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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welches Basiswissen braucht man für den Umgang mit Canon TS-E Objektiven?



q085301
14.10.2011, 21:33
Frage an die Praktiker und Macher hier im Forum:

Man sieht ja oft traumhafte Ergebnisse von diesen Super-Objektiven!
Deshalb würde mich interessieren:
Welches Basiswissen ist notwendig, um bei dem Umgang mit Canon TS-E Objektiven bestmögliche Ergebnisse zu erzielen?

Ich freue mich über "einleuchtende" Tipps und danke allen im voraus dafür.

Artefakt
14.10.2011, 23:19
Nicht sooo viel.

Es sind Tilt-/Shift-Objektive, also mit "Doppelnutzen". Früher ging das nur mit Fachkameras, bei denen man die Standarten (Filmebene bzw. Objektivebene) unabhängig voneinander verstellen konnte.

Normalerweise sind Film-/Chip-Ebene, Objektivebene und Schärfeebene am Motiv parallel zueinander, und das ganze in einer Achse.

Tilt: Die Schärfedehnung nach Scheimpflug (Tilt), bei der durch Kippen der Objektivebene die drei Ebenen nicht mehr parallel sind, sondern sich in einem gemeinsamen Schnittpunkt treffen. Somit kann man z.B. bei Table-top-Aufnahmen eine große Tiefe des Motivs scharf abbilden, aber in der Höhe hat man fast keine Schärfentiefe. Bei Eisenbahnplatten ist das z.B. hilfreich.

Shift: Die Objektivebene wird parallel zur Film-/Chip-Ebene verschoben, um die optische Achse damit aus dem rechten Winkel zu den drei Ebenen zu bringen. Beispiel: Die Kamera wird lotrecht auf ein Stativ gebaut, die Optik wird parallel nach oben verschoben. Somit wird ein senkrecht stehender Kirchturm in seiner ganzen Größe, aber ohne perspektivische Verjüngung nach oben (wie es mit einem normalen Weitwinkelobjektiv und einer nach oben gekippten Kamera, um den ganzen Turm draufzubekommen, aussehen würde).

Angefangen hat bei Canon die Sache mit dem FD 2,8/35 Tilt/Shift. Bei den EF-Objektiven gibt es ein 24er, ein 45er und ein 90 und nun zusätzlich das schlichtweg geniale 17er. Genial deshalb, weil ja in Zeiten von Photoshop ein Foto, das ohne Shift aufgenommen wurde, auch nachträglich entzerrt werden kann. Aber man verliert ordentlich Bildwinkel, weil das entstandene Trapez wieder auf ein Rechteck beschnitten werden muss. Und man verliert auch Bildqualität, also Auflösung durch das Beschneiden. Wenn man Platz genug hat bzw. nicht jeden Millimeter Weitwinkel braucht, kann man natürlich auch über Software entzerren. Bei Architektur ist das aber gerade oft notwendig, mit Weitwinkel (auch innen) zu arbeiten und nichts zu verlieren.

Mit 24mm und besonders mit 17mm sind nun entzerrte Aufnahmen ohne Verlust von Brennweite bzw. Bildwinkel möglich.

Hier noch Links zum Thema:

http://www.arstechnica.de/index.html?name=http://www.arstechnica.de/technik/foto/tiltshift/index.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Tilt-und-Shift-Objektiv

http://ichbins.de/index.php/fotowissen-mainmenu-4/14-shift-ahoi-shiftobjektive-im-photoshop-zeitalter

http://www.canon.com/camera-museum/tech/room/ts-e.html

Bei den Weitwinkel und hier besonders beim 17er ist der Einsatz eines Stativs dringend empfohlen, weil man sehr schnell aus der mühsam austarierten Perspektive wieder verrutscht ist.

Ansonsten ist das Ganze keine Hexerei.

