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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 18-55 beschlägt im Regenwald ... 24-105 L besser?



ran71
04.07.2012, 21:59
Hallo versammelte DForum-Gemeinde.

Im September 2011 war ich mal wieder in Französisch Guyana onTour im Regenwald.
Das Dilema: Meine Kit-Linse 18-55 is beschlug auch geraume Zeit nach dem Aussteigen
aus dem Auto. Mit dem Tokina 11-16 hatte ich keine Probleme.

Da es nächstes Jahr da wieder hin geht, frage ich mich und nunmehr Euch, ob das 24-105 L
deutlich besser hierfür ist, also nicht so schnell beschlägt durch die L-typische Abdichtung.
Oder beschlägen die L-Objektive ähnlich wie die normalen EF-S / EF-Objektive?

Ich möchte mir das Objektiv nicht all zu spät holen, um ausreichend Zeit fürs Erfahrung
sammeln zu haben. Die Brennweite finde ich spannend, da ich nach unten ja noch das 11-16
habe, mein 430ex Blitz perfekt dafür passt und nach oben dann keine Tele brauche ... im
Regenwald kann man i.d.R. eh nur bis zur nächsten Biegung des Trampelpfades sehen.
Nebenbei würde meine LowPro AW170 Tasche incl. Regenschutz dann auch noch reichen.

Hat einer von Euch Erfahrung mit dem Objektiv o. ä.
L-Linsen an einer 500d o. ä. Crop-Body im Regenwald?

Mr.Spock91
04.07.2012, 22:33
Hi
ich war mit dem alten 28-70L auf der 550D in Sri Lanka, aber mein Tokina (12-24), Makro (Canon 100) und die L-Linse sind im gegensatz zum Tele (70-300) micht beschlagen.
Das Tele war auch nur ganz leicht trüb, die Bilder waren noch verwertbar und nach ca 15 min hatte sich das auch wieder.

Regenwald ist warscheinlich extremer als Sri Lanka, aber ich hatte weder mit dem L, noch mit einem anderen EF Objektiv Probleme (jedenfalls was beschlagen angeht).

wenn du das Geld hast, ist ein L-Objektiv auf jedenfall eine langfristige investion.

Ich hoffe, ich konnte helfen
Grüße Nico

PS kein Tele? in Sri Lanka gabs Affen ohne ende, aber die hab ich nur mit 100-300mm BW einfangen können.

ran71
05.07.2012, 09:25
Hallo Nico,

danke für Deine schnelle Antwort und Mitteilung Deiner Erfahrung mit ähnlichem Body und Objektiven.

Ich gehe davon aus, dass sich das Beschlagen durch das
Einsaugen der Luft bei der Brennweitenverlängerung ergibt.

Da bei meinem 11-16 alle Bewegungen intern verlaufen und wohl auch bei Deinem L, UWW und Makro
werde ich zusehen, entsprechende Objektive zu kaufen ... Eine Tele hatte ich letztes Jahr fast immer
dabei, habe es aber nur zum Testen in der Unterkunft und einmal auf einer Krokodilfarm benutzt. Ich
merkte, dass das UWW und Kit deutlich häufiger im Einsatz waren. Gelegentlich war die Brennweite
beim Kit zu kurz und auch mit ein, zwei Schritten nicht zu überwinden. Mein altes 28-105 USM hat mir
dann fast immer gereicht, nur die Bilder des Kits sind schärfer.

Im Regenwald ist es recht warm mit bis zu 37 Grad und feucht wie in einer Sauna nach dem Aufguß.

Ja, das Geld ist vorhanden, kann aber nur einmal ausgegeben werden, daher wäge ich gründlich ab.
Primär dachte ich an das 17-70 von Sigma oder 17-50 + Tele. Aber nur Canon liefert geschützte Objektive,
da war die Entscheidung fix gefunden, vielleicht gibt es später mal ein 70-200-4-IS dazu ... später.

aisen.ch
05.07.2012, 10:47
Das Beschlagen geschieht eigentlich weil etwas kälter ist wie die Umgebung und die feuchtwarme Luft daran kondensiert.

