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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum L bei Landschaftsaufnahmen?



Tobi R.
28.05.2009, 22:12
Hallo zusammen,

blöde Frage, aber warum sollte ich ein L-Objektiv kaufen, wenn ich Landschaftsbilder mache? Zugegeben, die Schärfe des 18-55 stimmt auch mich nicht zufrieden, doch beim 18-55 IS oder spätestens beim 17-85 is usm könnte ich nicht mehr sagen, obs nun L oder nicht-L ist. Bekanntlicherweise sieht man auf Landschaftsbilder viele Bäume, Felsstrukturen etc., da kann ich doch von weitem nicht sagen ob das mit einem L-Objektiv gemacht wurde, oder?

Nicht falsch verstehen, ich find L-Linsen super. Seit dem wechsel vom 70-300 zum 100-400 L komm auch ich in den Genuß dieser super Linsen. Eigentlich lege ich sogar so viel Wert auf schärfe, dass ich teilweise die Bilder überschärfe, doch bei Landschaftsaufnahmen vermag ich keinen Unterschied zu erkennen was die Schärfe betrifft. Ich bin mal so frei und stelle diesen Thread hier rein.
http://www.dforum.net/showthread.php?t=526551&highlight=40d+18-55

L oder doch nicht?

viele Grüße
Tobi
PS: ich bin Anfänger, und Anfänger stellen dumme Fragen, und dumme Fragen können oft einfach beantwortet werden, aber zu diesem Thema habe ich einfach nichts gefunden.

Otwin
28.05.2009, 22:34
L oder doch nicht?

Hallo,

das kann doch nicht die Frage sein. Die Frage ist doch einfach, bringt das Objektiv eine mir genügend ausreichende Qualität. Wenn ich diese Frage positiv beantworte - für mich z. B. beim 1,4/50, 1,8/85, 2,0/100, 2,8/100 Makro - dann muß es logischerweise kein L sein. Wenn das L eine miserable Qualität hat, dann darf es kein L sein.

Viele Grüße

Otwin

Stefan Pütz
28.05.2009, 22:35
Vielleicht ist es...

die höhere Lichstärke
die Haptik
die Verarbeitung
die Abdichtung
der ungewöhnliche Brennweitenbereich
das Prestige
der IS
der rote Ring
die Voraussetzung zur CPS-Mitgliedschaft
das passende Objektiv zur 1er
oder, oder, oder...

Da wirst Du von 100 Leuten 100 verschiedene Antworten bekommen.
Genauso kannst Du fragen warum es für viele eine 1er sein muß obwohl man bei A3 Landschaftsprints keinen Unterschied zur 450 sieht ;)

dr_flash
28.05.2009, 22:37
Servus,

naja eine L Linse hat viele Vorteile und meistens nur einen Nachteil (der Preis natürlich). Ich nehme mir mal das 16-35 II L raus weil ich das selbst habe und ich damit oft für Landschaftsbilder mache.

+ Vollformattauglich!
+ sehr scharf
+ ganz gute Vignitierung
+ Blende 2.8 wenn man mal nicht ganz so viel Tiefenschärfe will, kann auch bei Landschaften von nutzen sein
+ robust und abgedichtet, wenn es mal wieder regnet oder man auf einer Trekking tour nicht immer Watte dabei hat ;)

- Preis
- leider nicht so scharf wie das 35mm 1,4

CU

Sven

MichaelAC
28.05.2009, 23:02
Hallo Tobi.

Ich bin auch ziemlicher Amateur - vielleicht helfen meine recht simplen Erkenntnisse trotzdem. (Oder gerade deshalb).

Also: ich habe 'ne 40D, und hatte ganz am Anfang das Tamron 18-200 (noch von der 350D), dann das Canon 17-85IS und bin mittlerweile umgestiegen auf Canon 24-105L und 16-35L II.

Hier mein persönliches Fazit, für Landschaftsbilder:

"Schärfe", darunter verstehe ich Details und (Mikro)Kontrast.

--> Detailunterschiede gibt es für Web und Ausbelichtungen bis 10x15 praktisch nicht, finde ich jedenfalls. Okay, am Rand, insb. bei Weitwinkel, kann man sehen, dass 18-200 und 17-85 schlechter sind.
Insofern ist dein Link auch nicht besonders aussagekräftig - ich behaupte mal ganz frech, dass meine 3MPixel-Ixus 30 für diese Web-Auflösung mithalten könnte.
--> Bei Ausbelichtungen ab DIN A3 und größer sehe ich große, zum Teil drastische Unterschiede zwischen Tamron (ganz "mau"), 17-85 (okay bis mittelmäßig), und den beiden L's (gut bis sehr gut, manchmal "wowww")

--> Kontrast: Das 18-200 ist einfach schlecht, das 17-85 finde ich gut bis sehr gut, die beiden L's sind noch (etwas) besser.

"Flare" - damit treffe ich jetzt nicht unbedingt den Fachbegriff, aber ich meine das "flau werden", "kontrastarm werden" von Bildern, wenn man ungünstige Lichtverhältnisse hat. Zum Beispiel hohe Hell/Dunkel-Unterschiede im Bild, Sonne im Bild, nicht perfekt abschirmende GeLi, und immer mal wieder "irgendwas mir unklares" - aber das Bild ist irgendwie flau.
--> Da hatte ich bei beiden L's ein "woow"-Empfinden. Deutlich besser als das 17-85. Das 16-35 noch besser als das 24-105.

CA's: Okay, die kann man wegrechnen. Aber erstens manchmal nicht vollständig (beim 17-85 ist es mir mit LR nicht immer gelungen), und zweitens ist das lästig.
--> Auch die sieht man bei Web- oder bis 10x15-Bildern nicht bis kaum.
--> Aber ab DIN A3 fallen die sofort auf. Die beiden L's sind nicht frei von CA's, aber deutlich bis drastisch besser als das 17-85.

"Farben" - keine Ahnung, wie man das definiert. Aber meine Frau und ich machen immer mal wieder an den gleichen Stellen beide ein Foto, einer mit der Ixus, einer mit der 40D.
--> Früher, mit dem 17-85, haben wir später am Bildschirm gesessen und oft gesagt: "fast kein Unterschied zwischen Ixus und 40D". (Bei Landschaft und genügend Licht)
--> Heute, also Ixus gegen 40D mit 24-105L oder 16-35L, sagen wir immer wieder: "woww - man sieht ganz klar, was mit der DSLR aufgenommen wurde".
Wie gesagt - keine Ahnung wie man das nennt, aber die Bilder sind irgendwie "brillanter", "klarer".

