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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Filter als Objetivschutz? Bitte um Beratung



ag36
12.10.2011, 20:34
Hallo,

ich bin seit knapp einer Woche stolzer Besitzer einer 600d mit dem 18-55 IS II, die nun endlich die 350d ablösen durfte. Obwohl ich die 350er inzwischen schon 6 Jahre hatte, würde ich mich trotzdem noch als Einsteiger sehen; ich nutze zu 98% die Automatikprogramme, habe außer einem 430EX kein teures, tolles Zubehör etc etc...

Jetzt meine eigentliche Frage: Da ich natürlich möglichst lange Spaß an meinem guten Stück behalten möchte, habe ich mir Gedanken gemacht, das Objektiv durch einen Filter zu schützen.
Ich fotografiere nicht in Sandstürmen oder in schlamm-spritzenden Outdoor-Szenarien, mir geht es hauptsächlich um den Schutz vor Fingerabdrücken u.ä., höchstens vor leichten Krätzerchen.
Eine kurze Internet-Recherche brachte mich nicht wirklich weiter, wenn ich die Wahl von 9,98 Euro bis ins fast unüberschaubare habe.
Also habe ich mich im lokalen Fotoladen erkundigt. Den Polfilter von Kenko ("gehört zum aller besten") gibts für 104 Euro, einen ebenfalls sehr guten UV-Filter für 62€.
Ich brauche an dieser Stelle keine Aufklärung über UV- und Polfilter, das ist mir soweit schon klar. Wie gesagt, es geht mir nur um den Schutz des Objektivs.
Für das Standard-Objektiv, das ich schon ab 90-100€ bekomme, macht es wohl überhaupt keinen Sinn, nur zum Schutz einen 104-Euro-Filter dranzuschrauben. Aber selbst 60 Euro nur zum Schutz stehen in meinen Augen nicht in einem sinvollen Verhältnis zum Objektivpreis.

Was ich noch einschieben will: Ein Filter kommt nur dann für mich in Frage, wenn er die Bildqualität nicht oder höchstens in äußerst geringem Maße beeinträchtigt. Ein 10 oder 15 Euro Filter fällt wohl auch raus, oder???

Und noch eine weitere Frage, falls ihr mir nun von einem "Schutz-Filter" ganz abraten solltet: Was sind die besten Methoden, um die befürchteten Fingerabdrücke wieder loszuwerden, ohne dann dabei erst recht das Objektiv zu verkratzen. Da bin ich für alle Tipps, Anleitungen und Anregungen sehr dankbar, wie generell für alle Antworten natürlich auch.

Und Entschuldigung, wenn meine Fragen hier schon mehrfach abgehandelt wurden, ich habe nach dem Thema gesucht, aber nicht wirklich DIE Antworten gefunden, die ich mir erhofft hätte, daher ein neues Thema.

Vielen Dank für alle Tipps, Meinungen, Antworten.

Grüße,
Markus

Timo.
12.10.2011, 20:45
Für das Standard-Objektiv, das ich schon ab 90-100€ bekomme, macht es wohl überhaupt keinen Sinn, nur zum Schutz einen 104-Euro-Filter dranzuschrauben. Aber selbst 60 Euro nur zum Schutz stehen in meinen Augen nicht in einem sinvollen Verhältnis zum Objektivpreis.

Was ich noch einschieben will: Ein Filter kommt nur dann für mich in Frage, wenn er die Bildqualität nicht oder höchstens in äußerst geringem Maße beeinträchtigt. Ein 10 oder 15 Euro Filter fällt wohl auch raus, oder???



Du beantwortest deine Frage schon selbst: ein guter Filter steht in schlechter preislicher Relation, ein billiger Filter hat eine zu schlechte Qualität.
Natürlich wird durch den Filter nicht alles wie Sau aussehen, aber das ganze Bild wird weicher.
Deshalb nutze ich an KEINER meiner Linsen Filter, egal ob 100 oder 1000€. Ist aber Geschmackssache. Ich würde abraten.

Timo

net_stalker
12.10.2011, 20:57
Zustimmung - keine Filter. Ich hab auch an meinen Objektiven >2000€ keine Filter weil es dafür keine (für die Fronzlinse) gibt. Streulichtblende und fertig

pfotegraphie
12.10.2011, 21:15
Guten Abend!

Ich kann von Filtern nur abraten. Die "ach so empfindlichen" Linsen sind relativ robust. Wenn es schnell gehen muss, liegen die Objektive bei mir ohne vorderen Deckel in der Fototasche und ich habe bis jetzt noch kein Objektiv verkratzt. Auch einen unsanften Zusammenstoß mit einem Metallzaun und ne Hundeschnauze in der Geli haben meine Objektive bisher überlebt.

