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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Konverter-Lösungen - warum eigentlich nicht anders ?



HKO
07.03.2008, 16:55
Was ich mich schon oft gefragt habe: warum baut eigentlich kein Hersteller Konverter zum Schrauben vor eine Optik ? Dies gibts aktuell nur für Consumer-Modelle, dies aber sicher systembedingt, da man ja die Optik nicht wechseln kann. Es gab aber schon ähnliche Lösungen, z.B. in Form der langbrennweitigen Leica-Telyte, wo die Gesamtoptik aus 2 Modulen zusammengesetzt wurde oder auch bei Novoflex. Klar ist verständlich, daß ein Vorsatzobjektiv eine noch weitere Öffnung als das eigentliche Objektiv haben muß, was eine solche Lösung bei hochlichtstarken Brennweiten wie z.B. einem 2.8/400 kaum gangbar erscheinen läßt. Aber z.B. bei einem 4/300 oder einem 5.6/400 würde eine 2x - Vorsatzoptik, da sie ja die Lichtstärke nicht verändern würde, doch sehr interessant sein, auch wenn die Frontlinse dann 120 mm Durchmesser hätte und so ein Vorsatz sicher auch schwer und groß dimensioniert sein müßte.
Mich wundert das Fehlen solcher Angebote vor Allem deshalb, weil die hinteren Konverter ja alle daran kranken, daß sie ja praktisch nur eine Ausschnittsvergrößerung machen, was immer zu erheblichen Qualitätsverlusten gegenüber der Qualität des Ausgangsbildes führen muß. Dies wäre mit einer hochqualitativen Vorsatzoptik weit besser zu kontrollieren - oder mache ich da einen Denkfehler ?

Thomas Brocher
07.03.2008, 18:05
Theoretisch haste sicher Recht, nur ist der Markt sehr dürftig.
Nur für ein 4/300 und ein 5,6/400? Da lohnt sich sowas doch kaum, zumal die sicher auf höherem Preisniveu eines normalen Konverters sein dürften. Allein schon wegen der riesigen Linsen im Verhältnis zum Konverter.
Wenn sie dann solche Dinger in 58mm bauen für die kleinen Tele, dann dürften diese Objektive das kaum mechanisch mitmachen. Da denke ich mal an ein 55-250 oder 70-300, da dreht sich ja sogar noch die Frontlinse mit. Wenn da solch ein Glasklotz dran hängt, schafft das sicher der AF kaum.

Nightshot
07.03.2008, 18:10
Mit den 120mm Durchmesser hast noch vorsichtig geschätzt, aber wenn man bedenkt, dass der Vorsatz mindestens ein Dreilinser sein muss, dann kostet der gleich mal gute 1000 Euro und wäre nur an einem eingzigen Objektiv einsetzbar. Wirtschaftlich sind die Absatzzahlen wohl nicht so rosig.
Technisch gibt es auch noch ein Problem. Mit dem Vorsatz ändert sich die Messbasis vom AF und es gibt keine Möglichkeit dem AF zu sagen, dass er an den AF Antrieb vom Objektiv nun veränderte Befehle senden muss. Bei den kleinen Knipsen mit Kontrast-AF ist das egal.

Dirk Barmeyer
07.03.2008, 18:14
Lieber Horst,

ich kenne mich mit Objektivrechnung nicht aus. Aber ich vermute mal, daß Deine Idee unweigerlich zu etwas ähnlichem wie dem Leica Modul System führen müsste. Denn mit einer einzigen Vorsatzlinse ist es sicher nicht getan. Wenn der Vorsatzkonverter 4-8 Linsen haben müsste mit einem Linsendurchmesser von sicherlich mehr als 8cm, so dürfte der Konverter auch nicht billiger werden als ein komplettes Objektiv. Natürlich hätte man etwas weniger zu schleppen. Aber ich glaube, daß Zoomobjektive dafür einfach besser zu verkaufen sind.
Viele Grüße
Dirk

HKO
07.03.2008, 19:21
@nightshot: es müßte dann ja jede Veränderung der Brennweite beim Af Probleme bereiten - bei Vorsatzoptiken wie z.B. bei Macro macht dies aber keine besonderen Probleme, auch aus eigener Erfahrung. Im Übrigen müßte die Änderung der Meßbasis doch auch bei nachgeschaltetem Konverter Probleme bereiten, oder ?

@Alle: sicher würde eine solche Lösung ziemlich groß und sicher auch nicht billig. Die Frage ist, ob sie optisch besser sein kann als klasische Konverter. Und solange der Gesamt-Preis bei guter Leistung unter dem der langen L's bleibt, wäre es interessant. Aber vielleicht gibt es ja zusätzlich noch ein anderes optisches Problem.