Bevor ich die L's hatte, konnte ich mir nicht so wirklich was unter dem Wort "Abbildungsqualität" vorstellen.
Mittlerweile wohl - und die L's sind besser als das 17-85. Nicht bei der Detailauflösung für Web/10x15, aber in fast allem anderen: Farben, Kontrast, Flare. Und wenn man größer ausbelichtet.

Gruß, Michael

PS: Und außerdem - ein L ist mechanisch und haptisch einfach "schöner" ...

Bjoern U.
28.05.2009, 23:36
um es mal ganz krass zu machen.....
nimm ein 24mm/1.4 II L oder ein 35mm/1.4 L und mache damit Vergleichsaufnahmen mit dem 17-85 oder 18-55
siehst du da immer noch keinen Unterschied, kannst du dir zumindest sicher sein viel Geld zu sparen :rolleyes:;)

aber auch die L Zooms sind in der Summe ihrer Eigenschaften besser
vielleicht ist bei optimalen Aufnahme Gegebenheiten erst einmal kaum ein Unterschied sichtbar aber spätestens wenn eben kein tolles Licht mehr herrscht kommt die Güte der Objektive zum tragen.

bis jetzt konnte ich bei jedem L Vorteile zum vergleichbaren Non-L entdecken
ob man jetzt sofort zum L greifen muss kommt auf die pers. Ansprüche und die Dicke des Geldbeutels an.

und es gibt übrigens auch noch sowas wie die Zeiss ZE Objektive.....und auch die haben ihre Vorteile ;)

Gruß Björn

Artefakt
29.05.2009, 08:42
Sowohl hier in diesem Beitrag als auch in dem "gelinkten" der drei Landschaftsfotografen geht's um Crop-Gehäuse. Somit hinkt der Vergleich von Crop-Optiken und L-Optiken, von deren Leistungsvermögen man bei Crop nur den besseren mittleren Bereich nutzt.

Es ist schon so, dass die L-Optiken besser sind. Ob in dem Ausmaß, wie ihr Preis vermuten lässt, lasse ich mal offen.

Aber: ist es mir auf einer Reise wert, im UWW-Bereich und im Standardbereich große, schwere Optiken mitzuschleppen, die ein wenig besser sind, aber die Reise zur Tortur machen können? Wenn ich die Ausrüstung hauptsächlich im Auto liegen habe, ist es vielleicht egal. Aber auf einer Städtetour oder auf Naturwanderungen schleppt man das Zeug selber über Stunden und Kilometer hinweg. Das macht sich nicht gleich, aber später unschön bemerkbar.

Bei mir liegt auch eine 5D mit 24TS-E, 2,8/28-70L, 4/70-200L IS und 5,6/400L für Spezialaufgaben im Schrank - für Auftragsarbeiten bei mir in der Gegend. Aber lauffreudige Urlaube mache ich lieber mit 30D bzw. 40D und Crop-Optiken - die sind nicht größer als notwendig (auf den Bildkreis bezogen). Die Crop-Ausrüstung bringt vielleicht 80 bis 90% (Bitte nicht festnageln auf diese Zahlen, diese dienen nur der Veranschaulichung :-) der Qualität einer Vollformat-Ausrüstung, macht aber die Reise nicht zur Tortur.

Für 30x45cm sind beide sehr gut. Darüber verschiebt es sich langsam zugunsten der Vollformat. Aber 30x45cm reichen mir (Bilder an der Wand in einer nicht zu großen Wohnung, Doppelseiten in Zeitschriften und Büchern ...). Vom Dia hat man früher auch nicht mehr Qualität rausbekommen ...

Wenn die Optiken der Crop-Kamera sehr gut sind, dann schafft man damit genauso schöne Landschaftsaufnahmen. Gerade im UWW-Bereich ist es viel aufwändiger, eine randscharfe Optik für Vollformat zu produzieren - das alte 2,8/16-35L hat mich da in den Randbereich nie überzeugt (Schärfe, CAs).

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at (http://www.abcdesign.at)

Klack
29.05.2009, 09:28
... L oder doch nicht? ...

Mal ganz anders. Warum überhaupt Spiegelreflex?

http://photo.net/photodb/presentation?presentation_id=317651

Letztendlich entsteht doch das Foto hinter der Kamera.

Dass es Anwendungsfälle gibt, beispielsweise große Ausbelichtungen, bei denen ein L tatsächlich den Unterschied ausmachen kann, bestreitet sicher keiner.

Für mich macht L einfach Spaß.

Artefakt
29.05.2009, 09:47
Mal ganz anders. Warum überhaupt Spiegelreflex?

http://photo.net/photodb/presentation?presentation_id=317651

Letztendlich entsteht doch das Foto hinter der Kamera.

Dass es Anwendungsfälle gibt, beispielsweise große Ausbelichtungen, bei denen ein L tatsächlich den Unterschied ausmachen kann, bestreitet sicher keiner.

Für mich macht L einfach Spaß.

Warum überhaupt Fotografie? Warum nicht Malerei :-)?

Nein, stimmt schon - manchmal denke ich mir auch, für die letzten 10% schleppe ich mich halbtot. Ich habe auch schon zwei tolle Foto-Alben mit der G6 gefüllt (Cornwall, Auvergne) - sieht kein Mensch, dass die "nur" mit einer Kompakten gemacht wurden. Und meine Familie dankte es mir, dass ich nicht mit großem Fotorucksack, Objektivwechseln, Stativ dem Sohn umhängen ... Zeit vertrödelt habe, die ich besser mit Sehen und Genießen der Landschaft nutzen konnte ...

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at

delphin
31.05.2009, 01:54
hochinteressanter, fast schon philosophischer thread. :)

wenn man alles durchliest, jagt da plötzlich eine grundsatzfrage die nächste:
1. L oder nicht-L ?
erweitert um
2. crop oder vollformat ?
komplettiert mit
3. verträgt sich etwas aufwändigeres betreiben des fotohobbys eigentlich mit familie ?
außerhalb der wertung
4. vielleicht lieber malerei als fotografie ?

so macht forum doch spaß !

nebenbei bemerkt sind meine persönlichen vier antworten:
1. beides (kann sich sehr gut je nach zweck ergänzen).
2. wie 1.
3. schlecht. fototouren allein (kann ich endlich wieder) und in familie sind mehr unterschied, als zwischen tag und nacht. ;)
4. lieber nicht - ich male ungefähr so gut, wie die segelohrtiere aus artefakts kleinem pic. :o

pfingstgrüße von ingo

Christian Ahrens
31.05.2009, 08:13
Hi,

die Frage nach dem richtigen Werkzeug kann nicht dahingehend beantwortet werden, dass man immer das größte, schwerste und teuerste Objektiv nimmt.

