyetinten im ersten Eindruck einen photorealistischen Effekt, bleichen jedoch nach kurzer Zeit unweigerlich sichtbar aus. Pigmenttintendrucker bieten zwar die beste Farbbeständigkeit, bedienen aber nur einen Farbraum zwischen cmyk und Photopapier. Hochglanz ist nur mit Abstrichen machbar (Broncing-Effekt). Der Metamerieeffekt ist anscheinend nicht lösbar. Das ist mein Status quo zur heutigen Situation der hybriden Photographie.

Gruß Rue

Existiert dieser Metamerie-Effekt noch oder nicht? Nach Canon anscheinend nicht mehr - oder doch?
<a href='http://www.canon.de/about_us/news/solutions_business_news/large_format_systeme/cbs_plo_de_04_07_2003.asp' target='_blank'>Metamerie-Effekt</a>

Und jetzt gibt es ja noch neuere Modelle wie den W6400D.
Wer hat praktische Erfahrung damit und kann die Printergebnisse bewerten?

Elisa Kern
06.11.2005, 16:10
Kein Problem damit. Seit ich mit MS-Produkten arbeite, bin ich nur noch Betatesterin und werde es die nächsten 50 Jahre auch bleiben. Alles "Bananenprodukte" (reift beim Kunden.)

Gruss Elisa