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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sobald man Visitenkarten hat Gewerbe?



Estelle
15.11.2011, 06:54
Hallo!!

Ich bin zwar noch ganz frisch angemeldet, aber fotografisch bin ich schon länger unterwegs. Bisher habe ich mehr in der Fotocommunity meine Bilder gezeigt und naja, ich fotografiere hier vor Ort auf privaten Feiern und Festen, manchmal auch für die Zeitung....
Es wäre schön wenn ich etwas bekannter würde, momentan habe ich so gut wie keine Einnahmen von meiner Fotografiererei, würde das aber sehr gerne ein wenig ändern.
Ich würde daher gerne Visitenkarten verteilen und damit ein wenig für mich werben.
Mein Dad meinte, sobald ich soetwas öffentlich mache - also Visitenkarten oder Flyer - muss ich auch ein Gewerbe anmelden, da ist das nix Privates mehr.
Stimmt das?
Auch wenn ich im Monat weniger als 50 Euro mit meiner Fotografie verdiene muss ich das anmelden nur weil ich mit Visitenkarten Werbung mache?
Ihr wisst das doch bestimmt, hm?

Estelle ;)

Ulrich F.
15.11.2011, 08:05
Hallo Estelle,

nur das Vorhandensein von Visitenkarten ist noch kein Gewerbeindiz.

Du solltest natürlich nicht draufdrucken, dass du gewerbliche Fotografie anbietest:D.

Solange nur deine Kontaktdaten daraufstehen, ist der Einsatz m.E. unproblematisch...

Uli

Freistellungsbeauftragter
15.11.2011, 15:01
Hallo,

ich bin weder Jurist, Steuerberater noch Finanzbeamter, aber die Absicht alleine mit einer Tätigkeit Geld verdienen zu wollen, bedeutet nach meiner Meinung noch nicht das man ein Gewerbe anmelden muss. Erst wenn da was (in nennenswertem Umfang) passiert und auch z.B Steuern anfallen, solltest Du darüber nachdenken. Und auch dann würde ich genau überlegen ob Freiberufler oder Gewerbetreibender. Dazu hier aber nicht mehr, denn darüber gibt es hier wirklich viele kontrovers geführte umfangreiche Beiträge....


Gruß

Jörg

Nas-t
15.11.2011, 15:50
Mir wurde seinerzeit gesagt, wenn ich Visitenkarten habe, auf denen klar zu erkennen ist, dass es sich um Karten zum Zwecke der Werbung handelt, oder man generell Werbung macht, muss man ein Gewerbe angemeldet haben.

pfotegraphie
15.11.2011, 17:58
Warum denn das? Man kann doch auch Werbung für etwas nicht gewerbliches machen, dann braucht man auch kein Gewerbe.

Kärtchen und Gewerbe haben eigentlich nichts miteinander zu tun - es gibt ja sogar Menschen, die einfach für sich privat Karten haben, ohne auch nur im entferntesten damit Geld verdienen zu wollen.

bininga
15.11.2011, 18:05
Warum denn das? Man kann doch auch Werbung für etwas nicht gewerbliches machen, dann braucht man auch kein Gewerbe.

Kärtchen und Gewerbe haben eigentlich nichts miteinander zu tun - es gibt ja sogar Menschen, die einfach für sich privat Karten haben, ohne auch nur im entferntesten damit Geld verdienen zu wollen.

Hallo,

genau so ist es.

Gruß,
Fred

ehemaliger Benutzer
15.11.2011, 19:12
Es wäre schön wenn ich etwas bekannter würde, momentan habe ich so gut wie keine Einnahmen von meiner Fotografiererei, würde das aber sehr gerne ein wenig ändern.

Aber genau das ist der Knackpunkt. Du verteilst die Visitenkarten oder Flyer doch nicht aus reiner Freundlichkeit, du möchtest damit mehr Aufträge erhalten. Meines Wissens ist nicht die Höhe der Einnahmen der Indikator für eine gewerbliche Tätigkeit, sondern die Regelmäßigkeit. Da es für alle relevanten Punkte doch Mindestumsatzgrenzen und Freibeträge gibt, musst Du Dir keine Sorgen machen, wenn Du nur geringe Einnahmen hast.

Ob ein - zugegeben sehr kompetentes - Internetforum eine ausreichende Basis für eine steuerrechtlich sichere Information ist, muss Du selber beurteilen. Solltest Du aber irgendwann Probleme mit dem Finanzamt bekommen, wirst Du mit der Entschuldigung "....aber im DForum hat man mir das anders erklärt" sicher für Heiterkeit sorgen. Ich persönlich würde einfach mal den Steuerberater Deiner Eltern besuchen.....;)

Grüße
Joni

Freistellungsbeauftragter
15.11.2011, 19:15
Hallo,

das kann schon deswegen nicht stimmen (Karten = Gewerbe), weil damit ja noch garnicht klar ist ob Freiberufler oder Gewerbe.

Wenn die Karten dann erfolgreich waren und die Aufträge, oder was auch immer sprudeln und Du Rechnungen schreibst (die auch noch bezahlt werden), dann muss was passieren, vor allem eine Steuernummer und Steuernzahlen.

Was mchst Du denn mit Deinem Gewerbe, wenn die Karten fruchtlos verteilt sind?

Ich könnte mir ja auch Karten Drucken lassen für einen Taxibetrieb, diese an nette junge Damen verteilen in der Hoffnung angerufen zu werden... (Obwohl ich garkein Taxi habe).

Gruß

Jörg

eigentlich keine schlechte Idee...

Milaro
15.11.2011, 20:10
Hi!