Ein 24-70/2.8 ist ein großer und uneleganter Klotz, dennoch benutze ich ihn, weil er in vielen Situationen das universellste Werkzeug ist. Für Landschaft unterwegs (tagsüber) könnte jedoch auch ein 24-85 ausreichen, das klein und leicht ist.

Fotografie ist ein Medium, in dem technische Kompromisse eine ganz große Rolle spielen. Daher ist nicht das _maximale_, sondern das _optimale_ Werkzeug das richtige – in Relation zum jeweils geplanten Einsatz.

VG
Christian

www.christianahrens.de

mat68
31.05.2009, 10:46
bin auch vom L-Virus infiziert - bei den Zooms schwöre ich darauf. Bei den Festbrennweiten bin ich jedoch z. B. auch mit meinem 50er 1,4 bzw. 100er 2,8er Makro zu 100% zufrieden, wenn auch die Verarbeitung nicht auf L-Niveau ist. Die Bildergebnisse sind jedenfalls für meinen Anspruch am Vollformat vollkommen zufriedenstellend!

Tobi R.
04.06.2009, 18:51
Hallo

entschuldigt bitte dass ich so spät antworte. Hatte mit dem Internet Probleme.

Also wenn ich die ganzen Posts hier richtig verstanden habe, dann merke ich erst einen richtig großen Unterschied, wenn ich groß Ausdrucke oder am PC das Bild aufzoome, oder? (ok, die Haptik der L´s ist auch wichtig, aber mir gehts in erster Linie um die Abbildungsqualität)

viele Grüße
Tobias

Artefakt
04.06.2009, 19:45
Also wenn ich die ganzen Posts hier richtig verstanden habe, dann merke ich erst einen richtig großen Unterschied, wenn ich groß Ausdrucke oder am PC das Bild aufzoome, oder? (ok, die Haptik der L´s ist auch wichtig, aber mir gehts in erster Linie um die Abbildungsqualität)

Sicher merkt man mit zunehmender Abbildungsgröße die Qualität. Ist logisch. Wenn ich nur 10x15-Prints beim Drogeriemarkt ausbelichten lasse oder mir die Bilder auf dem normalen Fernseher angucke, ist es fast egal, wie alt oder billig die Kamera war ...

Beim Vollformat tendiere ich persönlich zu L-Zooms bzw. Fixbrennweiten, nicht zuletzt deshalb, weil diese mechanisch über jeden Zweifel erhaben sind. Zu FD-Zeiten waren "normale" Optiken und "L"-Optiken mechanisch beide untadelig. Sie haben sich hauptsächlich in der Lichtstärke unterschieden.

Beim Crop-Format bietet Canon meiner Meinung nach nicht diese unumstrittene Qualität wie im L-Bereich. Da kann es bei mir auch sehr gern Fremdes sein - von der Idee und Ausstattung der Optik (Brennweitenbereich, Verwacklungsschutz ...), von der mechanischen und optischen Qualität, vom Lieferumfang (Gegenlichtblende) und vom Preis haben da manche Fremdhersteller mehr zu bieten.

Aber ein bisschen ein Vogel ist bei der L-Liebe dabei. Das 1,8/50 soll ja toll sein, aber ich bringe es nicht übers Herz, ein Objektiv mit Plastikbajonett an eine meiner Kameras zu schrauben ...

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at (http://www.abcdesign.at)

Motivklingel
05.06.2009, 09:51
Das 1,8/50 soll ja toll sein, aber ich bringe es nicht übers Herz, ein Objektiv mit Plastikbajonett an eine meiner Kameras zu schrauben ...

Geht ja auch nicht, weil das 1,8/50 kein Schraubgewinde hat. Da ich selbst lieber Objektive an die Kamera schraube als sie uncool per Bajonett zu befestigen, habe ich mir extra einen Adapter Bajonett auf Schraubgewinde zugelegt und auch die (übrigens sehr preiswerten und qualitativ hochwertigen) passenden Schraubobjektive dazu, die sich gerade für die Landschaftsfotografie hervorragend eignen.

uliba
05.06.2009, 10:29
Ja, warum wohl ein 'L' -Objektiv. Diese Frage stellt sich nicht nur bei Landschaftsaufnahmen.
Kann aber sich nicht allgemein beantwortet werden. Weder hinsichtlich des Einsatzzwecks noch hinsichtlich aller L-Objektive ist hier eine Pauschalaussage sinnvoll.

Neben der negativen Eigenschaft des hohen Preises und dem hinsichtlich der Fotoergebnisse unwichtigen Imagefaktor fallen mir nur folgende durchweg gültigen Eigenschaften der L-Obj. ein:
1.) Im Verhältnis zu nicht-L gewöhnlich solidere Verarbeitung. (Die Tokinas sind teilweise aber ebenso gut verarbeitet udn Sigma ist diesbzgl. auch bei einigen Objektiven ganz gut geworden!)
2.) Staubabdichtung (zumindesten die Gummidichtung zw. Obj. und Body kenne ich nur von Ls)

Mehr fällt mir spontan nicht ein. Ein schnellen Autofokus haben auch einige anderen Objektive (sogar mein altes 70-210/3,5-4,5 USM ist diesbzgl. schon recht gut) und optisch traue ich mir auch keine Pauschalaussage zu. Nicht Ls können optisch ebenso hochwertig sein auch wenn die Statistik sicher für die Ls spricht (bei den hohen Preise aber auch zu erwarten). Diesbzgl. muss immer eine Einzelbetrachtung erfolgen.

Gruß
Uli

smile
05.06.2009, 10:43
Ich denk`, viele (Landschafts-)Fotografen nehmen L weil sie sich für Landschaft nicht extra ein Nicht-L kaufen wollen ;)

Die Frage ist im Prinzip Quatsch - jeder nimmt das, was in Brennweite und Quali der gewünschten Aufnahme entspricht und sich in der Fototasche befindet ;)

smile

Artefakt
05.06.2009, 11:20
Geht ja auch nicht, weil das 1,8/50 kein Schraubgewinde hat.

Ich hätte das "schrauben" doch in Anführungszeichen setzen sollen :-)

Ich wollte das Wort "applizieren" vermeiden, und das Wort "bajonettieren" gibt's glaube ich nicht.