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at (http://www.abcdesign.at)

q085301
15.10.2011, 21:14
Hallo Dietmar,
ganz herzlichen Dank für Deine Supererklärung!

ehemaliger Benutzer
15.10.2011, 21:25
Frage an die Praktiker und Macher hier im Forum:

Man sieht ja oft traumhafte Ergebnisse von diesen Super-Objektiven!
Deshalb würde mich interessieren:
Welches Basiswissen ist notwendig, um bei dem Umgang mit Canon TS-E Objektiven bestmögliche Ergebnisse zu erzielen?

Ich freue mich über "einleuchtende" Tipps und danke allen im voraus dafür.


Jürgen, wenn Du eines hast, dann einfach mal mit probieren (geht über studieren). Du siehst dann relativ schnell am Ergebnis, was gut und was schlecht gelaufen ist. Welche Optik hat Dein Interesse geweckt?

q085301
15.10.2011, 22:22
Ich wurde durch einen Beitrag hier im Forum aufmerksam, der Kollege macht wohl Landschaftsaufnahmen "in luftiger Höhe" mit einem TS-E Objektiv, dessen Qualität mich total faszinierte (User alpha von gestern).

Bisher dachte ich, dass diese Art von Objektiven ausschließlich für Architekturfotos eingesetzt werden. Dem ist offenbar nicht so. Selbst habe ich kein TS-E Objektiv, gefallen würde mit das 24 mm. Bisher war ich der Meinung, besondere Kenntnisse der Fotografie besitzen zu müssen, um das bestmögliche Qualitätsniveau aus einem solchen Sahnestückchen herauszuholen. Ganz so schlimm scheint es wohl nicht zu sein, jedenfalls ist Qualtät deutlich sichtbar zu machen, also keine Zauberei.....

muzius
15.10.2011, 22:35
Ein praktischer Hinweis:
Natürlich muss man mit einem TS-E manuell scharf stellen, was heutzutage per Live View kein Problem darstellt und bei kurzer Brennweite auch durch die hohe Schärfentiefe erleichtert wird (z.B. hyperfokal einstellen). Falls das Objektiv geshiftet oder getiltet ist, muss du aber auch manuell belichten, da die Belichtungsmessung der Kamera nicht mehr funktioniert, d.h. falsche Ergebnisse liefert. Du visierst das gewünschte Motiv also z.B. erst ungeshiftet/ungetiltet an, und stellst die so ermittelte Belichtung dann im M-Modus ein. Anschließend richtest du das Objektiv mit Tilt/Shift aus und löst aus. Belichtungsreihe ist ggf. nützlich. Bei Architekturaufnahmen ist ein Getriebeneiger sehr nützlich und einem Kugelkopf deutlich überlegen.

q085301
15.10.2011, 22:56
Vielen Dank für diesen Hinweis!

ehemaliger Benutzer
16.10.2011, 01:16
Ich wurde durch einen Beitrag hier im Forum aufmerksam, der Kollege macht wohl Landschaftsaufnahmen "in luftiger Höhe" mit einem TS-E Objektiv, dessen Qualität mich total faszinierte (User alpha von gestern).

Bisher dachte ich, dass diese Art von Objektiven ausschließlich für Architekturfotos eingesetzt werden. Dem ist offenbar nicht so. Selbst habe ich kein TS-E Objektiv, gefallen würde mit das 24 mm. Bisher war ich der Meinung, besondere Kenntnisse der Fotografie besitzen zu müssen, um das bestmögliche Qualitätsniveau aus einem solchen Sahnestückchen herauszuholen. Ganz so schlimm scheint es wohl nicht zu sein, jedenfalls ist Qualtät deutlich sichtbar zu machen, also keine Zauberei.....

Ja, ja, der "schweizer Adler" ist schon ein besonderer Fotograf... das macht ihm so schnell niemand nach, einen Gleitschirm und eine Kamera gleichzeitig zu bedienen!