Nightshot
07.03.2008, 19:47
es müßte dann ja jede Veränderung der Brennweite beim Af Probleme bereitenBei Zoom Objektiven wird die eingestellte Brennweite der Kamera ja mit geteilt, wobei es in dem Fall egal ist, denn hier übersetzt das Objektiv die vom AF gemeldete Verstellweite in Motorschritte. Das Objektiv muss also wissen, welche Brennweite eingestellt ist und regelt seinen AF Motor entsprechend.


bei Vorsatzoptiken wie z.B. bei Macro macht dies aber keine besonderen Probleme, auch aus eigener Erfahrung.Es ändert sich ja auch die Naheinstellgrenze und nicht umbedingt die Brennweite. Damit bleibt die Messbasis annähernd erhalten. Zwischenringe machen aber schon mehr Probleme.


Im Übrigen müßte die Änderung der Meßbasis doch auch bei nachgeschaltetem Konverter Probleme bereiten, oder ?Daher müssen sich auch alle Konverter, die sauber mit dem AF zusammen arbeiten wollen beim Objektiv über die berühmten Kontakte anmelden.

HKO
07.03.2008, 20:05
Es ändert sich ja auch die Naheinstellgrenze und nicht umbedingt die Brennweite. Damit bleibt die Messbasis annähernd erhalten. Zwischenringe machen aber schon mehr Probleme.


Dies ist sicher nicht richtig: gerade Vorsatzlinsen verkürzen die Brennweite massiv: rechne nach: die 500D hat etwa 2,8 dpt, ein 400er hat allein 2,5 dpt. Aber auch bei kürzeren Brennweiten, z.B. 200 mm = 5 dpt + 2,8 dpt Vorsatzlinse ist massiv. Zwischenringe kosten m.E. einfach zuviel Licht, deswegen geht trotz Kontaktübertragung nicht viel mehr als ein Satz. Fast lustig ist dies zu beobachten muit dem Novoflex-Balgen, der ja auch die Kontakte durchschleift. Irgendwo, kurz vor halbem Auszug bei aufgesetztem 400er bricht die Übertragung der Objektiv-Daten im Sucher zusammen.

Artefakt
07.03.2008, 20:11
Dass es durch einen Tele-Vorsatz KEINEN Lichtverlust gibt, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen - ohne jetzt viel von optischen Gesetzen zu verstehen. Und einen Ausschnitt muss es auch geben, weil dieses Zubehör sonst den Namen "2x-Vorsatz-Konverter" nicht verdienen würde :-)

Die Nahlinsen haben meiner Meinung nach auch einen - wenn auch geringen - Lichtverlust. Die ein oder zwei Linsen dienen hier ja dazu, die Nahgrenze in einem gewissen Rahmen zu verringern.

Und ein 2x-Konverter verursacht eine lineare 2x-Vergrößerung, d.h. es kommt auf einer Fläche nur noch ein Viertel des Lichts an (= zwei Blendenstufen) - optische Regel: "Die Lichtstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab."

Denkfehler?

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at (http://www.abcdesign.at)

Michael29
07.03.2008, 20:35
Dass es durch einen Tele-Vorsatz KEINEN Lichtverlust gibt, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen - ohne jetzt viel von optischen Gesetzen zu verstehen. Und einen Ausschnitt muss es auch geben, weil dieses Zubehör sonst den Namen "2x-Vorsatz-Konverter" nicht verdienen würde :-)

Die Nahlinsen haben meiner Meinung nach auch einen - wenn auch geringen - Lichtverlust. Die ein oder zwei Linsen dienen hier ja dazu, die Nahgrenze in einem gewissen Rahmen zu verringern.

Und ein 2x-Konverter verursacht eine lineare 2x-Vergrößerung, d.h. es kommt auf einer Fläche nur noch ein Viertel des Lichts an (= zwei Blendenstufen) - optische Regel: "Die Lichtstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab."

Denkfehler?

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at (http://www.abcdesign.at)

Moin,

ja, im Prinzip schon Denkfehler: Ein nachgeschalteter 2x Konverter reduziert das Licht zwar schon auf ein Viertel... ein vorgeschalteter Konverter würde aber (bei Erhalt der Lichtstärke) auch viermal mehr Licht einfangen müssen. Also würde das gesamt-System schon in etwa so aussehen müssen, wie ein 600/4.0 (bei einem 300/4,0). Gleiche Öffnung, niedrigdisperse Linsen. Vermutlich wäre das nicht viel billiger als ein 600/4.0 aber optisch doch nicht so gut...