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at

Artefakt
05.06.2009, 11:22
Ja, warum wohl ein 'L' -Objektiv. Diese Frage stellt sich nicht nur bei Landschaftsaufnahmen.
Kann aber sich nicht allgemein beantwortet werden. Weder hinsichtlich des Einsatzzwecks noch hinsichtlich aller L-Objektive ist hier eine Pauschalaussage sinnvoll.

Neben der negativen Eigenschaft des hohen Preises und dem hinsichtlich der Fotoergebnisse unwichtigen Imagefaktor fallen mir nur folgende durchweg gültigen Eigenschaften der L-Obj. ein:
1.) Im Verhältnis zu nicht-L gewöhnlich solidere Verarbeitung. (Die Tokinas sind teilweise aber ebenso gut verarbeitet udn Sigma ist diesbzgl. auch bei einigen Objektiven ganz gut geworden!)
2.) Staubabdichtung (zumindesten die Gummidichtung zw. Obj. und Body kenne ich nur von Ls)

Mehr fällt mir spontan nicht ein. Ein schnellen Autofokus haben auch einige anderen Objektive (sogar mein altes 70-210/3,5-4,5 USM ist diesbzgl. schon recht gut) und optisch traue ich mir auch keine Pauschalaussage zu. Nicht Ls können optisch ebenso hochwertig sein auch wenn die Statistik sicher für die Ls spricht (bei den hohen Preise aber auch zu erwarten). Diesbzgl. muss immer eine Einzelbetrachtung erfolgen.

Gruß
Uli

Sehr gut analysiert! Dem ist nichts hinzuzufügen.

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at

Motivklingel
05.06.2009, 13:08
Ja, warum wohl ein 'L' -Objektiv. Diese Frage stellt sich nicht nur bei Landschaftsaufnahmen.

Nun, das L steht für landscape (Landschaft). Es bezeichnet also ein Objektiv, welches speziell für Landschaftsaufnahmen entwickelt wurde. Deshalb L bei Landschaftsaufnahmen!
;-)



Neben der negativen Eigenschaft des hohen Preises und dem hinsichtlich der Fotoergebnisse unwichtigen Imagefaktor

Ich denke, der Imagefaktor ist wohl das entscheidende. Durch das L wollte man natürlich den Kauf der teuren Objektive anregen. Also eine reine Marketinggeschichte, die vor allen dem Gewinn von Canon dient.

Es ist keine Bezeichnung für Bildqualität (lichtschwächere normale Objektive können bei mittlerer Blende eine bessere Bildqualität als lichtstarke L-Objektive haben) noch für Staubschutz (ältere Ls haben keinen Staubschutz), auch nicht für besseren AF (das 85/1,8 ist vom AF schneller als das 85/1,2, bei dem schwere Linsengruppen bewegt werden müssen) und erst recht nicht für professionelle Verwendung (Profis suchen ihre Ausrüstung zuerst nach betriebswirtschaftlichen Erwägungen aus und fotografieren deshalb viel öfter mit normalen Amateurkameras als man als Amateur glaubt.).

Hier einmal ein Zitat von Helmut Faugel:

"Die Bezeichnung 'L' bei Canon Objektiven wurde 1979 mit dem
Canon FD 4,5/500L eingefuehrt und steht schlicht und ergreifend
fuer 'Luxury', gleichzeitig wurde damit das Ende der Objektiv-
bezeichnungen 'Aspherical' und 'Florite' eingelaeutet die bis
dahin Objektive zierten die asphaerische Linsen oder Fluorit-
linsen enthielten.

Die Umstellung der Bezeichnung erfolgte wohl weil das FD 4,5/500L
erstmals zwei optische 'Leckerbissen', naemlich ein Fluorid- und
ein UD-Element in einem Objektiv enthielt. Die Optik ist uebrigens
mit dem EF 4,5/500L USM identisch.

http://www.canon.com/camera-museum/camera/lens/fd/data/fd_500_45l.html

Damit Canon ein Objektiv mit dem 'L' und dem dazugehoerigen
roten Ring ziert muss es eine oder mehrere der folgenden
speziellen optischen Bauelemente enthalten:

- eine geschliffene asphaerische Linse
- eine Linse aus UD-Glas
- eine Linse aus Super-UD-Glas
- eine Linse aus Calziumfluorid

Da die Herstellung von geschliffenen Asphaeren teuer und aufwaendig
ist und die Sonderglaeser teuer sind werden sie nur dort eingesetzt wo
sie unbedingt noetig sind, also bei Objektiven die sich in der Regel
durch eine besonders hohe Lichtstaerke auszeichnen oder extreme
Bildwinkel haben.

Weil das optische Inventar dieser Objektive schon teuer ist, und
auch das eine oder andere Objektiv eine komplexe Mechanik benoetigt
um die Leistung entfallten zu koennen sind diese Objektive meist auch
mechanisch deutlich robuster gebaut als andere Canon Objektive.

Wie ueberall gibt es auch bei den L-Objektiven Ausnahmen:

Das Lupenobjektiv MP-E 2,8/65 ist trotz UD-Element kein L-Objektiv.
Mich wuerde interessieren ob da Canon einfach nur geschlafen hat. ;-)
Und das EF 4/400DO IS USM enthaelt neben dem DO-Element zwar auch
eine CaF2-Linse bekam aber einen gruenen Ring und die Bezeichnung 'DO'
verpasst.


Viele Gruesse

Helmut Faugel"
---

delphin
05.06.2009, 13:30
Das Lupenobjektiv MP-E 2,8/65 ist trotz UD-Element kein L-Objektiv.
Mich wuerde interessieren ob da Canon einfach nur geschlafen hat. ;-)
---

neeee, jedenfalls nicht ganz.
den preis in L-regionen zu setzen, haben sie nicht vergessen. ;)
nur der rote ring fehlt seltsamerweise...vielleicht sieht ja der kleine durchmesser der vorderen linse zu wenig nach "richtig dickes glas" (big is beautiful) aus ? man weeeeset nüsch... :rolleyes:
na ... hauptsache, der preis "stimmt".:eek:

gruß von ingo

Motivklingel
05.06.2009, 13:38
Nun, das L steht für landscape (Landschaft). Es bezeichnet also ein Objektiv, welches speziell für Landschaftsaufnahmen entwickelt wurde. Deshalb L bei Landschaftsaufnahmen!