Das neue TS-E 24II (http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/EF_Lenses/Wide_Angle/TS-E_24mm_f3.5L_II/) gehört mit zu den besten dieser Klasse. Allerdings musst Du den Geldbeutel ziemlich weit öffnen! :cool:;) Landschafts- und Architekturaufnahmen sind das Spezialgebiet dieser Linse! Ich habe ein 90iger TS-E und es gehört seit vielen Jahren mit zu den "Lieblingen"... es ist sehr vielseitig einsetzbar, ausreichend scharf und mit prima Bokeh ausgestattet. Man benötigt nicht unbedingt Live-View und mit etwas Übung und einem guten Auge geht das auch durch den Sucher einer 1er. Na dann, viel Erfolg.

Artefakt
16.10.2011, 12:39
Ich wurde durch einen Beitrag hier im Forum aufmerksam, der Kollege macht wohl Landschaftsaufnahmen "in luftiger Höhe" mit einem TS-E Objektiv, dessen Qualität mich total faszinierte (User alpha von gestern) ...

Er nimmt es nicht der Verstellung wegen, also seiner eigentlichen Funktionen wegen, sondern weil durch die Shift-Möglichkeit der Bildkreis des Objektiv deutlich größer ist (sein muss) als für eine normale Vollformat-Aufnahme. Dadurch ist die Qualität dieses Objektivs (ohne Verstellung) bis zu den Rändern hin unvergleichlich scharf und kontrastreich. Besonders Weitwinkel-Objektive lassen zum Rand hin qualitativ mehr oder weniger nach.

Was dazukommt bei einem TS-E: durch die von Haus aus notwendige manuelle Scharfeinstellung hat man einen schönen griffigen und satt laufenden Scharfstellring, der sich im freien Fall nicht von selbst verstellt. Bei den meisten AF-Objektiven ist nach Umstellung auf manuellen Fokus der Ring sehr leichtgängig (weil er es in der AF-Funktion ja auch sein soll), was dann zum unabsichtlichen Verstellen der Schärfe führen kann. Wer die alten FD-Optiken noch kennt, weiß um die Qualität einer seidenweichen und trotzdem gut fixierten Scharfstellung.

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at

Chris_LSZO
17.10.2011, 07:55
Welches Basiswissen ist notwendig, um bei dem Umgang mit Canon TS-E Objektiven bestmögliche Ergebnisse zu erzielen?
Basiswissen nicht sooo viel, Du solltest vor allem wissen, wofuer Du es einsetzen willst, sprich welche Brennweite Du benoetigst. Sonst kauft man schnell das falsche Objektiv, was ein recht teurer Spass ist...
Man muss sich bewusst sein, dass das Fotografieren damit eher gemuetlich vonstatten geht (gehen sollte). Also Perspektive suchen, Stativ aufbauen, Kamera grob einrichten, manuell fokussieren, Kamera mittels LV genau einrichten (das alleine dauert ein paar Minuten...) usw...
Der Rest ist, wie schon gesagt, durch etwas rumprobieren sehr schnell erlernt.

An Basisausruestung sehe ich eine 5DII (wegen LV), gutes Stativ und Neiger (kein Kugelkopf).


Chris

Hans Pfleger
17.10.2011, 09:46
Hallo Jürgen,
Ich bin jetzt seit etwa einem halben Jahr im Besitz des neuen 24mm TSE. Keinerlei Probleme macht die Shift-Einstellung. Da siehst Du beim "Hoch- und Runterfahren" des Objektivs sehr gut, welche Wirkung sich z.B. Bei einem Gebäude ergibt. Schwieriger war und ist für mich die Tilt- Funktion. Durch den Sucher ( ich nutze die 5 DM II ) ist es nicht einfach, die Wirkung zu bemessen. Einfacher ist da die life-view-Funktion. Ich habe für mich noch nicht die optimalen Anwendungsgebiete gefunden. Aber mir war auch von vornherein die Shift-Anwendung wichtiger. Gewöhnungsbedürftig war auch weniger die Scharfstellung als die Belichtungseinstellung. Die Empfehlung über M ist sicher richtig, man muß manchmal einfach ein paar Belichtungen ausprobieren.
Ein Tip noch - bei mir hatte sich nach ein paar Wochen das kleine Schräubchen in einem der Verstellringe von selbst gelöst und das Teil fiel auf den Boden. Zum Glück hatte ichs gleich gemerkt. Seit dieser Zeit prüfe ich immer nach, ob die winzigen Schrauben auch noch festgedreht sind und ziehe sie ggf. nach. Durch häuiges Drehen der Einstellringe werden die Innenschrauben - zumindest bei meinem TSE - immer wieder etwas lockerer.
Fazit: ich habe den Kauf nicht bereut, man muß sich jedoch mit dem Objektiv viel intensiver beschäftigen als mit einem anderen.
Hans

