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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fremdobjektive an EOS



Peter Höbel
19.09.2014, 14:52
Hallo,

gibt es Erfahrungen mit z.B. Leica Elmarit-R 2,8 / 180mm an einer Canon? Soooo schlecht sollen diese Objektive früher nicht gewesen sein. Einen Adapter für Leica-R auf EOS gibt es zum Glück und bei den Auktionen werden diese Objektive günstig angeboten.

Bluescreen222
19.09.2014, 15:06
http://www.dforum.net/showthread.php?t=332303

sting_
19.09.2014, 15:48
Ich verwende diverse alte MF-Festbrennweiten aus früheren Beständen und bin sehr zufrieden. Neu kaufen würde ich aber keine, und wenn, dann eher unterhalb 100mm Brennweite. Im Telebereich gibt es relativ günstige und saugute neue Objektive und dort bringen moderne Bildstabilisatoren einen großen Vorteil.

Eigene Erfahrungen mit dem Nicht-APO 180er habe ich nicht, aber hier einen fremden Test:
http://slrlensreview.com/web/reviews/leica-lenses/leica-telephoto/480-leica-elmarit-r-180mm-f28-e67-lens-review

LG
Andreas

Peter Höbel
19.09.2014, 17:34
Besten Dank !

Dann kann ich dieses Thema ruhig beenden. Es tauchen eben immer wieder alte Märchen auf. So besitze ich ein altes Astro Tachonar 75mm 1:1 und kann es kaum glauben dass mit Offenblende je ein Foto gemacht wurde. Weichzeichner ist noch geschmeichelt. Aber es liegen 40 - 50 Jahre Optikentwicklung dazwischen.

Biotar
19.09.2014, 20:14
Es tauchen eben immer wieder alte Märchen auf.

Tja - dann schau dich doch mal in diesem Märchenbuch (http://www.digicamclub.de/forumdisplay.php?f=217) um. Ich bin froh über meine über 50 Jahre alten Gläser und deren Bildwirkung. Jedem wie er wünscht und es lebe die modere Mittelmäßigkeit!

Peter Höbel
21.09.2014, 15:50
Hallo Biotar,
das Märchenbuch-Forum ist nett, aber ich möchte nicht mit dem Landschafts-Aplanat von 1880 von meinem Großvater an einer Digikam fotografieren.
Ich habe mich nun zu einem Tamron SP 70-300 / 4,0-5,6 durchgerungen. Ist nicht das TOPP-Stück, aber soweit gut. Hier ein kleiner Vergleich. (Ausschnitt)

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/bild2r5splct3zi.jpg

Klar ist das EF 100/2,0 besser, zudem um 2 Stufen abgeblendet gegenüber dem Tamron bei Offenblende. Aber soooo schlecht sehe ich es auch nicht. Zudem für gerade mal 300.- und Neuware will ich nicht meckern.

Grüße
Peter

praktinafan
23.09.2014, 08:46
Klar ist das EF 100/2,0 besser, zudem um 2 Stufen abgeblendet gegenüber dem Tamron bei Offenblende. Aber soooo schlecht sehe ich es auch nicht. Zudem für gerade mal 300.- und Neuware will ich nicht meckern.

Grüße
Peter

Hallo Peter,

ich kann gerade deine Motivation, diesen Thread zu starten, nicht nachvollziehen. Erst eine Frage nach einem bestimmten Altglas – dann kommt ein Tachanar, ein Objektiv, das man heute NUR wegen seiner Sammelwürdigleit und NICHT wegen seiner hervorragenden optischen Leistungen kaufen würde – und schließlich biegst du mit einem Brot-und-Butter-Zoom zu 300 EUR um die Ecke. Sehr verwirrend.

Aber du hast recht: mit deinem Tamron wirst du sicher sehr, sehr glücklich sein können.

Es kommt halt auch immer auf den jeweiligen Anspruch an. Und da kann ich dann keinen sinnvollen Rat geben, nach dieser verwirrenden Thread-Geschichte.

helmus
23.09.2014, 11:40
Manche Leute geben viel Geld aus um an alte Optik Schätzchen zu kommen...
sie wissen auch weshalb und machen wunderschöne Bilder damit.
Aber es muss nicht immer ein altes Dallmeyer sein, ein billiges Jupiter tut es oft auch.
Diesen Thread hier sollte man sich mal in aller Ruhe zu Gemüte führen:
http://www.l-camera-forum.com/leica-forum/leica-m-lenses/253049-view-through-older-glass.html

Ist aber nur etwas für Leute die nach einem besonderen Flair suchen, nach etwas das Bildbearbeitung nicht tun kann...