Auch für andere Motive gibt es speziell entwickelte Objektive:

Pancake Objektiv speziell für Aufnahmen von Eierkuchen
Fisheye Objektiv speziell für Aufnahmen von Fischaugen
Zoom Objektiv spezielle für Aufnahmen vom ZOOM http://www.zoom-erlebniswelt.de/ und anderen Zoos
Tele Objektiv speziell für Aufnahmen von Telefonen
Weitwinkel Objektiv speziell für Aufnahmen der Winkelweite
AF Objektiv speziell für Aufnahmen der Air Force, also der Luftstreitkräfte
Normal Objektiv speziell für Aufnahmen ausserhalb von Landeskrankenhäusern

delphin
05.06.2009, 14:13
Auch für andere Motive gibt es speziell entwickelte Objektive:

Pancake Objektiv speziell für Aufnahmen von Eierkuchen
Fisheye Objektiv speziell für Aufnahmen von Fischaugen
Zoom Objektiv spezielle für Aufnahmen vom ZOOM http://www.zoom-erlebniswelt.de/ und anderen Zoos
Tele Objektiv speziell für Aufnahmen von Telefonen
Weitwinkel Objektiv speziell für Aufnahmen der Winkelweite
AF Objektiv speziell für Aufnahmen der Air Force, also der Luftstreitkräfte
Normal Objektiv speziell für Aufnahmen ausserhalb von Landeskrankenhäusern

kööööööstlich !!!

UD-linsen dürfen nur in innenräumen Unterm Dach benutzt werden.
motive mit vielen regenmänteln (total häufig !) bekommt man nur multicoated vernünftig aufs bild.
DO-glieder funktionieren nur donnerstags (gottseidank heißen die nicht DOA, das wäre Death On Arrival und ziemlich gefährlich).
eigentlich bräuchten wir für unsere cams waffenscheine, denn sie haben sogar ein bajonett ! aua...

warum bloß setzt man gegen das arme licht eine gegenlichtblende (die eigentlich streuli heißen sollte) ein, wenn man das licht doch für das foto braucht...

manfrotto ist bestimmt ein handtuch für männer...yeah !

ich schmeiß mich weg...
;):D

Tobi R.
05.06.2009, 14:32
Danke für die zahlreichen Antworten.

Ob L oder nicht richtet sich immer danach, was man damit anfangen will. Ich selbst betrachte meine Bilder hauptsächlich am PC, oder stell mir ein Fotobuch zusammen. Ich denke hier werde ich minimal bis fast gar nicht einen Unterschied zwischen L und Nicht-L (z.B. ein 17-85 oder 18-55 is) merken, selbst wenn ich mal ein Landschaftsbild über zwei Buchseiten abdrucke. (oder liege ich da falsch?)
Klar, wenn ich ein Poster drucke, dann werde ich sicher einen Unterschied merken, aber da ich eher selten ein Poster drucken lasse, wird sich der Kauf eines solchen L´s nicht rentieren.

Komischerweise merke ich bei Teleobjektiven eher einen Unterschied. Dazu muss ich das Bild nicht mal aufzoomen. Das 70-300 is usm ist abgeblendet schon ziemlich scharf, doch wenn ich das mit dem 100-400 L (natürlich bei gleicher Brennweite) vergleiche, dann merke ich schon von weitem dass die L-optik einfach schärfer abbildet.

viele Grüße
Tobias

Christian93
05.06.2009, 15:32
Nach 24 Posts fehlen immer noch die wichtigsten Tips:
- ein Stativ
- das "vor Sonnenaufgang aufzustehen" zu üben
- noch nach Sonnenuntergang bei Resthelligkeit zu fotografieren...
- Stativ und Fotorucksack für "entlegene Motive" stundenlang zu schleppen...

...dann ist L oder nicht-L ziemlich egal...

Motivklingel
05.06.2009, 15:47
Ob L oder nicht richtet sich immer danach, was man damit anfangen will. Ich selbst betrachte meine Bilder hauptsächlich am PC, oder stell mir ein Fotobuch zusammen. Ich denke hier werde ich minimal bis fast gar nicht einen Unterschied zwischen L und Nicht-L (z.B. ein 17-85 oder 18-55 is) merken, selbst wenn ich mal ein Landschaftsbild über zwei Buchseiten abdrucke. (oder liege ich da falsch?)

Hallo Tobias,

lasse Dich von den vielen Kommentaren nicht verwirren.

Soweit ich weiß, gibt es Crop-Objektive von Canon aus Marketinggründen (die Leute, die dafür den hohen Preis zahlen, sollen dann auch keine billigen Crop-Kameras kaufen) gar nicht als L Version.

Aber trotzdem ist z. B. ein EF-S 17-55/2.8 IS USM schärfer, lichtstärker und besser ausgestattet (mit IS) als ein EF 17-40/4.0 L USM. Da es keine abgedichteten Crop-Kameras von Canon gibt, sehe ich keinen Grund, hier ein L Objektiv für eine Crop-Kamera anzuschaffen.

delphin
05.06.2009, 17:09
Hallo Tobias,

lasse Dich von den vielen Kommentaren nicht verwirren.

Soweit ich weiß, gibt es Crop-Objektive von Canon aus Marketinggründen (die Leute, die dafür den hohen Preis zahlen, sollen dann auch keine billigen Crop-Kameras kaufen) gar nicht als L Version.

Aber trotzdem ist z. B. ein EF-S 17-55/2.8 IS USM schärfer, lichtstärker und besser ausgestattet (mit IS) als ein EF 17-40/4.0 L USM. Da es keine abgedichteten Crop-Kameras von Canon gibt, sehe ich keinen Grund, hier ein L Objektiv für eine Crop-Kamera anzuschaffen.

ausgerechnet in diesem vergleich, ist dann die L-linse aber auch deutlich preiswerter (denn auch bei nicht-L kosten die features IS, mehr brennweitenbereich und lichtstärke natürlich kohle)...

die von dir aufgezählten vorzüge des 17-55 stimmen, aber bei dem vergleich (der ohnehin vereinzelte "äpfel/birnen-rufe" auslösen könnte) spräche in dem wald von entscheidungskriterien auch wieder einiges für das arme, zu unrecht dauergescholtene 17-40:

* es ist ca. 200 euro preiswerter
* es kann sensoren mit der 2,5-fachen fläche beleuchten -> wenn er auf vollformat umsteigt (ging bei mir auch schneller als geplant), kann er das 17-40 behalten (und das 17-55 vergessen oder verkloppen)
* gegenlichtblende und tasche sind im lieferumfang
* deutlich besseres gehäuse
* das 17-55 fährt völlig im gegensatz zum 17-40 einen ziemlichen plastiktubus aus und ist nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch eine bekannte staubpumpe (hab meins schonmal innen gereinigt)

ich will keins der beiden für besser oder schlechter erklären und schon gar nicht die L-frage mit ja oder nein beantworten.
will nur sagen: vor einer konkreten entscheidung möglichst alle aspekte betrachten und dann nach den eigenen prioritäten entscheiden.

