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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : IS und Einbein ?



Ernst Meyer
20.06.2008, 11:12
Hallo an alle,

mit der Frage, ob es sinnvoll ist, ein gutes Einbeinstativ im Zusammenwirken mit dem z.b IS des Canon 100 - 400 einzusetzen.

Oder gilt hier: Entweder/Oder ?

Der IS soll ja beim Dreibeihn auschaltet werden, Dreibein kommt für mich auch nicht in Frage.

Bei meinen Abenteuerreisen (z.B. Alaska usw.) fotografiere ich ansonsten grundsätzlich nur mit IS ohne Stativ. Bei Aufnahmen von Tieren bei Wanderungen, Boot, Fischkutter usw. ist das 100-400 IS mein "tragbarer" Allrounder.

Aber, ein gutes leichtes Einbein würde ich mir wohl manchmal zumuten, wenn es denn hier und da eine weitere Verbesserung bringt.

Meine Frage auch vor dem Background, daß ich mit dem Gedanken spiele, in Ausnahmesituationen vorne an das 100-400 noch einen 1,4 Konverter dranzuschrauben.

Und das ist dann schon ein langes Rohr.

Danke im voraus.

Stefan Redel
20.06.2008, 11:19
Klar - beides ergänzt sich wunderbar. Ist problemfrei und praktisch. Jedenfalls dann, wenn man nur ungefähr auf einer Höhe fotografiert. Muss man hoch oder runter mit dem Objektiv, wird es halt unbequem, aber das hat ja mit dem IS und der eigentlichen Fragestellung nichts mehr zu tun...


LG, Stefan.

Ernst Meyer
20.06.2008, 11:28
Besten Dank Stefan.

Werde mir ein gutes (tragbares) Teil besorgen.

Hatte so an das Velbon Pro Pod CF 6 gedacht.

Ist das OK ?


Gruß

Ernst

Stefan Redel
20.06.2008, 11:34
Ich kann nur von meinem alten Manfrotto 449 aus Carbon berichten. :)

Denk dann auch noch an eine Montagevorrichtung, also mit Schnellwechselplatte...
Vielleicht was von Novoflex? Oder den kleinen Zwei-Wege-Neiger 234RC von Manfrotto?

Sonst wühl doch mal nach den Beiträgen von "winsoft". Der hat so einiges in seinem Leben ausprobiert. Wenn ich mich jetzt nicht täusche, hat er sein über alles gelobte und geliebte Monostat "weggeschmissen" und sich ein Gitzo gekauft und da den Monostat-Fuss drangeklebt.
Ist zwar relativ teuer, aber das Ding dürfte wirklich sehr lange halten und sehr lange glücklich machen. Ich selbst kaufe eigentlich fast nur noch nach dem Motto "Kauf ich billig, kauf ich im Endeffekt teuer"...


LG, Stefan.

art-in-red
20.06.2008, 12:10
Hatte so an das Velbon Pro Pod CF 6 gedacht.

Ist das OK ?



Ich hab das Teil. Ist sehr gut verarbeitet, passt bei meiner Größe mit 1,80m gut und ist auch noch nicht so groß. Ich hatte davor das CF 7, welches einfach schon viel zu wuchtig und groß (für mich) war.
Ich kanns auf jeden Fall empfehlen.

Grüße
Sandro

Bernhard Hartl
20.06.2008, 13:19
Jedenfalls dann, wenn man nur ungefähr auf einer Höhe fotografiert. Muss man hoch oder runter mit dem Objektiv, wird es halt unbequem, aber das hat ja mit dem IS und der eigentlichen Fragestellung nichts mehr zu tun...
Wenn man auch "hoch oder runter" muss ist es auch oft ganz praktisch das Einbein in eingefahrenem Zustand unten an das Objektiv zu hängen
Warum?
Das stabilisiert das Verwackeln relativ gut
Und das Einbein ist einfach mit dabei - wenn man's brauchen kann ausfahren sonst kurz lassen...

Bernhard

Ernst Meyer
20.06.2008, 13:52
Danke, für die wertvollen Tipps.

Lob am das Forum.


Ernst

Chickenhead
20.06.2008, 19:46
Ich verwende mit dem 100-400 ein Manfrotto 334B. Das ist sehr schnell in der Höhe verstellbar und ist auch noch bezahlbar.