Den Kostenpunkt hast Du ja schon selbst erwähnt: Dein Objektiv kostet bei Amazon ca. 150€. Ein richtig guter Schutzfilter kostet ungefähr das selbe.

Worst case: Wenn Du jetzt beides Zusammen runter schmeißt, hast du 300€ statt nur 150€ vernichtet.

Viele Grüße
Nils

Dirk Wächter
13.10.2011, 08:47
Du hast es sicher schon bemerkt, die Meinungen hierzu sind im Großen und Ganzen gleich. Ein Filter verwendet man nur dann und dort, wo er seiner Bestimmung nach auch etwas bewirkt (Polfilter, Verlaufsfilter, Graufilter, UV-Filter, Farbfilter usw.). Ansonsten hat eine zusätzliche Glasscheibe vor der Linse (die beim Objektiv-Konstruieren nicht berücksichtigt war) nichts zu suchen. Ich glaube, man wird statistisch gesehen eher vom Blitz getroffen, als dass man mit der Linse gegen eine Türklinke läuft. Wie bereits erwähnt: die Streulichtblende, die im Übrigen immer drauf gehört (es sei denn, sie erzeugt im Bild beim Blitzen unbeabsichtigte Abschattungen) bietet gegen mechanische Eindringversuche genügend Schutz.

hummer sven
13.10.2011, 11:40
Wie steckt ihr denn ein 16-35 mit Gegenlichtblende in die Tasche? Bei mir passt das nicht. Auch ein 70-200 mit Gegenlichtblende geht nicht, weil zu lang. Ich habe deshalb immer Filter drauf.

Dirk Wächter
13.10.2011, 11:41
Wie steckt ihr denn ein 16-35 mit Gegenlichtblende in die Tasche? Bei mir passt das nicht. Auch ein 70-200 mit Gegenlichtblende geht nicht, weil zu lang. Ich habe deshalb immer Filter drauf.

ääähhhh...abschrauben und umdrehen...?!?!?

jojoAction
13.10.2011, 11:44
Tasche auf, Objektiv rein...
Für dich gilt wohl: größere Tasche kaufen.

tigerente
13.10.2011, 11:46
Hi!

Dann hast du die falsche Tasche.Mal abgesehen davon das der Linse in der Tasche auch ohne angesetzte Geli in der Regel nichts passiert.

Für's 70-200 gibts von ThinkTank das Digital Holster55,da passt die Kamera mit Linse und angesetzter Geli rein.


Grüsse

Timo

samara
13.10.2011, 12:23
Was sind die besten Methoden, um die befürchteten Fingerabdrücke wieder loszuwerden, ohne dann dabei erst recht das Objektiv zu verkratzen. Da bin ich für alle Tipps, Anleitungen und Anregungen sehr dankbar, wie generell für alle Antworten natürlich auch.
Fingerabdrücke bekommst du problemlos weg - dafür gibts hier viele Anleitungen. Einfach mal suchen.

Wenn du keine Kratzer auf der Linse haben willst, dann lass Fingerabdrücke drauf, bis du daheim Zeit und Ruhe für eine sanfte Reinigung hast.
Allerdings schaden Kratzerchen auf der Frontlinse auch so gut wie nicht der Bildqualität - ausser, die gesamte Oberfläche ist matt geputzt worden.

Ich habe so gut wie immer einen Schutzfilter drauf. Unterschiede sieht man selten. Und wenn es mal doch so ist, beispielsweise bei schwierigem Gegenlicht, dann schraube ich ihn fix ab.

Dabei halten Filter bei mir so ein bis zwei Jahre. Dann haben sie so viele Kratzer oder Flecken, dass sie getauscht werden. Alte Filter krame ich dabei immer wieder mal raus, wenn abzusehen ist, dass der Filter dreckig werden wird. Beispielsweise wenn es zu schlammigen Sportveranstaltungen geht, oder zu Demos bei denen das Pfefferspray locker sitzen könnte, oder für Bootsfahrten mit Salzgischt, oder im Regen, usw. Dann also, wenn man Spritzer und Dreck auf dem Filter direkt im Bild sehen würde. Dann wird der alte Filter hemmungslos mit dem Hemdzipfel abgewischt und weiter geht es.

Insofern würde ich mir an deiner Stelle einen gebrauchten UV-Filter für 5 EUR zulegen, der bei Bedarf aufgeschraubt wird und das Gröbste abhält. Und wenn es nur ist, damit man selbst beruhigt ist.

andreasj
13.10.2011, 14:44
B+W-Filter und auch HOYA sind sehr gut. Filter sollten unbedingt mehrfach vergütet sein.
Ansonsten, wie schon geschrieben: Schutzfilter braucht man nur in Ausnahmefällen. Die Gegenlichtblende ist dein Freund.

Artefakt
13.10.2011, 16:32
ääähhhh...abschrauben und umdrehen...?!?!?