Tobi R.
07.06.2009, 13:57
Das mit den Marketinggründen würde Sinn machen.
Welche Cropoptik würde denn in Richtung L gehen?
Ich denke ein 17-55, 55-250(ich weiß, ist kein Weitwinkel) und ein 17-85 is usm würden durchaus in diese Richtung gehen. Dann müsste man sogar das 18-55 IS dazuzählen. Hatte es nämlich direkt im Vergleich mit dem 17-85, und muss sagen, dass die bessere Schärfe des 18-55 IS schon ungecropt am PC zu erkennen war.

viele Grüße
Tobias

Motivklingel
08.06.2009, 00:08
bessere Schärfe des 18-55 IS schon ungecropt am PC zu erkennen war.

Ja, das neue Set-Objektiv hat trotz seines geringes Preises schon eine erstaunliche Schärfe.

Weitere Infos findest Du u. a. auf

http://www.photozone.de/Reviews/canon-eos

Bjoern U.
08.06.2009, 10:38
Das mit den Marketinggründen würde Sinn machen.
Welche Cropoptik würde denn in Richtung L gehen?
Ich denke ein 17-55, 55-250(ich weiß, ist kein Weitwinkel) und ein 17-85 is usm würden durchaus in diese Richtung gehen. Dann müsste man sogar das 18-55 IS dazuzählen. Hatte es nämlich direkt im Vergleich mit dem 17-85, und muss sagen, dass die bessere Schärfe des 18-55 IS schon ungecropt am PC zu erkennen war.


nochmal....
solange du gutes bis optimales Licht hast oder bei schwachem Licht mit Stativ arbeiten kannst um die bei allen Objektiven meist besten (schärfsten) Blenden von 8 bis 11 zu verwenden, wirst du es hinterher immer schwer haben zu unterscheiden ob ein L oder Non-L verwendet wurde. Insbesondere wenn die Ausgabegröße das normale Posterformat von 30x45cm nicht überschreitet.

Erst wenn es in die Extremen geht (z.B. schlechtes Licht, Mischlicht, kein Stativ, ISO ausgereizt) dann bietet dir ein L mehr Möglichkeiten doch noch ein Bild zu machen.
Das geht schon los bei den verwendbaren Blenden. Die günstigen Objektive möchten i.d.R. min 2-3 Stufen abgeblendet werden um eine gute Schärfe zu bieten. Die 4.0er L Zooms (zumindest meine) liefern aber schon ab 4.0 gute Ergebnisse. Die 2.8er L Zooms ebenfalls und selbst 1-2 Stufen abgeblendet ist man immer noch besser als die Anfangsblende bei den normalen (günstigen) EF-S
Das EF-S 17-55 ist sicher eins wenn nicht das beste EF-S (Crop) Objektiv von Canon und mit der Lichtstärke auch eine Ausnahme (im Canon Programm). Aber es ist eben nur ein EF-S und damit bei einem eventuell späteren Umstieg auf Vollformat nicht mehr verwendbar. Vollformat ist aber gerade für den Landschaftsfotograf sehr interessant. Abgesehen davon ist das 17-55/2.8 IS preislich aber auch kein ausgesprochenes Schnäppchen.

Die Vorteile von L (Zooms) liegen neben der besseren Verarbeitung auch oft in der Lichtstärke, die z.B. auch eine bessere Freistellung per Schärfe/Unschärfe erlaubt und damit mehr gestalterische Vorteile bieten. (z.B. auch Landschaftsfotografen können Spaß an Porträts haben)
Und Lichtstärke kostet Geld, was man ja auch beim 17-55/2.8 sieht.

Wer nur Landschaft, nur mit Blende 8-11, nur bei Tageslicht, nur mit Stativ, nur normal große Abzüge macht (bis ~30x45) und auch nur mit mit Crop Kameras fotografiert, dem werden sich die Vorteile von L Objektiven so schnell nicht erschließen (können), wenn überhaupt.
Die L können ihren Mehrwert erst bei/in den Extremen zeigen. Sprich bei den letzten 10% und die kosten eben (wie bei allem anderen auch) entsprechend Geld.

Gruß Björn

Marcus E.
08.06.2009, 12:00
Hallo Tobi.
....."Schärfe", darunter verstehe ich Details und (Mikro)Kontrast....

.....Wie gesagt - keine Ahnung wie man das nennt, aber die Bilder sind irgendwie "brillanter", "klarer"....

Gruß, Michael
PS: Und außerdem - ein L ist mechanisch und haptisch einfach "schöner" ...

Das trifft meines Erachtens den Nagel auf den Kopf. Das kleine bisschen Leistung mehr ist leider das, was den hohen Preis ausmacht.

Tobi R.
10.06.2009, 14:30
Ok, nun hab ich es verstanden. Es kommt also auf die Situation (Lichtbedingung) an, denn hier scheinen sich die L´s durchzusetzen wie Björn schon sagte.
Bleibt nur die Frage was schlechtes Licht ist. Schlechtes Licht muss doch nicht gleich schwaches Licht sein!??
Oder merke ich bereits bei einem Sonnenunter- oder aufgang (der ja eher schwaches aber schönes Licht mit sich bringt) die großen Vorteile des L´s? Wenn nicht, oder nur bedingt, so würde sich für mich (im Moment) ein nicht-L eher rentieren, denn bei Landschaftsaufnahmen ist man in erster Linie nur mit Licht am Morgen, Mittags oder Abends konfrontiert. Zu den jeweiligen Tageszeiten kommt gegebenfalls noch Schatten hinzu. Mischlicht wie z.B. bei Disko oder Konzerten etc. kommen bei Landschaftsbilder eher weniger in Frage.

viele Grüße
Tobias

Motivklingel
10.06.2009, 20:33
die großen Vorteile des L´s?