Ich finde das eine schwierige Frage, ich würde mir an deiner Stelle Rat von einem Steuerberater holen.
Einfach damit du weißt ab welchem Betrag die Steuer ins Spiel kommt. Visitenkarten auf denen nicht zu erkennen ist dass du fotografierst kannst du natürlich sowiso jederzeit verteilen.
Sobald da drauf steht "Eventfotograf" oder so, wird das schon problematischer. Meiner Meinung nach ist das immer eine Gratwanderung weil, wenn das Finanzamt auf den Trichter kommt dass du Geld damit verdienst, egal wie viel, und kein Gewerbe angemeldet hast oder eben beim Finanzamt als Freiberufler mit der Kleinstunternehmerregelung gemeldet bist, dann fangen die an zu schätzen die, und das kann schon ganz schön blöde kommen.
Daher, Visitenkarten ja, aber nur mit der Info im Rücken was du wann tun musst.
Ich würde normale Visitenkarten ohne Titel oder Tätigkeitsbezeichnung benutzen, solche Visitenkarten (http://www.wir-machen-druck.de/kostenlose-visitenkarten-gratis,category,12923.html) bekommst kostenlos, und auf die beste Werbung setzen, nämlich Mundpropaganda.
Sobald du mündlich weiter getragen wirst, weißt du dass du Qualität verkaufst :D das ist also auch noch ein Lob dazu!

Gruß
Milaro

ehemaliger Benutzer
15.11.2011, 20:13
Hallo Freistellungsbeauftragter,
ich empfehle ja den Besuch eines Steuerberaters, falls Du Dich erinnerst.;)

Es ist doch völlig wurscht, ob eine freiberufliche oder eine gewerbliche Tätigkeit zugrunde liegt, das ist schließlich nur von der Art der Fotografie abhängig. Ihre genannten Bereiche lassen eher auf gewerbliche Fotografie schließen, für eine Einstufung als Freiberuflerin müsste sie den überwiegenden Teile Ihrer Einnahmen mit Pressefotografie erzielen und dürfte nur ab und an mal ein paar Feiern knipsen.

Das verteilen von Visitenkarten und Flyern hat laut Estelles Angaben nur ein Ziel: Aquise von Aufträgen. Ich darf hierzu mal Wikipedia bemühen, hierzu wäre vor allen Dingen das erste Merkmal relevant:


In der Rechtsprechung hat sich folgende Definition durchgesetzt: Ein Gewerbe ist jede erlaubte, selbständige, nach außen erkennbare Tätigkeit, die planmäßig, für eine gewisse Dauer und zum Zwecke der Gewinnerzielung ausgeübt wird und kein freier Beruf ist.[1][2] Hieraus ergeben sich die folgenden Tatbestandsmerkmale:
nach außen gerichtete Tätigkeit

selbständige (nicht freiberufliche) Tätigkeit
planmäßig auf gewisse Dauer angelegt
Gewinnerzielungsabsicht

Außerdem ist bei einer gewerblichen Tätigkeit die Aufnahme der Tätigkeit maßgeblich, nicht der Zeitpunkt der ersten Einnahmen. Du würdest also mit dem Druck bzw. der Verteilung Deiner Taxibetrieb-Visitenkarten ohne Gewerbeanmeldung eine Ordnungswidrigkeit begehen.

Aber selbst wenn Estelle unter die Kriterien einer freiberuflichen Tätigkeit fallen würde, wären die oben genannten Punkte auch relevant, es würde sich dadurch nur Ihre steuerrechtliche Einordnung (z.B. im Hinblick auf die Gewerbesteuer) ändern. Freiberufler haben schließlich ebenfalls die genannten Ziele.

Wenn Sie durch Mundpropagenda ab und an ein paar Euro verdient, reicht es, diese einfach in der Steuererkärung mit anzugeben, auch die Berufsgenossenschaft macht dann keine Probleme. Sobald sie die Sache aber werblich unterstützen will, um Aquise zu betreiben, wird sie um eine rechtssichere Auskunft z.B: von einem Steuerberater nicht herumkommen.

Hermann Klecker
17.11.2011, 01:27
Wie schon gesagt wurde, hängt das Gewerbe nicht direkt an den Visitenkarten.
Schließlich kann auch ein Künstler Visitenkarten haben. Wieso auch nicht?

Die hier von der TO aufgelisteten Tätigkeiten sind allerdings eher gewerblich denn freiberuflich.

Visitenkarten mit denen aktiv Acquise betrieben wird (oder entsprechende Webseiten) sind natürlich ein Indiz für eine regelmäßige Gewinnerzielungsabsicht.

Steuerfrei ist das Ganze bestenfalls unter 410€ im Jahr, wenn andere Bedingungen erfüllt sind (z.B. daß man hauptberuflich einer andere nicht-selbstständigen Arbeit nachgeht).
50€ im Monat sind in der Summe etwas mehr als das.


Also ja. Wer A sagt, der muß auch B sagen.


Für mich persönlich ist das -bisher- ein Grund, nicht für Geld zu fotografieren, aber auch nicht nein zu sagen, wenn jemand von sich aus erwas erwerben möchte. Das sind dann ungeplante Einnahmen, die ab einer gewissen Höhe (s.o.) dann auch erklärt werden, wenn ich mal wieder auf den allerletzten Drücker eine Erklärung mache. :)

Estelle
19.01.2012, 21:52
Hallo!!

Daaaanke für die Antworten. Ich habe das mit den Visitenkarten jetzt erstmal gelassen, man weiß ja nie. Aber das stimmt natürlich, dass Visitenkarten auch nicht gewerblich genutzt werden. Daran habe ich gar nicht gedacht.

Estelle ;)