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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verschlußzeiten Tierfotografie - 300/600mm



Eckhard Schreiber
05.01.2008, 00:36
Ich habe folgendes festgestellt:

Bei meinem 300er/2,8 ohne Konverter hab ich wesentlich mehr scharf
Fotos bei 1/125 und F4 als bei Einsatz mit 2-fach-Konverter 1/125 und
F 5,6 - F 7,1.

Führt die Bewegung des zu fotografierenden Objekts (Vogel, Reh, Hase usw.) bei
300 mm und gleicher Entfernung zum Objekt (und Belichtungszeit) wie bei 600mm, zu weniger Verwacklung ?

Muß ich beim 600er trotz Stativ höhere Belichtungszeiten wg. der Bewegung
der Vögel als beim 300er wählen ?

Bei Vögeln die sich sehr ruhig verhalten wie z.B. den Rotkehlchen sind
meine Aufnahmen mit dem 300x2-fach-Konverter immer knackscharf.

zuendler
05.01.2008, 01:45
kann in dem fall ja nur an verwacklung liegen.
oder gehst du vom gleichen abstand aus? unschärfen bei halber brennweite sind natürlich auch nur halb so deutlich.
naja, aber du hast dir die antwort auch schon selbst gegeben. du brauchst auf lange brennweiten kürzere zeiten. 1/125 ist nicht viel für einen zappelnden vogel auf einem schwankenden ast.

Micha MTL
05.01.2008, 10:42
wie ich dich verstehe, meinst du hier nicht die eigene verwackelung, die möglicherweise durch die längere brennweite entsteht.
du meinst, ob das selbe objekt bei verlängerung der brennweite auch kürzere verschlußzeiten bedarf, um scharf abgebildet zu werden?

eigentlich sprach man ja immer vom reziprok der brennweite, um noch scharf aus der hand abbilden zu können.
wenn nun aber das objektiv stabil montiert ist, dürfte ja theoretisch die brennweite unabhängig von der verschlußzeit sein, wenn die gewählöte verschlußzeit von vorherein bereits schnell genug für das zu fotografierende ist, oder habe ich einen denkfehler :confused:

Christoph Hemker
05.01.2008, 12:33
Theoretisch stimmt das. Welches Stativsystem nutzt du denn?

Eckhard Schreiber
05.01.2008, 18:48
Ich benutze ein uraltes Stativ aus vermutl. Gußeisen. Unheimlich schwer aber auch stabil. Ein Fabrikat steht gar nicht drauf.

Ich gehe davon aus, daß die Kamera nicht verwackelt.
Ich frage mich halt ob die Bewegungen der fotografierten Vögel
bei 600mm Brennweite zu größerer Verwacklung führen als
bei 300 mm Objektiv.
Der Abstand von der Kamera zu Sitzplatz der Vögel ist immer gleich.

Neben der Verschlußzeit spielt natürlich auch die Blende eine Rolle.
Bei gleicher Blende ist die Tiefenschärfe bei 600 mm natürlich
wesentlich geringer als bei 300 mm Objektiv.

Welche Tiefenschärfe erreiche ich bei 8 m Abstand, EF300/2,8+2-Fach-Konverter
bei Blende 5,6 ?
Da die Tiefenschärfe wesentlich geringer ist als bei 300 mm reicht eine falsche
Bewegung des Vogels ggf. schon um sich aus dem Tiefenschärfebereich
herauszubewegen.

Beim Croppen in Photoshop der Bilder mit dem 300er ohne Konverter
auf die selbe Größe wie die Bilder mit 2-fach Konverter habe ich den
Eindruck, daß die Tiefenschärfe trotz Software-Crop größer ist.
Kann dies sein ?

Insbesondere mit dem 300er und F2,8 kommt es auch schnell mal
zu Unschärfe durch Bewegung der Vögel.
Wahrscheinlich hab ich die Probleme mit 600mm eher bezügl. der
Tiefenschärfe als bezügl. der Verschlußzeiten - oder beides.

Experten gesucht die einem Nicht-Techniker die Zusammenhänge
in einfachen Worten erklären können.

Vielen Dank schon mal.

catweazl
05.01.2008, 19:15
Bzgl. Tiefenschärfe klick einfach hier (http://www.click-fototours.de/hilfen/tiefenschaerfe.htm)

Zu Deinem Unschärfeproblem läßt sich ohne entsprechende Beispielbilder kaum was sagen.

Gruß
Stefan

Onkel Tom
05.01.2008, 19:52
Hallo Eckhard,

Ich benutze ein uraltes Stativ aus vermutl. Gußeisen. Unheimlich schwer aber auch stabil. Ein Fabrikat steht gar nicht drauf.
Ich gehe davon aus, daß die Kamera nicht verwackelt.Habe auch schon mal gedacht, aber es war nicht so. Seit dem benutze ich mit dem 600-er immer SVA und Kabelauslöser. Z.Zt. baue ich mir sogar aus einem alten Fotostativ einen zusätzlichen Verwacklungsdämpfer nach dem Burzinsky Prinzip.


Ich frage mich halt ob die Bewegungen der fotografierten Vögel
bei 600mm Brennweite zu größerer Verwacklung führen als
bei 300 mm Objektiv.Die Bewegungsunschärfe wird sicherlich deutlicher.