q085301
17.10.2011, 23:38
Hallo Hans,

ich danke Dir für diese klaren Aussagen.

1965
25.10.2011, 22:16
Die Belichtung ist - mit einer 5DII hinter der Optik - weniger kompliziert als dargestellt. Blende nach Wunsch und die Zeit regulierst Du Dir nach dem in Liveview eingeblendeten Histogramm.

Ohne Liveview geht "probieren und herantasten" an die richtige Belichtung ganz gut.
Den "umständlichen" Weg mit "Messung vor Verstellung" war nur zu den Zeiten analoger Fotografie erforderlich.

Die Beurteilung des Tilt ist über den Sucher schon problematisch und braucht viel Erfahrung. Liveview mit seiner 10xLupe und Betrachtung mit Abblendtaste ist hier ebenfalls Dein Freund.

Ansonsten kannst Du "zum Testen" auch in Erwägung ziehen, Dir ein 24er I zu holen. Natürlich ist ein optischer Unterschied auszumachen. Der Unterschied macht aber (gebraucht gegen gebraucht) auch ca. 1000€ Unterschied im Preis. Und ein Verkauf kann mit wenig Verlust erfolgen - falls das TS-E dann doch nix für Dich ist. Ach ja, die Linse wird gerne etwas schlecht geredet - das neuere ist einfach ein übermächtiger Gegner. Mir gelingen auch mit der alten Version scharfe Aufnahmen. Natürlich sind die Ränder je nach Verstellung nicht ganz so stark.
Der sog. Superrotator ist allerdings ein herausragendes Merkmal der neuen Version.
Das wird für mich auch der Grund für den Tausch alt gegen neu - aber ganz ehrlich: Für einen Amateur- oder Hobbyfotografen ein Luxusproblem.

Wie schon von einigen gesagt: Probieren geht über studieren und jede der vorhandenen Brennweiten hat ihren ganz eigenen Reiz. Nur aus Gewichtsgründen lasse ich hinundwieder eines zuhause.

Enjoy

Nic

ehemaliger Benutzer
26.10.2011, 01:31
Die Belichtung ist - mit einer 5DII hinter der Optik - weniger kompliziert als dargestellt. Blende nach Wunsch und die Zeit regulierst Du Dir nach dem in Liveview eingeblendeten Histogramm.

Ohne Liveview geht "probieren und herantasten" an die richtige Belichtung ganz gut.
Den "umständlichen" Weg mit "Messung vor Verstellung" war nur zu den Zeiten analoger Fotografie erforderlich.

Die Beurteilung des Tilt ist über den Sucher schon problematisch und braucht viel Erfahrung. Liveview mit seiner 10xLupe und Betrachtung mit Abblendtaste ist hier ebenfalls Dein Freund.

Der Artikel hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Tilt-und-Shift-Objektiv)bietet viele Infos und weiterführende Links.

Im Grundsatz alles richtig, aber nicht jede Kamera verfügt über die Technik Live-View und ich frage mich öfters, wenn ich die Tipps für Live-View lese, wie die Fotografen das früher ohne diese Technik wohl gemacht haben. Und es ging auch (im Zweifel) sehr gut, so gut wie manuelles Fokussieren über den Kamerasucher eben geht.