Hallo Tobias,

an Deiner Stelle würde ich mir gar keine so viele Gedanken um diesen einen Buchstaben machen. Ein Objetiv wählt man nicht danach aus, welche Bezeichnung es aus Marketinggründen trägt, sondern ob man damit eine bestimmte Bildidee verwirklichen kann. Was nützt Dir ein Objektiv mit vielen Ls im Namen, wenn es sich für Deine Verwendung gar nicht eignet?


so würde sich für mich (im Moment) ein nicht-L eher rentieren

Wie schon geschrieben, würde ich Dir für Deine Crop-Kamera ein gutes Crop-Objektiv (zumindest für den Weitwinkelbereich) empfehlen. Das kann auch ein Fremdfabrikat sein und muss nicht teuer sein:

Canon EF-S 17-55/2.8 IS USM ca. 950 €
Canon EF-S 18-55/3.5-5.6 IS ca. 180 €

Tamron AF 17-50/2.8 SP DI II LD XR ASL IF ca. 400 €
Sigma AF 18-50/2,8-4,5 DC OS HSM ca. 400 €

Canon EF 70-200/4.0 L USM ca. 600 €

Gerd111
10.06.2009, 21:05
Hi !

Verwende auch zwei "L´s" (24-105 sowie 70-200) und erfreue mich all
dieser Vorteile, die hier schon beschrieben wurden.

Soweit mir bekannt sind diese Objektive auch äusserst wertstabil.

Ich mag meine L´s ;)

Gruß

Gerd

DrBeat
12.06.2009, 11:37
Mit dem 17-55/2.8 war ich an der 40D sehr zufrieden und habe mit voller Überzeugung die These vertreten, dass es sich hierbei um ein L ohne roten Ring handelt, bei dem Qualitätsunterschiede vor allem in der Haptik liegen. Der Kiefer ist mir dann runtergeklappt, als ich endlich meine 5D MK II hatte und die ersten Bilder mit dem 24-105 L gemacht habe. Schärfetechnisch nehmen sich die beiden Linsen nicht all zu viel, aber die Farben/Kontraste des L waren - gerade auch in der Landschaftsfotografie - deutlich überlegen, das ganze Bild wirkt wesentlich harmonischer.

Einen ähnlichen Effekt hatte ich an der 40D auch schon beim Wechsel vom 70-300 auf 70-200/4 beobachtet, hier hatte er mich aber nicht so stark überrascht.

Letztlich würde ich mich an einer Crop-Kamera (vielleicht mit Ausnahme der 50D) trotzdem wieder für das 17-55/2.8 entscheiden, da hier die Lichtstärke i.V.m. IS in vielen Alltagssituationen Gold wert ist. Das 24-70/2.8 L wäre mir an Crop unten rum leider eh zu lang.

Da es an der 50D/5D II nicht tragisch ist, wenn die ISO-Automatik in den 4-stelligen Bereich dreht, fällt hier die Entscheidung klar zu Gunsten des 24-105 L aus.

Tobi R.
17.06.2009, 21:04
[QUOTE=Motivklingel;1370308]Hallo Tobias,

an Deiner Stelle würde ich mir gar keine so viele Gedanken um diesen einen Buchstaben machen. Ein Objetiv wählt man nicht danach aus, welche Bezeichnung es aus Marketinggründen trägt, sondern ob man damit eine bestimmte Bildidee verwirklichen kann. Was nützt Dir ein Objektiv mit vielen Ls im Namen, wenn es sich für Deine Verwendung gar nicht eignet?
[QUOTE]

Du hast recht, vielleicht konzentriere ich mich wirklich zu sehr auf diese Bezeichnung. Wie du schon sagtest, das Objektiv muss zur meiner Anwendung passen.
Und meine Anwendung ist letztendlich die Landschaftsfotografie, zu jeder Jahreszeit, egal ob Morgen- oder Abendstimmung. Das schlechteste Licht dass ich dabei haben kann ist vielleicht der Schatten oder hartes Mittagslicht, was anderes fällt mir nicht ein. Ich denke dafür reicht fürs Erste ein 18-55 IS, auch wenn ich mal etwas größere Abzüge machen lassen will.
Falls das jemand anders sieht dann bitte korregieren.:o

viele Grüße
Tobias

martinth
17.06.2009, 21:21
Das 17-55 2.8 IS USM ist am Crop eine wirklich Ausgezeichnete Linse, die sich in sachen Bildqualität vor keinem L verstecken muss und sogar mit Festbrennweiten mithalten kann. Fand das 16-35 L 2.8 I nicht erwähnenswert besser.

Für landschaft benutzte ich auch ein Tokina 12-24 f4, welches auch sehr gute Bilder liefert.

Für Landschaft könnte ich mir mit der 40d nichts besseres vorstellen.. vielleicht noch das Canon 10-22 wegen der 2 mm mehr, aber die "brauche" ich nicht wirklich, da ich eher gelegentlich Landschaft mache.

Ein 70-200 4L ist sicher auch nicht schlecht, aber das hängt von den vorlieben ab.

dr_flash
18.06.2009, 12:50
Das 17-55 2.8 IS USM ist am Crop eine wirklich Ausgezeichnete Linse, die sich in sachen Bildqualität vor keinem L verstecken muss und sogar mit Festbrennweiten mithalten kann. Fand das 16-35 L 2.8 I nicht erwähnenswert besser.

Für landschaft benutzte ich auch ein Tokina 12-24 f4, welches auch sehr gute Bilder liefert.

Für Landschaft könnte ich mir mit der 40d nichts besseres vorstellen.. vielleicht noch das Canon 10-22 wegen der 2 mm mehr, aber die "brauche" ich nicht wirklich, da ich eher gelegentlich Landschaft mache.

Ein 70-200 4L ist sicher auch nicht schlecht, aber das hängt von den vorlieben ab.

Denke das 17-55 ist auch nur kein L geworden weil es halt ein EF-S ist. Vom Preis ist es ja auch die selbe Liga. Das Tokina habe ich auch (oh wollte ich ja noch verkaufen *G*) aaaaber es ist halt nicht für FF geeignet. Wer Vollformat hat und WW will ist ja schon fast gezwungen ein L zu nehmen.

raffel
18.06.2009, 23:10
Denke das 17-55 ist auch nur kein L geworden weil es halt ein EF-S ist. Vom Preis ist es ja auch die selbe Liga. Das Tokina habe ich auch (oh wollte ich ja noch verkaufen *G*) aaaaber es ist halt nicht für FF geeignet. Wer Vollformat hat und WW will ist ja schon fast gezwungen ein L zu nehmen.