Peter Höbel
23.09.2014, 11:54
Entschuldigung praktinafan !

Ja wir sind hier im Canon-Forum und unter einem Objektiv mit L sollte man besser seinen Mund halten. Stimmt schon, so ein billig Tamron gehört nicht hierher. Schönen Tag.

praktinafan
23.09.2014, 12:55
Entschuldigung praktinafan !

Ja wir sind hier im Canon-Forum und unter einem Objektiv mit L sollte man besser seinen Mund halten. Stimmt schon, so ein billig Tamron gehört nicht hierher. Schönen Tag.

Na, du bist ja ein Schätzchen. Jetzt kommt auch noch "L" auf den Plan. Was soll das? Oder rieche nicht nur ich einen Fisch?

KRK
23.09.2014, 12:58
Zunächst mal: der TO fragt nach "Fremd"-Objektiven, nicht speziell nach "alt/Uralt"-Objektiven.
Fremdobjektive zu adaptieren kann sich sehr wohl lohnen, zumal für das vergleichsweise kurze Auflagemaß bei Canon eine reiche Auswahl verfügbar ist.
Allerdings ist deren Anwendung durch den Wegfall gewohnter Automatiken zumindest gewöhnungsbedürftig. Nicht jeder will das.
Neben dem reinen Experimentier-Trieb ist wohl ein vergleichsweise günstiger Preis das Haupt-Argument für Adaptionen.
Ich habe mit einigen "Altgläsern" experimentiert und dabei sind zwei übriggeblieben, die ich für sehr gut halte und die problemlos und günstig zu bekommen sind:
Nikkor 2.8/28 AiS und das Micro-Nikkor 2.8/55.
Das Micro ist mein schärfstes Objektiv, nicht nur im Nahbereich.
Für weniger als 200,- bekommt man mechanische und optische Top-Qualität und langfristige Wertstabilität.

praktinafan
23.09.2014, 13:07
Zunächst mal: der TO fragt nach "Fremd"-Objektiven, nicht speziell nach "alt/Uralt"-Objektiven.

... und bringt erst mal das "Leica Elmarit-R 2,8 / 180mm" samt Adaptionslösung ins Spiel. Das ist alt und rein manuell.

Bei ein echten "EF"-Objektiven gilt: je neuer, desto problemloser. Bekannt sein dürfte ja, das altes Fremd-Material mit EF-Anschluss bei aktuellen Kameras auch Zicken machen kann.

sting_
23.09.2014, 13:46
Weil der TO nicht besonders viel über die Adaption von älteren MF-Objektiven wusste, stellte er ja diese Frage. Ich finde es nicht fair, ihm jetzt vorzuwerfen, dass er das falsche Objektiv in der Auswahl hatte.

Seine Frage war auch konkret in Richtung "normaler" und nicht experimenteller Nutzung, und der Ausdruck günstig war auch dabei. Ich fotografiere hauptsächlich mit MF, würde es aber anderen nur in Ausnahmefällen empfehlen.

LG
Andreas

praktinafan
23.09.2014, 14:41
Ja, ich denke auch, dass man differenzieren sollte: worauf kommt es mir an?

Bildqualität? Einfache Bedienbarkeit? Zuverlässigkeit? Handhabung und Robustheit? Anschaffungspreis? Werthaltigkeit?
Das sind alles Faktoren, die man beliebig gegeneinander und miteinander ausspielen kann.

sting_
23.09.2014, 16:52
Ja, völlig richtig. Das Ziel muss klar definiert sein.

Dass ältere Objektive im täglichen Gebrauch eine "bessere" oder "günstigere" Alternative darstellen, stimmt meiner Meinung nach nur in Ausnahmefällen.

Die Nikon-Spezialitäten (Weitwinkel und Micro) sind gute Beispiele. Ansonsten ist es eher etwas für Sammler, Liebhaber und Experimente, aber weniger für den täglichen Gebrauch.

Peter Höbel
23.09.2014, 23:31
und zurück zu meiner Frage.
Das Leica Elmarit-R 2,8 / 180mm lohnt also nur, wenn man es schon hat. Dafür neues Geld ausgeben und noch den Adapter für eine EOS macht keinen Sinn. Danke für alle Antworten.

praktinafan
24.09.2014, 00:36
und zurück zu meiner Frage.
Das Leica Elmarit-R 2,8 / 180mm lohnt also nur, wenn man es schon hat. Dafür neues Geld ausgeben und noch den Adapter für eine EOS macht keinen Sinn. Danke für alle Antworten.