Dr. Frank
20.06.2008, 20:59
Hallo an alle,

mit der Frage, ob es sinnvoll ist, ein gutes Einbeinstativ im Zusammenwirken mit dem z.b IS des Canon 100 - 400 einzusetzen.

Oder gilt hier: Entweder/Oder ?

Der IS soll ja beim Dreibeihn auschaltet werden, Dreibein kommt für mich auch nicht in Frage.

Bei meinen Abenteuerreisen (z.B. Alaska usw.) fotografiere ich ansonsten grundsätzlich nur mit IS ohne Stativ. Bei Aufnahmen von Tieren bei Wanderungen, Boot, Fischkutter usw. ist das 100-400 IS mein "tragbarer" Allrounder.

Aber, ein gutes leichtes Einbein würde ich mir wohl manchmal zumuten, wenn es denn hier und da eine weitere Verbesserung bringt.

Meine Frage auch vor dem Background, daß ich mit dem Gedanken spiele, in Ausnahmesituationen vorne an das 100-400 noch einen 1,4 Konverter dranzuschrauben.

Und das ist dann schon ein langes Rohr.

Danke im voraus.

Ja, ein Einbein (Gitzo 3551 + Novoflex Ball 3) mit dem 100-400 an der 20D ist eine absolut sinnvolle Ergänzung! Argument war für mich ebenfalls, ein leichtes und einfach zu tranportierendes Stativ dabei zu haben. Also wenn Monopod, dann schon aus Carbon.

Der Nutzen besteht in erster Linie darin, daß man zB bei Fußballspiel, oder Tierphotographie, oder bei Konzerten und anderen Menschenaufläufen (wie jetzt beim Rudelglotzen = Public Viewing) vom Gewicht und dem Hebel des Objektivs entlastet, aber trotzdem sehr beweglich beim Schwenken ist.

Man erzielt sicherlich auch eine Stabilisierung durch das Stativ, aber das führt nicht automatisch zu einer deutlichen Verlängerung der Belichtungszeit, weil die ganze Geschichte erstmal immer noch recht kippelig ist.

Hier ist Haltungs-Übung angesagt, dann hat man auch an dieser Stelle einen erheblichen Nutzen.

Was entfällt, ist der Tremor der Hand, statt dessen hat man eine Instabilität längs der Stativachse, also eine Dreh-Instabilität.

Da das ganze System nicht absolut ruhig steht, kann man sicherlich beim 100-400 auch den IS einschalten. Wie gesagt, erst durch Übung wird man mit einem Monopod eine nennenswerte zusätzliche Belichtungszeit - Verlängerung zum IS erzielen. Ich befinde mich auch noch in der Übungsphase...

Frank

Bernhard Hartl
23.06.2008, 16:14
Da das ganze System nicht absolut ruhig steht, kann man sicherlich beim 100-400 auch den IS einschalten. Wie gesagt, erst durch Übung wird man mit einem Monopod eine nennenswerte zusätzliche Belichtungszeit - Verlängerung zum IS erzielen. Ich befinde mich auch noch in der Übungsphase...

Kleiner Tip am Rande
Bohre Dein Monopod unten auf, kleb eine Gewindehülse rein und schraub den Monostat Fuß drauf - das bringt etliches, da dann die Drehbewegung bedämpft ist

www.fotomayr.de
9903034 MONOSTAT FUß - KOMPLETT (6 TEILE) - ALS ERSATZ

Reinhard2
25.06.2008, 16:30
Hallo,
die Frage ist, und die wollte ich auch schon einmal stellen: Verträgt sich die Anwendung eines Monopod mit dem IS.
Beim Dreibein wird der IS ja, wie man hier hört, irritiert und sollte ausgeschaltet werden.
Ist es also so, daß je mehr Gewinn der Einsatz des Mono bringt,gleichzeitig auch die Gefahr wächst, den IS zu irritieren??
Gibt es hier evtl. einen Heisenberg-Schüler, der die grundsätzliche tiefere Problematik klären kann ? ;-)

