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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Makro Objektiv mit Nahlinse



Micha40D
03.01.2012, 15:21
Hallo,

ergibt es Sinn an das 100 f2.8 USM Makro eine Nahlinse zu schrauben, um größere Abbildungsmaßstäbe zu erzielen? Wenn es geht, wie errechnet sich der daraus resultierende Abbildungsmaßstab?

Ich habe noch eine andere Frage: Ich wollte den Effekt eines Zwischenrings beim 100er Makro bestimmen und dabei ist mir aufgefallen, dass ich selbst ohne Zwischenring nicht auf einen Abbildungsmaßstab von 1:1 komme, an der Naheinstellgrenze.

Macht Canon mit der Innenfokussierung einen Trick und erhöht die Brennweite auf 155mm um den 1:1 Abbildungsmaßstab bei 31cm Naheinstellgrenze zu erreichen?

Dieses Verhalten macht zumindest eine pi mal daumen Rechnung etwas "kaputt"

Gruß
Michael

wolfg
03.01.2012, 17:35
dabei ist mir aufgefallen, dass ich selbst ohne Zwischenring nicht auf einen Abbildungsmaßstab von 1:1 komme, an der Naheinstellgrenze.


Fokussierbereichsbegrenzer überprüft?

Micha40D
03.01.2012, 18:40
Fokussierbereichsbegrenzer überprüft?

Da habe mich falsch ausgedrückt. Das Objektiv kann einen Abbildungsmaßstab von 1:1. Der Abbildungsmaßstab eins Objektivs berechnet sich wie folgt:

Abbildungsmaßstab = Brennweite in mm / (Objektentfernung in mm - Brennweite in mm)

Wenn man nun die Werte von 100er einsetzt kommt man auf einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1 : 2,1. Also muss Canon hier einen "Trick" haben, um einen Abbildungsmaßstab von 1:1 zu realisieren. Weiß jemand was das für ein Trick ist? Wenn die Gleichung hier gilt, dann muss die Brennweite an der Naheinstellgrenze zwangsläufig größer sein.

Gruß
Michael

wolfg
03.01.2012, 19:29
Der Trick heißt Floating Elements. Je weiter Du die Fokussierung in den Nahbereich verdrehst, desto kleiner wird die Brennweite des Objektivs.

Viele Grüße
Wolfgang

Micha40D
04.01.2012, 11:19
Hallo,

müsste aber nicht die Brennweite größer werden? Normal hat doch ein Objektiv mit größerer Brennweite einen größeren Abbildungsmaßstab, als eins mit kleiner Brennweite. Unter der Bedingung, dass die Objektentfernung gleich ist.

Canon hat netterweise auf der Seite geschrieben, welchen Effekt Zwischenringe bringen.

Gruß
Michael

wolfg
04.01.2012, 11:41
Bei Floating Elements Objektiven verlängert sich beim Verändern der Entfernungseinstellung normalerweise die Objektivlänge nicht. D. h. die interne Auszuglänge íst eng begrenzt. Mit einer gegebenen Auszuglänge erreichst Du mit kürzerbrennweitigen Objektiven einen größeren ABM als bei längerbrennweitigen.
Z. B. kannst Du mit einem 100mm Objektiv, das auf unendlich eingestellt ist + 100mm Zwischenring den ABM 1:1 erreichen. Bei einem kürzeren 50mm Objektiv reicht dafür ein 50mm Zwischenring. Wenn also in einem Floating Elements System die Brennweite heruntergefahren wird, wird auch ein größerer Abbildungsmaßstab erreicht. Dafür muß aber auch die Objektentfernung verkleinert werden.

Das ist übrigens für viele Kleintierfotografen ein Ärgernis, weil von den langbrennweitigen Makros im extremen Nahbereich nicht mehr so viel übrig bleibt und die Motive eher verscheucht werden...

Viele Grüße
Wolfgang

Micha40D
04.01.2012, 14:23
Danke für die ausführliche Aufklärung. Daran habe ich nicht gedacht, dass ein Zwischenring bei kleinen Brennweiten mehr bringt.

Das mit dem verscheuchen habe ich schon mitbekommen, als ich eine Wespe auf dem Balkon fotografieren wollte. Ein Bekannter meinte nur, dass dafür das 180er Makro von Sigma oder Canon viel besser gewesen wären .

Grüße
Michael