Gruß,
Michael

Nightshot
07.03.2008, 20:35
gerade Vorsatzlinsen verkürzen die Brennweite massiv: rechne nach: die 500D hat etwa 2,8 dpt, ein 400er hat allein 2,5 dpt. Aber auch bei kürzeren Brennweiten, z.B. 200 mm = 5 dpt + 2,8 dpt Vorsatzlinse ist massiv.Sorry, aber ich versteh die Rechnung nicht. Die Umrechnung nach Brennweite ist mit Nahlinse eh gefährlich, da die Brennweite für Fokus unendlich gelten muss.


Zwischenringe kosten m.E. einfach zuviel Licht, deswegen geht trotz Kontaktübertragung nicht viel mehr als ein Satz.Ich seh es recht deutlich, wenn ich mal ans 24-105 bei 105mm einen Zwischenring klatsche. Der AF Pendelt immer über das Ziel hinaus und nähert sich in Schlangenlinien an den Schärfepunkt ran. Das kommt, da sich die Messbasis geändert hat und das Objektiv den Zwischenring nicht sieht.

Michael29
07.03.2008, 20:46
Moin,

ja, im Prinzip schon Denkfehler: Ein nachgeschalteter 2x Konverter reduziert das Licht zwar schon auf ein Viertel... ein vorgeschalteter Konverter würde aber (bei Erhalt der Lichtstärke) auch viermal mehr Licht einfangen müssen. Also würde das gesamt-System schon in etwa so aussehen müssen, wie ein 600/4.0 (bei einem 300/4,0). Gleiche Öffnung, niedrigdisperse Linsen. Vermutlich wäre das nicht viel billiger als ein 600/4.0 aber optisch doch nicht so gut...

Gruß,
Michael

...darüber hinaus hätte man mit dem Bildstabilisator das gleiche Problem, das man jetzt auch schon mit dem nachgeschalteten Konverter (bei 600/8.0) hat: höchstens noch eine Blendenstufe 'Verwackelungszeitgewinn'.

gruß,
Michael

HKO
07.03.2008, 20:55
Moin,

ja, im Prinzip schon Denkfehler: Ein nachgeschalteter 2x Konverter reduziert das Licht zwar schon auf ein Viertel... ein vorgeschalteter Konverter würde aber (bei Erhalt der Lichtstärke) auch viermal mehr Licht einfangen müssen. Also würde das gesamt-System schon in etwa so aussehen müssen, wie ein 600/4.0 (bei einem 300/4,0). Gleiche Öffnung, niedrigdisperse Linsen. Vermutlich wäre das nicht viel billiger als ein 600/4.0 aber optisch doch nicht so gut...

Gruß,
Michael

Das ist eben die Frage, die ich auch nicht beantworten kann. Daß die Primärhersteller kein Interesse daran haben, so etwas vorzustellen, ist verständlich: die verkaufen lieber mehrer verschiedene teure Optiken. Aber Firmen wie Sigma oder auch Raynox könnten sich darüber Gedanken machen.

ehemaliger Benutzer
07.03.2008, 21:01
.....Mich wundert das Fehlen solcher Angebote vor Allem deshalb, weil die hinteren Konverter ja alle daran kranken, daß sie ja praktisch nur eine Ausschnittsvergrößerung machen, was immer zu erheblichen Qualitätsverlusten gegenüber der Qualität des Ausgangsbildes führen muß.....

hmm, das ist so meiner Meinung nach nicht richtig der Konverter schneidet nichts aus sondern vergrössert um einen Faktor X das Ausgangssignal, je besser dieses ist umso weniger die Verluste. Sprich, in der Theorie sollte es so sein: je höher Linienauflösung eines Objektivs desto besser die Konverter tauglichkeit.

gruss Gero

Michael29
07.03.2008, 21:03
Das ist eben die Frage, die ich auch nicht beantworten kann. Daß die Primärhersteller kein Interesse daran haben, so etwas vorzustellen, ist verständlich: die verkaufen lieber mehrer verschiedene teure Optiken. Aber Firmen wie Sigma oder auch Raynox könnten sich darüber Gedanken machen.

..tja, gut wäre das schon... ich wäre ja schon glücklich, wenn die ein offenblendtaugliches 500/6.3 rausbringen würden. Solange da nicht viel geht glaube ich nicht, das die ausgerechnet bei einem Konverter eine gute optische Qualität (zu einem geringen Preis) erreichen können.


Gruß,
Michael

Janelectro
07.03.2008, 21:51
auch nicht vergessen dürfen wir dabei dass weder das Leica Telyt- noch das Novoflexsystem im kameraseitigen Modul glas hatten, diese objektive hatten grundsätzlich nicht mehr als die max. 3 Linsen im Objektivkopf