Gruß
Reinhard

Bernhard Hartl
27.06.2008, 09:56
Gibt es hier evtl. einen Heisenberg-Schüler, der die grundsätzliche tiefere Problematik klären kann ? ;-)
Die alten IS-Varianten tendieren einfach dazu auf dem Stativ langsam weg zu wandern. Damit sind einfach keine Langzeitbelichtungen möglich
Denke das ist der ganze Hintergrund warum Canon auf dem Stativ das Abschalten vom IS empfiehlt
Wann auf dem Stativ IS an und wann aus ist in meinen Augen nur eine Frage der Belichtungszeit. Wenn sehr schnelle Belichtungszeit (1/1000 oder so) dann hat der IS eh keinen Sinn
Interessant wird der IS in dem Bereich wo der Spiegelschlag ins Bild wirkt (1/50) - Idealfall ist da Spiegelvorauslösung und aktivierter IS
Für Langzeitbelichtungen kann der IS nur mehr kaputt machen als richten d.h. wenn länger als 1/2 Sekunde Belichtungszeit dann immer IS aus

Bernhard

Dr. Frank
27.06.2008, 10:39
Hallo,
die Frage ist, und die wollte ich auch schon einmal stellen: Verträgt sich die Anwendung eines Monopod mit dem IS.
Beim Dreibein wird der IS ja, wie man hier hört, irritiert und sollte ausgeschaltet werden.
Ist es also so, daß je mehr Gewinn der Einsatz des Mono bringt,gleichzeitig auch die Gefahr wächst, den IS zu irritieren??
Gibt es hier evtl. einen Heisenberg-Schüler, der die grundsätzliche tiefere Problematik klären kann ? ;-)

Gruß
Reinhard

Auf Wikipedia und fortführenden Seiten findet man Hinweise zur Physik / Regelungstechnik des IS und der Zitterbewegungen der Hand.

Einfach mal "Bildstabilisierung" oder "Tremor" eingeben und weiterlesen.

Die natürliche Zitterbewegung der Hand (Tremor) besitzt eine Frequenz von 1...15Hz, mit bestimmten, maximalen Ausschlägen (Amplituden).

Der Regelkreis der Bildstabilisierungssysteme ist genau auf diese Frequenzen und Amplituden abgestimmt, wirkt also nur in diesem Frequenzbereich entgegen.

Bei anderen Störfrequenzen oder in Ruhe funktioniert die Regelung nicht mehr, bzw. erzeugt selber Störsignale, auf gut Deutsch fängt das System dann ggf. an selber zu oszillieren.

Stative unterdrücken den Tremor der Hand, und besitzen auf der anderen Seite selber aber auch Eigen-Schwingfrequenzen.

Das Dreibein mit aufgeflanschter Kamera ist recht starr, die Resonanzfrequenzen dürften also alle deutlich größer als 15 Hz sein. Ausgelöst werden Eigenschwingungen durch Spiegelschlag, Wind oder einfach die Berührung beim Drücken des Auslösers.
Diese höheren Frequenzen können nun das Bildstabilisierungs-System zu sporadischen Oszillationen anregen.


Ein Einbein kann man sich einmal wie ein Pendel vorstellen (Am Fuß anfassen und pendeln lassen...) diese Frequenz, entsprechend der möglichen Hin- und Herbewegung um den Auflagepunkt des Fußes liegt sicherlich unter 1 Hz, also außerhalb des regelbereiches des IS..

Dann sind noch Drehschwingungen um die Achse des Stativs möglich, das hängt hauptsächlich von der Kamera und dem Objektiv ab; das Einbein hat hier fast keine stabilisierende Wirkung wegen dem fehlenden Trägheitsmoment um diese Achse. Abhilfe kann hier ein sehr stabiler und großer Gummifuß leisten, also der Monopod-Fuß-Umbau.

Diese Frequenzen können durchaus im Bereich von 1..15Hz liegen, wiederum durch den Tremor der rechten Hand vorgegeben.

Ich denke also, bei einem Einbein kann die Bildstabilisierung noch unterstützend wirken, sprich Reste des Handtremors unterdrücken, auch abhängig von der Konfiguration, ist aber in den meisten Fällen kontraproduktiv, weil ansonsten keine den Tremor-Frequenzen und -Amplituden entsprechenden Schwingungen vorhanden sind.