Wenn also ein Objektiv nicht von aussen Luft ansaugt sondern intern die Luftmassen hin und her schiebt, so wird nur die Front- und Hinterlinse anlaufen.

Passierte mir am Anfang im neuen Haus im Hochsommer, als ich meine Ausrüstung im Keller lagerte bei maximal 20° und 50% Luftfeuchtigkeit. Aus dem Keller und rein in die 35° Luft vor einem Gewitter und dann läuft auch bei einem 24-105 oder 70-200 erst mal gar nichts, ganz extrem ist das 85/1.2. Seither nehme ich das Zeugs was ich brauche am Vorabend in die "Höhe".

In Gegenden mit Klimaanlagen (raus aus dem Auto, rein in das Auto) wirds lustig, da lohnt sich eine "dichte" Fototasche, bei der das Equipment sich nicht abkühlen kann und das Aussenklima möglichst lang erhalten bleibt.

ran71
05.07.2012, 11:34
Hallo Andreas, danke.

Dann ist also meine Rückschluss falsch und die Güte des Objektives
ist im Bezug auf eindringen Luftfeuchtigkeit recht belanglos?

Grüße, Ralf

aisen.ch
05.07.2012, 16:04
Hallo Andreas, danke.

Dann ist also meine Rückschluss falsch und die Güte des Objektives
ist im Bezug auf eindringen Luftfeuchtigkeit recht belanglos?

Grüße, Ralf

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass je mehr Metall und Glas anstelle Kunststoff desto länger beschlägt das Zeugs. Rein gefühlsmässig müsste ein Plastik-Zoom schneller brauchbar und aklimatisiert sein wie ein 70-200/2.8L.

Auch sagt mein Gefühl, wenn du Kondenswasser im Gehäuse hast, können die Kontakte oxidieren. Von daher lieber eines mit wenig Luftaustausch nach aussen. Zu Analogzeiten hats mir eine Pentax in Neuseeland "verkorrodiert" wegen Feuchtigkeit im innern, welche vermutlich über die Objektive in den Spiegelkasten kamen. Damals waren die Firmen noch kulant, die gesamte Innerei meiner Z1P wurde gratis&franko gewechselt. Zum Glück hatte ich immer eine Zweite Kamera mit. Heute sind die Flickabteilungen ausgelagert und müssen Profit abwerfen, leider.
(Das Teuerste war mal ein ASIC-Tester, wo die Klimaanlage oder besser der Raumfühler durchdrehte und alles übers Wochenende auf 8° kühlte. Als die 20°-Luft wieder kam, gabs Kondenswasser am Metallgehäuse, einen Kurzschluss und eine Rechnung über $180'000)

Allerdings war bisher die Akklimatisationszeit nie länger wie eine halbe Stunde (Tasche auf, Objektiv-Deckel vorne und hinten weg). In Mexiko war ich mal im Regenwald, allerdings hab ich auf eine Klimaanlage verzichtet, in Hängematten im Freien übernachtet und hatte nie Probleme trotz morgentlicher 100% Luftfeuchtigkeit. Also wenn du dein Equipment dem Klima genug früh aussetzen kannst bevor dus brauchst, sollte es kein Problem geben.

Freistellungsbeauftragter
05.07.2012, 23:11
Hallo,

dann wäre ein 70-200 2,8 II ganz gut, das saugt keine Luft, weder beim zoomen, noch beim fokussieren. und eventuell als ergänzung das 17-40mm, oder eben Festbrennweiten.


Gruß

Jörg

ran71
06.07.2012, 10:00
Ich kann aus Erfahrung sagen, dass je mehr Metall und Glas
anstelle Kunststoff desto länger beschlägt das Zeugs. Rein gefühlsmässig müsste ein
Plastik-Zoom schneller brauchbar und aklimatisiert sein wie ein 70-200/2.8L.