... und das jedes Mal? Das war zu FD-Zeiten mit den schlanken Optiken und Streulichtblenden noch einfacher. Gar nicht vom 80-200 zu reden, bei dem die Metallstreulichtblende eingebaut und einfach zu versenken war - das ist wohl nur noch bei ganz wenigen EF-Optiken der Fall, z.B. beim 5,6/400L.

Die Fototaschen werden übrigens noch immer eiskalt so gebaut, als ob es die Elefantenklos der WW-Zooms nicht gäbe ...

Übrigens: Bei umgedrehter Blende kann die Frontlinse in der Tasche schön in den staubigen Samt auf dem Boden der Tasche eintunken ...

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at (http://www.abcdesign.at)

ehemaliger Benutzer
13.10.2011, 17:38
Bezüglich Tasche verhält sich das so in Bezug auf das Fotohobby, wie mit dem Geldbeutel. Beides muss ausreichend groß dimensioniert sein.

Ein "Fach" brauche ich in jeder Tasche bloß für ineinander geschobene Gelis.
Wer nicht "bauen" will, muss kompakt knipsen. So einfach ist das.
Ich stelle aber den Vorteil aus dem "System" über die zwangsläufigen "Nachteile". Einen Tod muss man halt immer sterben.

DaDida
13.10.2011, 21:38
.... Salzgischt, oder im Regen, usw. Dann also, wenn man Spritzer und Dreck auf dem Filter direkt im Bild sehen würde. Dann wird der alte Filter hemmungslos mit dem Hemdzipfel abgewischt und weiter geht es.



:)....und ich dachte schon ich wäre mit dieser Tugend allein....mach ich genau so

1965
25.10.2011, 22:58
Da ich meine Objektive selbst bezahle, bestimme ich auch selbst, ob und wann ich einen Schutzfilter benutze. Sich nur auf die GeLi zu verlassen ist mir zu gewagt, insbesondere bei 16-35 oder 17-40 oder anderen weiten Optiken. Die Geli ist hier nur als seitlicher "Prallschutz" zu sehen.
Bei Wind und Regen oder Wasserfallfotografie habe ich immer irgendeinen Filter drauf: Entweder einen den ich für das Bild brauche (ND, GND, Pol) oder einen Schutzfilter/ Protectfilter. Canon und Kenko haben hier gute Produkte. Grundsätzlich gehen auch UV-Filter, wenn DU einen rumliegen hast. Neu würde ich Protect-Filter kaufen.
Ich putze lieber zwischendurch schnell mal die Filteroberfläche als die Optik direkt. Und bei widrigen Umständen kann sich auch schnell mal ein Sandkorn ins Tuch verirren ...

Aber wie Du schon lesen konntest, das macht jeder wie er es für richtig hält.

Grüße

Nic

Vielleicht hängt es auch vom Sternzeichen ab, ob man auf "Nummer Sicher" geht.

Artefakt
25.10.2011, 23:51
Da ich meine Objektive selbst bezahle, bestimme ich auch selbst, ob und wann ich einen Schutzfilter benutze. Sich nur auf die GeLi zu verlassen ist mir zu gewagt, insbesondere bei 16-35 oder 17-40 oder anderen weiten Optiken. Die Geli ist hier nur als seitlicher "Prallschutz" zu sehen.
Bei Wind und Regen oder Wasserfallfotografie habe ich immer irgendeinen Filter drauf ...

Sehe ich genauso.


Aber wie Du schon lesen konntest, das macht jeder wie er es für richtig hält.

Nur dass die "Filter-Verteufler" sich oft lustig machen über Mitmenschen, die ihre Ausrüstung schützen möchten. Es kommen Argumente, dass der Filter das Bild IMMER schlechter macht. Es ist mir - sogar bei extra gemachten Testreihen, bei denen ich auf diese Problematik "konditioniert" war - noch nie eine sichtbare Verschlechterung in der 100%-Ansicht aufgefallen. Da müsste es schon ein schlecht geschliffener und/oder schlecht vergüteter Filter sein ... Und dass man auf L-Optiken keine Billigsdorfer schraubt, sollte sich von selbst verstehen.

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at

1965
26.10.2011, 16:04
In der Theorie stimmt es wohl, dass jede zusätzlliche Glasoberfläche im Strahlengang zu einer Deoptiierung führt.

In der Praxis steht der Einfluss eines guten Schutzfilters hinter gewählter Iso, wackligem Stativ, langer Freihandverschlusszeit oder gar schlechtem Bildaufbau deutlich zurück. Ich kenne kein Bild, das durch einen Qualitätsfilter unbrauchbar geworden ist - insbesondere wenn berücksichtigt wird, das maximal 2vH der herzeigenswerten Fotos größer als A3+ ausgegeben werden.

Enjoy

Nic