TriStar
26.10.2011, 09:34
Morgen,

hab auch vor gut einem Jahr das TS-E 17mm erworben. Anfangs tat ich mich schwer, aber jetzt geht's. Mir hat dabei eine Canon Seite sehr weitergeholfen, aber die finde ich jetzt leider nicht mehr. Da gab es verschiedene Fotos die zeigten, was passiert wenn mann kippt und schiebt, aber auch wenn man diese beiden Funktionen gegen einander verschiebt. Vielleicht kennt die ja einer von euch. Ich hatte die eigentlich mal als Lesezeichen, aber das führt mich nur hierhin:

Klick (http://www.learn.usa.canon.com/home/home.shtml)

Ansonsten würde ich mir nur überlegen welche Brennweite du brauchst und dann das Abenteuer beginnen lassen ;)

ehemaliger Benutzer
26.10.2011, 11:20
TS-Basiswissen wird auch hier (http://www.cambridgeincolour.com/tutorials/tilt-shift-lenses2.htm)(Schärfentiefe Depth of field) (http://www.cambridgeincolour.com/tutorials/depth-of-field.htm) oder hier (http://www.cambridgeincolour.com/tutorials/tilt-shift-lenses1.htm) (perspective control) gut erklärt!

Chris_LSZO
26.10.2011, 11:59
Im Grundsatz alles richtig, aber nicht jede Kamera verfügt über die Technik Live-View und ich frage mich öfters, wenn ich die Tipps für Live-View lese, wie die Fotografen das früher ohne diese Technik wohl gemacht haben. Und es ging auch (im Zweifel) sehr gut, so gut wie manuelles Fokussieren über den Kamerasucher eben geht.
Sicher, frueher haben sie mit Plattenkameras und Tuch ueber'm Kopf auch ganz tolle Fotos gemacht, also was soll all der moderne Kram... :rolleyes:

Eine Kamera mit LV ist ein echter Segen fuer TS-Fotografie. Niemals mehr ohne, das steht fuer mich mal fest.


Chris

KaiseAl1
26.10.2011, 13:18
Was ich als Zubehör fürs tilten (zum Live View) empfehlen kann ist ein Viewfinder wie er für die Film Rigs verwendet wird. zB von Zacuto.
Vorallem beim 24TSE II wo ja oft nur sehr wenig geschwenkt wird ist die Beurteilung der Schärfeebene oft nicht ganz leicht - da hilft jede Vergrößerung.

lg

Alex

1965
26.10.2011, 15:38
Im Grundsatz alles richtig, aber nicht jede Kamera verfügt über die Technik Live-View und ich frage mich öfters, wenn ich die Tipps für Live-View lese, wie die Fotografen das früher ohne diese Technik wohl gemacht haben. Und es ging auch (im Zweifel) sehr gut, so gut wie manuelles Fokussieren über den Kamerasucher eben geht.

Da will ich nicht widersprechen - aber ergänzen, dass die Lernkurven sehr viel flacher waren und Erfahrung nicht nur gefragt sondern zwingend war.
Und im Zweifel hat eine Reihenaufnahme sehr geholfen - oder man lies sich überraschen
Die TS-Es erfahren ja erst in den letzten Jahren - insbesondere seit erscheinen von 17mm und 24mmII - einen Boom. Ich fotografiere mit dem 24mmI, da war es noch mit 1600€ in den Preislisten gestanden. Von daher kenne ich die angesagten Verfahrensweisen.

Meine Erfahrung sagt mir, dass der Tilteffekt im Sucher deutlich schwächer ist, als dann auf dem Bild. Shiften ist über den Sucher kein Thema - gerne auch ohne Stativ.

Ich darf mich da der Aussage von Chris_LSZO anschließen: Liveview ist da echt ein Segen und sorgt dafür, dass diese speziellen Optiken auch ohne viel try and error eingesetzt werden können.

Aber das ist meine ganz persönliche Meinung und muss sich nicht mit anderen Meinungen decken.

Enjoy

Nic

ehemaliger Benutzer
26.10.2011, 17:50
Eine Kamera mit LV ist ein echter Segen fuer TS-Fotografie. Niemals mehr ohne, das steht fuer mich mal fest.

Was ich als Zubehör fürs tilten (zum Live View) empfehlen kann ist ein Viewfinder wie er für die Film Rigs verwendet wird. zB von Zacuto.