Hallo Andreas,

ja, logisch ist das schon, nur gerade mein 18-55 Plastik-Kit beschlug,
dass 11-16 Metall-UWW hingegen nicht. Daher vermute ich, dass
primär der Luftaustauschen zwischen Objektiv und Umgebung
verantwortlich ist und die verwendeten Materialen nebensächlich.

Da ja die Objektive relativ dicht sind hat die normal nach unten
gleitende kalte, klimatisierte Luft im Objektiv ohne Bewegung keine
Chance schnell zu entweichen und Platz zu machen für die Saunaluft.

Das 70-200 2,8 ist für mich preis- und gewichtsbedingt kein Thema,
auch wenn es eine selten guten Linse ist und sich, so auch lt.
'freistellungsbeauftragter' ideal für außen wären. Ich werde mir die
Tage mal live ansehen, wie sehr das 24-105 arbeitet, da mir die
Brennweite zusagt, da mein altes 28-105 ist erst abgeblendet brauchbar
scharf ist und dann der Stabilisator bzw. ausreichend Licht fehlen.

Der Plan ist, mit dem 11-16 und 24-105 alles wesentliche abzulichten.
Der Plan bisher - vielleicht wird der verworfen und alles neu 'verhandelt'.

Grüße, Ralf

Freistellungsbeauftragter
06.07.2012, 13:35
Hallo Ralf,

das 24-105 "pumpt" schon sehr, ich habe es seit ein par Tagen, es ist ansonsten wirklich zu empfehlen.

Hier ein Bildlink (http://img1.focus-numerique.com/focus/articles/504/canon-ef-24-105mm-f4-positions.jpg) dazu.

Oder, du zoomst solange nicht, bis sich das Objektiv (wann auch immer) akklimatisiert hat. Objektiv auf Tele lassen, dann kannst Du auch einmal auf Weitwinkel nur nicht mehr zurück...:rolleyes:

Ich würde da wirklich zu Objektiven raten die das Volumen nicht ändern, welche das im einzelnen sind weis ich nicht bei allen, aber da wäre ein Besuch im Laden Deines Vertrauens sicher hilfreich.

Im übrigen werden Zooms meiner Meinung nach überbewertet, wo wir wieder bei den Festbrennern sind.

Gruß

Jörg

ran71
07.07.2012, 12:23
Im übrigen werden Zooms meiner Meinung nach überbewertet,
wo wir wieder bei den Festbrennern sind.


Hallo Jörg, danke für das Foto.

Keine Frage .. FB sind i.d.R. besser, aber nicht immer. Ich hatte für einige Zeit
das 50 1,8, habe es aber fix wieder verkauft, da der Autofokus alles andere als
treffsicher war. Die manuell fokussierten Bilder waren sanft abgeblendet scharf.

Ich werde jetzt losfahren und mir das 24-105 in Dortmund ansehen und, so sich
nichts fürchterliches in den Weg stellt, für 800 € kaufen. Lt. diesem Vergleich
http://www.the-digital-picture.com/reviews/iso-12233-sample-crops.aspx ist das 24-105 schärfer
als die 17-50/55 und das 24-70 Tamron. Später dann, da ich erst nächstes Jahr
wieder weit weg onTour bin, noch eine mittlere FB, wohl das 30 1,4 oder 50 1,4
wegen der extrem Lichtstärke. Dann kann ich mit der annähernden FB 11-16, der
mittlere FB und dem 24-105 fast alles, was sich mir leichtsinnig in den Weg stellt
auf die SD-Karte speichern.

An welchem Body nutzt Du das 24-105, wie sind Deine ersten Erfahrungen?
Viel Spaß mit der neuen Linse, angenehmes Wochenende, Ralf

Lias
08.07.2012, 12:51
Moin!

Ich schätze Leute die sich & ihre Probleme für so unwichtig nehmen das sie sie auch nur in diesem Forum posten und nicht z.B.: hier: http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=1104865