Eine recht gute Untersuchung (Diplomarbeit) zum Thema Bildstabilisierung und Tremor findet sich hier: http://digitalkamera.image-engineering.de/downloads/Golik_Boris_test_for_Image_Stabilizers.pdf


Frank

Reinhard2
27.06.2008, 20:27
Hallo, Heisenbergschüler,
danke schon mal für die Antworten.
ich hatte halt gehofft, und das scheint also widerlegt, daß man die Grenze des mit IS noch ausgleichbaren Zitterns dadurch etwas hinausschieben kann, indem man sozusagen das "wilde" Zittern durch ein Mono etwas "gleichrichtet" aber ohne das IS zu "irritieren".
Das wäre für mich insbesondere bei Zootier-Aufnahmen mit dem 70-300 IS von Interesse gewesen.

Gruß
Reinhard

Dr. Frank
28.06.2008, 00:18
Hallo, Heisenbergschüler,
danke schon mal für die Antworten.
ich hatte halt gehofft, und das scheint also widerlegt, daß man die Grenze des mit IS noch ausgleichbaren Zitterns dadurch etwas hinausschieben kann, indem man sozusagen das "wilde" Zittern durch ein Mono etwas "gleichrichtet" aber ohne das IS zu "irritieren".
Das wäre für mich insbesondere bei Zootier-Aufnahmen mit dem 70-300 IS von Interesse gewesen.

Gruß
Reinhard

Hallo Reinhard,

Physiker drücken sich manchmal etwas verquast, also unverständlich aus.
Neuer Versuch:

Ich würde es einfach mal ausprobieren. Physikalisch gesehen KANN es unterstützend wirken, KANN aber auch keinen oder einen nachteiligen Effekt haben. Physikalisch gesehen hängt das von Deiner Kamera/Objektiv-Kombi ab.

Praktisch gesehen:
Wenn man etwas übt, und da bin ich auch noch am Anfang, (ich bin halt Experimental-Physiker und kein Theoretiker wie der Werner Heisenberg!), dh eine stabile Position verwendet, so wird man sicherlich auch eine Unterstützung des IS erzielen.

Leider werden die Fußballer am Montag in Berlin ihren Empfang geben, und nicht mehr am Frankfurter Römer.
Als die Frauen-Fußballweltmeisterinnen letztes Jahr abends hier waren, habe ich mit dem 100-400 an der 20D aus der Hand photographiert, teils nur noch mit 1/25. Viel Ausschuß natürlich, einige schöne Bilder waren letztendlich dennoch übrig geblieben.

Ich würde sagen, mit dem Gitzo 3551 hätte ich eine wesentlich höhere Ausbeute gehabt...auf jeden Fall nicht so einen langen Arm..

Frank

Know_Nothing
28.06.2008, 09:38
Ja, ein Einbein (Gitzo 3551 + Novoflex Ball 3) mit dem 100-400 an der 20D ist eine absolut sinnvolle Ergänzung! Argument war für mich ebenfalls, ein leichtes und einfach zu tranportierendes Stativ dabei zu haben. Also wenn Monopod, dann schon aus Carbon.

Der Nutzen besteht in erster Linie darin, daß man zB bei Fußballspiel, oder Tierphotographie, oder bei Konzerten und anderen Menschenaufläufen (wie jetzt beim Rudelglotzen = Public Viewing) vom Gewicht und dem Hebel des Objektivs entlastet, aber trotzdem sehr beweglich beim Schwenken ist.

Man erzielt sicherlich auch eine Stabilisierung durch das Stativ, aber das führt nicht automatisch zu einer deutlichen Verlängerung der Belichtungszeit, weil die ganze Geschichte erstmal immer noch recht kippelig ist.

Hier ist Haltungs-Übung angesagt, dann hat man auch an dieser Stelle einen erheblichen Nutzen.

Was entfällt, ist der Tremor der Hand, statt dessen hat man eine Instabilität längs der Stativachse, also eine Dreh-Instabilität.

Da das ganze System nicht absolut ruhig steht, kann man sicherlich beim 100-400 auch den IS einschalten. Wie gesagt, erst durch Übung wird man mit einem Monopod eine nennenswerte zusätzliche Belichtungszeit - Verlängerung zum IS erzielen. Ich befinde mich auch noch in der Übungsphase...

Frank


Für was braucht man am Einbein einen Stativkopf? Ich hatte noch nie das bedürfniss einen zu verwenden.