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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Generelle Frage Makro



Jesaja78
11.03.2011, 11:45
Hallo,

ich habe mal eine generelle Frage zu Makros. Irgendwie verstehe ich das Ganze nicht und habe bislang keine Antwort im Netz gefunden.

Ist ein sagen wir 100mm Makro das gleiche wie ein 100mm Normalobjektiv? Ich meine, habe ich damit die gleiche Abbildung(smaßstab)? Ist der einzige Unterschied, dass ich mit dem Makro nen geringeren Abstand zum Objekt habe?

Ich frage deshalb, weil oftmals günstige Makros angeboten werden und ich nicht weiß, ob ich damit etwas anfangen kann. Mache eigentlich keine Makrofotografie, sondern eher Portrait.

Ich hoffe, es kann mir jemand erklären, wahrscheinlich ist die Antwort recht einfach...

Vielen Dank!

Artefakt
11.03.2011, 11:53
Ja, 100mm sind grundsätzlich 100mm. Das Makro-Objektiv ist bis in den Makro-Bereich bzw. besonders für diesen Bereich korrigiert ("Bildfeldebnung"). Dann "darf" man auch näher ran. Diese Korrektur ist teuer, und sie geht mit vertretbarem Aufwand auch nur bis zu bestimmten Lichtstärken. Daher sind Makro-Objektive lichtschwächer als ihre Schwestern ohne Makro.

Normale Objektiv haben vom Hersteller nicht umsonst die Limitierung nach unten - es würde die Randschärfe leiden. D.h. wenn man mit einem normalen 100er Objektiv Zwischenringe benutzt und so den vom Hersteller vorgegebenen Minimalabstand unterschreitet, wird die Qualität nicht mehr passen.

Es steht bei vielen Zooms, besonders bei Fremdherstellern, in der Bezeichnung das Wort "macro" drinnen. Das heißt, dass man damit etwas näher rangehen kann als üblicherweise mit einem Zoom. 1:1 wie ein echtes Makro schaffen die aber nie. So maximal 1:2,5 gehen mit diesen Objektiven. Für ab und zu einen Schmetterling oder eine Blüte ist das aber ganz brauchbar.

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at

Observer
11.03.2011, 12:29
Hallo,

Brennweite 100 mm sind immer Brennweite 100 mm - aber durch das Näherrankönnen ändert sich sehr wohl der Abbildungsmassstab. Der ist daher objektivspezifisch und geht bei Makroobjektiven ohne Zusatzeinrichtungen wie Telekonverter meist bis max. 1:1. Ausnahme ist bei Canon das Lupenobjektiv, das ohne Konverter bis 5:1 geht - schon eine sehr starke Vergrösserung (die Brennweite dieses Objektivs ist übrigens 65 mm). Wenn man die Canonseite mit den Objektiven aufruft, dann ist der max. Abbildungsmassstab übrigens jeweils angegeben.

Grüsse
Heinz

curt
11.03.2011, 12:39
Die Frage solltest Du in einem Makroforum stellen weil das Thema sehr komplex ist.

Anbei ein paar Diskussionbeitragssplitter die ich hier im Forum aufgeschnappt habe.

Wenn wir das „echte“ Makro jetzt einmal vernachlässigen ist die Nominalbrennweite nur bei der Unendlichstellung des Fokus garantiert. Über die tatsächliche Brennweite bei Einstellungen näher Unendlich wurde hier schon mal diskutiert und es wurde eine Liste verlinkt die ich leider nicht verspeichert habe (bin am suchen). Jedoch kann ich mich erinnern dass bei meinem 28-300L die Abweichung schon sehr heftig ist etwa im Nahbereich ist das 300er nur mehr so etwa 220.

Weiters ist die Lichtstärke beim „echten“ Makro im Nahbereich auch nicht mit dem Nominalwert zu betrachten sondern mit einem Effektivwert der davon abweicht.

Mein Tipp: „Vergiss die Theorie, kauf Dir das 100L Hybrid IS, und Du wirst jede menge spaß damit haben.

hans_g
11.03.2011, 13:02
Wenn wir das „echte“ Makro jetzt einmal vernachlässigen ist die Nominalbrennweite nur bei der Unendlichstellung des Fokus garantiert.

Genau so habe ich das mal gelernt, soll heißen, daß die herkömmlichen Objektive auf die Unendlichstellung hin korrigiert sind, während das für Macros im Normalfall auf den Maßstab 1:1 zutrifft. Ich denke mal, daran hat sich auch im digitalen Zeitalter nichts geändert.


Mein Tipp: „Vergiss die Theorie, kauf Dir das 100L Hybrid IS, und Du wirst jede menge spaß damit haben.

Stimmt, ein tolles Objektiv, aber vermutlich von Jesaja78 nicht gemeint.

Sirion
11.03.2011, 13:09
Bei den spezifischen Details hat Curt recht, für den Otto-Normal-Amateur, der keine Macros macht, stellen die angebotenen Macro-Objektive eine Option dar. Ich hatte früher z.B. das hervorragende Canon EF 100/2 USM, habe es aber gegen ein Tokina AT-X 100/2,8 Macro Pro D eingetauscht, da ich mit dem Tokina (wenngleich auch unter Verlust des genialen USM-Antriebs und der Lichtstärke vom Canon) universeller einsetzbares Objektiv habe. Beispielsweise konnte es mit der max. Annäherungsgrenze des EF 100/2 USM im Studio schon einmal knapp werden, wenn man sehr nah an ein Auge oder andere Details heranwollte. Außerdem mache ich gelegentlich gern Macro.

Bei anderen Einsatzgebieten außer Details oder gar Macro, z.B. der Personen-, Landschafts- oder Architekturfotografie habe ich aber noch keinen prägnanten Unterschied feststellen können. Hätte ich den Post von Curt nicht gelesen, hätte ich Stein und Bein geschworen, dass hier 100mm immer 100mm sind.

Grüße
Sven