... dass die Lernkurven sehr viel flacher waren und Erfahrung nicht nur gefragt sondern zwingend war.
Und im Zweifel hat eine Reihenaufnahme sehr geholfen - oder man lies sich überraschen
So sieht's aus!

Ich habe über 20 Jahre mit der Fachkamera gearbeitet und bin vor ca. zwei Jahren auf DSLR umgestiegen. Die Kombination aus LiveView + Viewfinder + TS-E 17/24II zählt für mich bei meinen Anwendungen mit zu den wichtigsten Innovationen in der Fotografie und war ein wesentlicher Anstoß für diesen Wechsel.
Die damit erzielbare Produktionssicherheit ist ein Segen. Die Präzision und Bequemlichkeit ebenfalls.
Daß ich vorher auch klargekommen bin, ändert daran nicht das Geringste.

ehemaliger Benutzer
26.10.2011, 17:52
Ein Tip zum scharfstellen. Beim fliegen freihand wird das nix mit LV. Durch den Sucher schauen, gewünschtes AF Feld aktivieren, Auslöser halb gedrückt halten, am Schärfering drehen bis das gewünschte AF Feld im Sucher aufleuchtet, nach dem kurzen aufleuchten ist rechts unten ein grüner Punkt im Sucher, solange der leuchtet stimmt die Schärfe, jedenfalls bei meiner 5D II.
das geht so beim 17 tse und 24 tse II. Vermutlich auch bei allen anderen Objektiven, sofern MF eingestellt ist. Die meisten Panoramen habe ich so scharfgestellt. http://welling.ch/panoramen.htm

1965
26.10.2011, 18:40
Beim fliegen freihand wird das nix mit LV. Durch den Sucher schauen, gewünschtes AF Feld aktivieren, Auslöser halb gedrückt halten, am Schärfering drehen bis das gewünschte AF Feld im Sucher aufleuchtet, nach dem kurzen aufleuchten ist rechts unten ein grüner Punkt im Sucher, solange der leuchtet stimmt die Schärfe, jedenfalls bei meiner 5D II.
das geht so beim 17 tse und 24 tse II. Vermutlich auch bei allen anderen Objektiven, sofern MF eingestellt ist.


Nachdem was ich in Deinen bisherigen Beiträgen gelesen habe, benutzt Du die TS-Es ohne Verstellung beim Fliegen. Bitte korrigiere mich, falls von unrichtig interpretiert. Du benutzt die TS-Es wegen Ihrer absoluten Rand zu Rand-Schärfe.
Die unteren Brennweiten sind natürlich auch wesentlich toleranter bezüglich Scharfstellung. Mit 20mm beim 16-35 bekomme ich Vorder- und Hintergrund nur durch Abblenden scharf, wogegen ich beim 45er ums Tilten nicht umhin komme.

Gerne möchte ich nochmals auf die Eingangsfrage des TO zurückkommen.
Aus meiner Sicht reicht es zu wissen, welche Wirkung mit Tilten und welche Wirkung mit Shiften erzielt wird/ werden kann. Und dann ist ausprobieren der beste Lehrmeister. Zum Verstehen und Lernen reichen auch gut die "alten" Modelle, wobei die unterschiedlichen Brennweiten grundsätzlich (jedoch nicht ausschließlich) unterschiedlichen Motiven und Motivausschnitten zugeordnet werden können.
Es gibt einige Anwender, die z.B. ein 90er TS-E gerne für (manuell fokussierte) Portraitarbeiten benutzen, um durch leichtes Tilten den Unschärfeverlauf zu intensivieren.
Man kann die Optiken auch einfach als normale Spitzenoptiken einsetzen (ok, da fallen das 24mmI und das 45er etwas ab).

Enjoy

Nic

ehemaliger Benutzer
26.10.2011, 18:54
Tilt verwende ich selten, am Boden für Architektur shifte ich, sofern das 17tse nicht reicht. Meist bevorzuge ich aber die bessere Qualität der Mitte:D:D:D