Hast du dein Tokina schon mal an FF angeflanscht?
Das geht nämlich ab ca. 18mm, also ordentlich Weitwinkel für KB. ;)

Marcus E.
19.06.2009, 00:39
Tobi,
sieh' es einfach so, wenn Du nur L's hast und Deine Bilder sind immer noch "Schrott", kann es nicht mehr an der Ausrüstung liegen! :D

Bjoern U.
19.06.2009, 00:52
Tobi,
sieh' es einfach so, wenn Du nur L's hast und Deine Bilder sind immer noch "Schrott", kann es nicht mehr an der Ausrüstung liegen! :D

*gg*

:D

Tobi R.
19.06.2009, 10:36
Tobi,
sieh' es einfach so, wenn Du nur L's hast und Deine Bilder sind immer noch "Schrott", kann es nicht mehr an der Ausrüstung liegen! :D

Du sagst es.:D

Hab mich nun fürs 18-55 IS entschieden. Ich denke das reicht für meine Anwendungen, und was Besseres in dieser Preisklasse scheint es nicht zu geben.

Wenn ich mich mehr auf Landschaft spezialisieren sollte, und ich zufällig ein paar Euronen übrig habe, dann werde ich mich mit dem Tamron 17-50 oder canon 17-85 näher beschäftigen. Was meint ihr, welches von den beiden ist denn eher zu empfehlen?

viele Grüße
Tobias

Dollberger
20.06.2009, 22:24
Wer sich das Wetter und die Umgebungsbedingungen beim Fotografieren aussuchen kann hat es auch leichter bei der Linsenauswahl. Da ich in meiner Historie schon eine 350er und 2 !!! 20D durch Feuchtigkeitsschäden geschrottet hab bin ich letztendlich auch bei der 1DM3 gelandet.
Bei den Optiken hat es mir nach einem defekten 50/1,8 und 24-84 USM gereicht, seit ich auf 17-40/4, 24-70/2,8 und 70-200/2,8 IS umgestiegen bin hab ich keine Probleme mehr mit dem Wetter.
Qualität bedeutet für mich dass ich mich bei meinen Aufträgen nicht um die Tauglichkeit des Equipment´s kümmern muss.
Mir wäre es auch lieber mit einem Cropgehäuse und leichter Linse zu hantieren statt mit 3 Kilo am Ärmel zu arbeiten.
Letztendlich muss jeder für sich entscheiden was er für die Erfüllung seiner Anforderungen braucht.

schönes WE
Fred
PS: Auftrag für morgen: Doku eines Brandschadens in einer elektrischen Anlage eines Chemiebetriebes, hoffentlich ohne Atemschutz und Vollkörperkondom

martinth
21.06.2009, 06:38
Wer sich das Wetter und die Umgebungsbedingungen beim Fotografieren aussuchen kann hat es auch leichter bei der Linsenauswahl

Da will ich dir nicht reinreden, habe aber grade heute einen fotografen mit ähnlichem equipment im regen spazieren sehen (ohne grade zu fotografieren) .. normale leute nehmen sich einen regenschirm mit :D;)

PS: Es gibt sogar Regenschirme für den Blitzschuh....... jaaaa, richtig gelesen, den Blitzschuh. Schon mal eine Cam an nem Schirm durch die gegend fliegen sehen? :D:D:D

ceving
21.06.2009, 14:00
Eigentlich lege ich sogar so viel Wert auf schärfe, dass ich teilweise die Bilder überschärfe, doch bei Landschaftsaufnahmen vermag ich keinen Unterschied zu erkennen was die Schärfe betrifft.


Evtl. liegt es daran, dass Landschaftsaufnahmen meistens mit kleinen Blenden gemacht werden. Bei Blende 11 ist der Unterschied zwischen einem 24/1,4 und einem 24/2,8 nicht besonders groß. Der eigentliche Unterschied liegt bei Blende 1,4. Und die ist für Landschaftsaufnahmen meistens verzichtbar. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass sich Landschaften in den wenigsten Fällen schnell bewegen, kann man auch getrost auf Ultraschall-AF verzichten. Und somit ist man schnell an dem Punkt, an dem man einsehen muss, dass das alte 2,8er eigentlich auch völlig ausrechend ist für Landschaftsaufnahmen.

Der Anteil der Aufnahmen, die man sich durch das Nicht-L vergibt, ist gemessen an dem, was man meistens fotographiert, eher gering. Andererseits könnten diese exotischen Aufnahmen auch gerade die interessanteren sein:


inmitten des Gischtnebels eines Fasserfalls, bei dem man Angst um die Dichtung der Kamera haben muss
auf einem von zwei Hundeschlitten, die sich gerade einen Rennen liefern, bei dem man auf keinen Fall eine zweite Hand frei hat zum scharf stellen
beim Sonnenaufgang in der Wüste, bei dem die Sonne gerade über die Berge lugt und zu viel Flair erzeugen würden, da sie mitten im Bild ist

Allerdings ist die ganze Diskussion darüber, ob man sich was mit einem Nicht-L vergibt eher theoretsich. Man neigt dazu sich einzureden, dass man was braucht, was man in Wirklichkeit doch nicht braucht. Wer nie nach Ägypten fährt, braucht sich auch keinen Kopf darum machen, ob er beim Sonnenaufgang auf dem Gipfel über dem Katharienenkloster morgens um 4 zu viel Flair im Bild hat.

cu Sascha

ehemaliger Benutzer
21.06.2009, 14:07
Hallo Sascha,
klasse erklärt, ich unterschreibe jeden Satz.

Gruß
Joni

Marcus E.
21.06.2009, 14:14
....
Wenn ich mich mehr auf Landschaft spezialisieren sollte, und ich zufällig ein paar Euronen übrig habe, dann werde ich mich mit dem Tamron 17-50 oder canon 17-85 näher beschäftigen. Was meint ihr, welches von den beiden ist denn eher zu empfehlen?
viele Grüße
Tobias
Das 17-85mm IS bringt Dir qualitativ nicht viele Vorteile!
Der WW-Bereich ist bis 24mm etwas weicher, als beim 18-55mm IS.
Du bekommst aber:


30mm mehr Brennweite, m.E. ein deutliches +
schneller USM mit Innenfokussierung, auch ein deutliches +
1mm WW, macht ca. einen Schritt nach hinten aus
FTM, nice to have

Das Tamron kenne ich nicht, aber extra Lichtstärke kann mitunter sehr hilfreich sein.
Gäbe es ein gutes EF-S 17-85mm mit f/2,8 wäre das sicherlich MEINE 1. Wahl!

Das 17-55mm IS habe ich gestern beim Festival testen können. Die Lichtstärke und die Schärfe haben mich überzeugt, aber der Brennweitenbereich keinesfalls!