PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 50mm F0,95



akastylez
19.12.2005, 10:06
Bei Ebay habe ich folgendes gefunden:

http://cgi.ebay.de/CANON-7-CANON-0-95-50_W0QQitemZ7573585831QQcategoryZ26844QQrdZ1QQcmdZ ViewItem

Wie kann ein Objektiv denn eine größere Blende als F1 haben??


Mfg
Sebastian

Denny Priebe
19.12.2005, 10:11
> Wie kann ein Objektiv denn eine größere Blende als F1 haben??

Salopp formuliert: das Loch vorne ist größer als die Brennweite.

Gruß, Denny

akastylez
19.12.2005, 10:23
Bringt denn das dann von der Lichtstärke überhaupt mehr? Ich dachte immer größer als F1.0 geht nicht...?!

Denny Priebe
19.12.2005, 10:48
> Ich dachte immer größer als F1.0 geht nicht...?!

Unter 0.85 brauchst Du hinten eine Sonnenbrille ;-)

Nein, Spaß beiseite. Konstruktionsbedingt gibt es wohl eine Grenze nach unten (kleiner als 1.0), wo diese genau liegt, wurde hier irgendwann besprochen. Ich finde es gerade leider nicht. Aber dazu sollen sich lieber Leute äußern, die sich in der Optik besser auskennen als ich.

Gruß, Denny

Micha67
19.12.2005, 10:53
Bringt denn das dann von der Lichtstärke überhaupt mehr? Ich dachte immer größer als F1.0 geht nicht...?!Es geht - theoretisch - mit refraktiven Optiken bis etwa f/0.5. Dies würde dann allerdings eine extrem schlechte Korrektur aufweisen. Zu den höchst geöffneten Objektiven gehörte das Zeiss Planar 50mm f/0.7, gebaut für Fotos von der unerleuchteten Mond-Rückseite - und für Filmarbeiten im Kerzenlicht von Stanley Kubrick.

Denny Priebe
19.12.2005, 11:02
> Aber dazu sollen sich lieber Leute äußern, die sich in der Optik besser
> auskennen als ich.

Ist ja soeben geschehen, wie ich sehe :-)

Das hier (http://www.naturfotograf.com/need_speed00.html) habe ich noch gefunden.

Gruß, Denny

Alex K.
19.12.2005, 11:43
die Tiefenschärfe macht wahrscheinlich wenig Freude..

akastylez
19.12.2005, 11:53
Ich danke ;-) man lernt ja nie aus!

Mfg

akastylez
19.12.2005, 11:54
die Tiefenschärfe macht wahrscheinlich wenig Freude..

Nicht wirklich....:D

Sebel
19.12.2005, 15:08
Nur mal so als Info: das Canon 50mm f/0.95 wurde 1961 vorgestellt.

Bernie
19.12.2005, 17:00
Es geht - theoretisch - mit refraktiven Optiken bis etwa f/0.5. Dies würde dann allerdings eine extrem schlechte Korrektur aufweisen.

Stimmt. Sogar genau 1:0,5 ist die Grenze. Dabei würden - theoretisch - die äußeren Flächen der Front- und Hinterlinse Schnitte der gleichen Kugel sein. Die Hinterlinse würde ferner unweigerlich die Bildebene berühren.
Im Innern der Kugel ist dann für Korrekturmaßnahmen wirklich nicht viel Platz.

Übrigens ist die Lichtstärke 1:0,7 - was eine Blendenstufe lichtstärker als 1:1 ist - durchaus alltäglich. Ich wette, jeder von uns hat schonmal in so eine Linse reingeschaut. Viele Amis benutzen solche Linsen auch gern, um ein Selbstportrait ihres Hinterteils zu machen...
Da Objektive in (normalen schwarzweißen) Fotokopierern mit einfarbigem Licht arbeiten, und die chromatischen Abbildungsfehler daher nicht korrigiert werden müssen, ist solch ein Objektiv selbst bei hoher Lichtstärke sehr einfach aufgebaut. Die durchschnittliche Lichtstärke für Fotokopier-Objektive ist 1:0,7. Und trotzdem sind die Teile bis in die Bildecken knackscharf...