Diese Frage würde ich nicht mit strikt "ja" oder "nein" beantworten, denn das betrifft auch den Bereich "Liebhaberei" und "Wertbeständigkeit".

Mir persönlich wäre das Leica-Glas schon fast zu modern, ein altes Zeiss-Jena-Sonnar mit Vorwahlblende lieber (oder ein 180er EF Macro).

Peter Höbel
24.09.2014, 10:49
Lieber praktinafan,

wir reden immer aneinander vorbei, schade. Ich fragte doch nicht nach Liebhaberei oder der Wertbeständigkeit. Wer ein Objektiv mit manuellem Fokus einsetzt, der will doch keine Sportveranstaltung ablichten.
Es hätte doch sein können, dass das angesprochene Glas schon früher durch besonderen Kontrast, Schärfe, Farbreinheit usw. aufgefallen wäre und es sich auch heute noch mit neuen Optiken messen kann.
Aus den bisherigen Antworten entnehme ich aber, dass man damit fotografieren kann, aber ein Knaller ist es eben nicht. Alles geklärt !

praktinafan
24.09.2014, 11:05
Hallo Peter,

wir reden nicht aneinander vorbei, aber es sind so viele Aspekte, dass man die gar nicht alle aufzählen kann.

Ich sage immer: wenn es um Kontrast, Schärfe, Auflösungsvermögen, lebendie Farbwiedergabe geht, dann ist ein aktuelles, modernes Glas die beste Wahl.
Es gab aber in den 80er und 90er Jahren durchaus schon sehr sehr gutes Altglas, das selbst mit den besten aktuellen Gläsern mithalten kann und sogar toppen kann.

Beispiel: das Olympus OM Zuiko Macro 2.0/90. Es besitzt dank der Blende 2 ein Freistellungspotential, wie es auch das aktuelle 100er L Macro nicht bietet, und eine referenzwürdige Schärfe und Knackigkeit schon bei Blende 2. Etwas besser auch als das aktuelle Zeiss 2/100 Makro.

Aber: das Zuiko hat keinen Verwackelschutz, keinen AF, keine Automatikblende. Mir waren das zu viele Kompromisse, zumindest die Auto-Blende ist mir wichtig.

Und damit komme ich zum anderen Aspekt: ich mag einfach den "Vintage"-Look – dazu nehm’ ich aber kein Zuiko Macro (das auch nicht viel günstiger ist als das 100er L Macro!), sondern ein Biometar, Trioplan, einfach vergütet, wenig Glas ...

Also ganz klare Empfehlung von mir: wenn du "moderne" Wiedergabe suchst, nimm ein aktuelles Objektiv und kein "teures" Altglas.

Biotar
24.09.2014, 12:35
Ich frag mich, warum ihr hier immer noch redet - ist doch entschieden. Der TO erscheint mir hier wie der Typ in der Werbung, der im Buchladen mit dem Buch klappt und sagt "ich höre garnichts". ;)

praktinafan
24.09.2014, 12:53
Ich frag mich, warum ihr hier immer noch redet - ist doch entschieden. Der TO erscheint mir hier wie der Typ in der Werbung, der im Buchladen mit dem Buch klappt und sagt "ich höre garnichts". ;)

Hast ja recht. Muss Redezwang sein :D

Stereohans
14.10.2014, 01:08
Jetzt gebe ich doch noch meinen Senf dazu, denn ich besitze das besagte 2,8/180 und setze es per Adapter ab und an auch an der EOS ein.

Kurz gesagt: Wenn man den Fokus per Hand trifft, was nicht ganz einfach ist und ein wenig Routine verlangt, ist das Leica-Objektiv hinsichtlich der Schärfe und des Kontrastes immer noch konkurrenzfähig. Ich weiß nicht, wieviel mittlerweile dafür aufgerufen wird, meines kostete vor ein paar Jahren um die 200 Euro in Zustand B bis C. Dazu kommen etwa 30 - 40 Euro für einen guten Leica R - EOS-Adapter, und man hat eine günstige Telekombination, die allerdings mehr Konzentration verlangt, als mit regulären Autofokuslinsen.

Dafür ist mein Leitz auch einen Tacken schärfer als das 2,8/200 II von Canon. Und in Sachen Bokeh und Farbstimmung eine andere Welt als das hier erwähnte Tamron-Zoom. Es hat zwar nicht den berühmt-berüchtigten "Glow" anderer Leica-Gläser, aber etwas Besonderes haben die damit gemachten Bilder dennoch. Wenn ich dazu komme, lade ich die Tage welche hoch.

Gruß, Hans