Welche Tiefenschärfe erreiche ich bei 8 m Abstand, EF300/2,8+2-Fach-Konverter
bei Blende 5,6 ?Hier sind einige sehr gute Tabellen zum nachrechnen, oder zur Einschätzung.
http://www.dforum.net/showthread.php?t=509234&highlight=excel+tabelle


Beim Croppen in Photoshop der Bilder mit dem 300er ohne Konverter
auf die selbe Größe wie die Bilder mit 2-fach Konverter habe ich den
Eindruck, daß die Tiefenschärfe trotz Software-Crop größer ist.
Kann dies sein ?Klar! Die Aufnahme ist mit 300 mm aufgenommen worden und nicht mit 600! Bei der Vergrößerung ändert sich die Tiefenschärfe nicht.

Eckhard Schreiber
05.01.2008, 20:42
Vielen Dank für die Links zu den Tiefenschärferechnern.
Ich hab nochmal die Entfernung bis zu Vogelhaus / Anflugast gemessen.
Es waren 6 m.

Bei 600mm und F5,6 ist der Tiefenschärfebereich nur 2 cm.
Bei manch einem Singvogel ist der Schnabel schon so lang.
Jetzt wird mir klar, daß nur die völlig still sitzenden Vögel da
scharf sind wo sie es sein sollen. (Schnabel u. Auge)

Bei 300mm und F4 ist der Tiefenschärfebereich schon 6 cm.
Ausreichend für fast jeden Singvogel.

Lt. Tiefenschärferechner verändert sich bei 600mm erst ab F11 die
Tiefenschärfe auf 4 cm.
Allerdings hab ich hier meine Zweifel wenn ich mir die guten Fotos mit
F8 und 600 mm anschaue.

(Ich hab diesen Tiefenschärferechner benutzt http://www.click-fototours.de/hilfen/tiefenschaerfe.htm

kk3
08.01.2008, 02:27
Ich würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es Verwackelungsunschärfen sind. Trotz Stativ und gutem Kopf hat man bei so langen Brennweiten (500 bzw. 600mm) bei 1/125 sek. viel Ausschuss. Ein IS hilft da ein wenig.

Teste doch mal mit Spiegel-Vorauslösung (CF-Funktion 12) und Selbstauslöser (Dann fällt die Kameraseitige Verwackelung weg.) gegen normale Auslösung mit Finger an der Kamera und ohne Spiegel-Vorauslöusung. Ich denke, das bringt deutliche Erkenntnisse.

Ich findes es machmal erschreckend, wie stark ich selbst bei 1/500 sek + gutem Stativ + IS noch wackeln kann...
;-)

PUWS
08.01.2008, 04:31
Führt die Bewegung des zu fotografierenden Objekts (Vogel, Reh, Hase usw.) bei
300 mm und gleicher Entfernung zum Objekt (und Belichtungszeit) wie bei 600mm, zu weniger Verwacklung ?

Muß ich beim 600er trotz Stativ höhere Belichtungszeiten wg. der Bewegung
der Vögel als beim 300er wählen ?

Hallo Eckhard

wenn ich Dich richtig verstanden habe, fotografierst Du einmal mit Konverter und einmal ohne Konverter vom selben Platz aus und hast zum Schluß quasi ein Bild, auf dem der Vogel formatfüllend ist (mit 600mm) und ein Bild, auf dem der Vogel nur das halbe Bild ausfüllt (300mm). Wenn Du Dir beide Bilder in 100% anschaust, erscheint der mit 600mm aufgenommene verwackelter als der mit 300mm?

Dazu hätte ich folgenden Erklärungsversuch: Wenn du bei 300mm z.B. 20cm des Astes (in der Breite des Bildes) auf Deinem Bild hast, würdest Du mit 600mm nur noch 10cm draufbekommen, jeder mm des Astes nimmt also auf Deinem Bild doppelt so viele Pixel ein wie mit 300mm. Wenn sich der Vogel also während Deiner Belichtung um einen mm bewegen würde, hättest Du auch doppelt so viele Pixel Bewegungsunschärfe bei 600mm wie bei 300mm.
Wenn Du das Bild bei 600mm also am PC auf die Hälfte runterrechnen würdest, müßte das Bild dann wieder ähnlich scharf sein wie das bei 300mm.
Auch sollte kein Unterschied zu sehen sein, wenn Du beide Vögel in gleicher Größe ausdruckst, da hier nur die Menge des Verwackelns relativ zur Objektgröße entscheidend ist, und die ist ja bei gleicher Belichtungsdauer gleich.


Bei Vögeln die sich sehr ruhig verhalten wie z.B. den Rotkehlchen sind
meine Aufnahmen mit dem 300x2-fach-Konverter immer knackscharf.Daran erkennst Du, daß es an der Bewegung der Vögel liegen muß und nicht an Deinem Stativ, sonst wären auch diese verwackelt.

Sollten meine Überlegungen falsch sein, so korregiert mich bitte

Gruß Peter

Eckhard Schreiber
08.01.2008, 23:20
Ich beschneide das Bild welches mit 300mm Brennweite aufgenommen wurde so,
daß ich den gleichen Ausschnitt sehe wie bei dem Bild mit 300er+2-fach-Konverter.
Das Hauptproblem ist sicherlich die geringe Tiefenschärfe bei 600mm.

Das es sich nicht um Verwacklung durch instabiles Stativ handelt sehe ich daran,
daß die Füße der Vögel oftmals scharf sind. (wenn darauf fokusiert wurde)