Gruß
Bernd

Micha67
20.12.2005, 14:18
Stimmt. Sogar genau 1:0,5 ist die Grenze. Dabei würden - theoretisch - die äußeren Flächen der Front- und Hinterlinse Schnitte der gleichen Kugel sein. Die Hinterlinse würde ferner unweigerlich die Bildebene berühren.
Im Innern der Kugel ist dann für Korrekturmaßnahmen wirklich nicht viel Platz.Nun ja, Spezialfälle, wie Immersionsmedien, komplex aufgebaute Linsensysteme, geringe Bildweiten können noch genutzt werden, um das f/0.5-Limit noch zu knacken. Die Lichtmikroskopie erreicht mit grünem Licht (500 nm)und Immersionsobjektiven ohne exzessive Tricks Auflösungen bis 250 nm, entsprechend 4.000 lp/mm. Dies entspricht der Beugungs-Limitation von etwa f/0.4 (bezogen Abbildung in Luft). Anders wären auch in der Computertechnologie mit optischer Immersionslitographie die 65 nm Prozesse mit 15.000 lp/mm (geplant sind bis 2007 gar 45 nm Prozesse mit 22.000 lp/mm) mit 193 nm Argonfluorid-Lasern kaum möglich, da hier die Beugungs-Limitation eine Öffnung von mindestens f/0.35 (bezogen auf Abbildung in Luft) verlangt. Bei gleichem Licht und 45 nm-Prozess wären es gar unter f/0.25 (bezogen auf Luft). Klar entfällt hier ein Hauptteil des "Öffnungseffektes" auf die Immersionsmedien (Wasser mit n=1,33 reicht im Verbund mit Objektiven der numerischen Apertur von 1,3 für den 65 nm-Prozess) oder auf Spezialmedien (Öl mit n=1,51 oder gar spezielle Schichten mit n>1,6 für 45 nm-Prozess).


Viele Amis benutzen solche Linsen auch gern, um ein Selbstportrait ihres Hinterteils zu machen...
:D :D :D

Bernie
20.12.2005, 17:42
Moin Micha,

bei Mikroskopie und Immersion muß ich passen... Mir leuchtet aber ein, daß bei kohärentem Licht andere Limits gelten.
Erinnert mich an unsere Diskussion am Ende dieses Threads:
http://www.digitale-slr.net/showthread.php?t=452771&page=1&pp=10

Gruß
Bernd

Micha67
20.12.2005, 20:25
Mir leuchtet aber ein, daß bei kohärentem Licht andere Limits gelten.Die Kohärenz hilft dabei weniger, sehr wohl aber die monochrome Bildgebung: keine CA´s - weder longitudinal noch transversal - welch ein Traum. Übrigens: diesen Vorteil kann man sich auch in der normalen DSLR-Fotografie gönnen: man nehme einen relativ schmalen Bandpassfilter und wandle das Bild nachher in S/W. So manche flaue Optik-Gurke oder hochgeöffnete Konstruktion schwingt sich damit zu ungeahnten Höhenflügen auf.


Erinnert mich an unsere Diskussion am Ende dieses Threads ...Ups, ja stimmt! Ich habe mich wiederholt.

kathala
21.12.2005, 17:46
aaaahja. Dann geh ich jetzt mal Öl kaufen

;)
ne, mal ernsthaft, sieh dir mal mein Profil an (*schleichwerb*), ich habe selbst ein 65/0.75 im Einsatz, allerdings auch nur für ganz wenige Experimente.

Julius Pirklbauer
24.12.2005, 14:54
hab mal im guinessbuch der rekorde gelesen, lichtstärkstes objektiv f0,75..... aber das scheint ja überholt ;-)

war nur mein senf.

vG Julius

kathala
25.12.2005, 17:06
Fotografisch ist es das bekannte 50/0.70 von Zeiss. Aber im mikroskopie- und wissensch. Bereich gibt es sicher noch deutlich stärkere, wie beschrieben.

schmittikin
26.12.2005, 11:07
Was noch keiner geschrieben hat, hier als Nachtrag und zur Erklärung: Die Zahl rührt einfach von einem Rechenvorgang. Früher hieß es satt 1:x f:x, also Brennweite zu einer Zahl. Die Rechnung ist sehr einfach. Ein Objektiv f=50 mm/ 1:2,0 hat eine Linsen(Blenden)öffnung von 50:2=25 mm. Ein Objektiv f=100mm/1:2 hat demnach 50mm Öffnung usw. Das Objektiv mit 50mm/1:0,5 muss demnach eine doppelt so große Öffnung wie die Brennweite haben, mithin 100 mm.
Tschuldigung für den Oberlehrer, wollte ich aber nicht raushängen :-)
Gruß
Wolfgang

Julius Pirklbauer
26.12.2005, 13:50
@schmittikin

Das ist eine super erklärung! genau das wollten glaub ich viele hören, ich habs nicht gewusst. Bin jetzt wieder ein bischen schlauer :-)
danke!

vG Julius