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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geli, sparen an der falschen Stelle !?



Torsten Feick
26.09.2014, 11:13
Hallo Canonfreunde,

ich möchte Euch etwas einmal zeigen und dazu die Frage in den Raum werfen
wie Ihr dazu steht. Mir ist klar das dies den Verursacher (Canon) herzlich wenig
interessieren wird aber darum geht es mir auch nicht. Eine offene Diskussion
mit Meinungen der Benutzer dieser Produkte ist es was mich dabei bewegt.
Sorry das ich hier etwas aushole aber so mache Rauschdiskussion hat schon
längere Beiträge gehabt. ;)

Vor ein paar Tagen kaufte ich für meiner Frau ihre 600D das recht neue
Canon EF-S 10-18mm f/4.5-5.6 IS STM. Da man bei dieser Preisklasse
die Gegenlichtblende extra dazu kaufen muß schaute ich mich dafür im Web um
und wie nicht anders zu erwarten, gibt es hier auch einige Nachbauten.
Verständlich wird das wenn man sich die heftigen Preisunterschiede zwischen
dem "Original" und den Nachbauten betrachtet. Für die Original-Geli
liegen die Preise zwischen 35-45.- €, im Vergleich dazu die Nachbauten 8-15.- €.

Bis jetzt hatte ich, wie auch zuletzt beim 50mm 1,4, schlussendlich immer
zähneknirschend mir das Original bestellt. Mein hauptaugenmerk lag dabei
nicht nur an der Passgenauigkeit, sondern an der samtartigen Beflockung
im innenbereich der Geli. Zumindest suggeriert mir dieser Zusatz rein optisch
gesehen einen besseren Schutz gegen das Streulicht (reines Bauchgefühl).

Ich bestellte also bei einem bekannten Onlinehändler wieder das Original
mit der Bezeichnung EW-73 C. Als dieses nun hier ankam, war ich gleich über
die Verpackung verwundert, die aus einer einfachen weißen und dünnen
Pappschachtel mit Aufklebern bestand (siehe Bild).
Bisher kannte ich nur die Schachteln die ähnlich eines geschrumpften Karton bestand,
wie man es von den Objektiven her kennt.

Als ich nun die Geli aus der Schachtel auspackte, stellte ich sofort fest
das dies nicht die samtartige Beflockung hat, sondern einfach nur ein ganz
feines Rillenmuster. Bedingt durch den mir nicht geläufigen Karton und dem
fehlen der Beflockung kam mir der Verdacht, das es sich vielleicht um eine
Fälschung handeln könnte, was in unserer Zeit nichts ungewöhnliches wäre.

Also setzte ich mich mit Canon in Verbindung um den Sachverhalt zu klären.
Bei Canon am Telefon war man freundlich bemüht und bat mich von der Geli
wie auch von der Verpackung, Bilder zu machen und diese mit meinen schriftlichen Bedenken einzusenden.
Gemacht, getan und die Antwort von Canon kam einen Tag später.
Bezüglich meiner Bedenken eines Plagiats geht man dort aber nicht davon aus,
trotzdem könne man es aber anhand von Bildern, nicht garantieren.
Die Kartonage sei aber aus Umweltgründen vereinfacht worden und erspricht
optisch der von mir gezeigten.
Die von mir gekaufte original Geli hat keine Beflockung sondern
die schon erwähnte feine Rillenstruktur, das sei so alles richtig.

Alles schön und ...eben nicht gut.
Ich frage mich gerade mit was Canon den exorbitanten Preisaufschlag rechtfertigt
wenn die Original-Geli mit Ausnahme vom Aufdruck des Markennamens
zu den Billigklonen keinen höheren Nutzwert mehr hat ?
Wie schon geschrieben war bis jetzt diese Beflockung für mich eine
sinnvolle Ergänzung, was man auch an dem Vergleichsbild welches ich gemacht habe (siehe Bilder)
erkennen kann. Links die Geli zum 10-18, daneben die vom 16-35/4 IS.
Deutlich zu erkennen das die beflockte Geli deutlich mehr das einfallende Licht dämpft.

Sicher , der UVP zwischen den beiden Gelis ist stark unterschiedlich
aber der Straßenpreis relativiert den Unterschied auf ein Minimum.
Das mit der Verpackung, ist mir persönlich egal, solange das Produkt trotzdem
in einem Stück geliefert werden kann. Umweltschutz ist auch für mich ein Thema
welches ich gerne akzeptiere.
Wenn aber der Nutzwert eines Produkts verschlechtert wird obwohl man
deutlich mehr dafür bezahlt, hört für mich der Spaß auf.
Da ich davon ausgehe das gerade bei einem UWW, der Geli eine besondere
Bedeutung zu kommt kann ich nicht verstehen das man hier an Cents spart
zu lasten der Käufer von "günstigeren" Objektiven.
Jetzt, da es offensichtlich keinen Vorteil mehr hat viel Geld für das Original auszugeben
frage ich mich, mit was man den Preisunterschied noch rechtfertigen will,
am Aufdruck des Markennamens kann es doch nicht liegen.

Ich würde mich freuen wenn ich Eure sachliche Meinung und Ansicht
zu dieser Sache hier lesen könnte.

MfG Torsten
...

Artefakt
26.09.2014, 12:33
Canon (und die anderen Hersteller wohl auch) entwickelt seine Produkte in Japan. Gebaut werden die "billigen" großteils in Niedriglohnländern wie China, die "teuren" ("L") und zumindest die hochwertigen Gehäuse in Japan, um wohl erstens etwas fürs Image zu tun (wenn alles nur noch "Made in China" wäre, ist der Ruf ganz dahin) und zweitens bei den teureren Geräten einen besseren Kontrollblick auf die Qualität zu haben.

Streulichtblenden gehören sicher nicht zu den High-Tech-Produkten - das kann jeder. Das kann man auch getrost nach China vergeben. Dass bei der von Dir gezeigten Geli kein Samt, sondern Rillen das Streulicht brechen und damit eliminieren sollen, wird von Canon so konzipiert. Das Ding ist dadurch in der Produktion natürlich deutlich billiger: Ein Spritzer schwarzes Plastik in die Form, abkühlen lassen, Schriftzug draufdrucken, fertig. Kostet rein produktionstechnisch nicht mehr als ein paar Euro. Samt aufflocken ist ein zusätzlicher Produktionsschritt, aber auch nicht exorbitant teuer - soll dieser Arbeitsgang nochmal 3 Euro ausmachen ...

Bei diesem Zusatzzeug - da stimmt der Deckungsbeitrag! Fremdprodukte sind, wenn man sich die Qualität Deiner "Original"-Blende ansieht, genauso gut.

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at

sting_
26.09.2014, 13:13
Die Preise für das "Marken"-Zubehör stört mich auch öfters.

Unabhängig davon hinterfrage ich aber den Nutzen der Beflockung, weil eine mattierte gerillte Oberfläche ebenfalls kaum Reflexionen zulässt. Letztendlich geht es bei der Streulichtblende doch hauptsächlich darum, direktes seitliches Licht zu verhindern.

Die Beflockung kann mit der Zeit sogar zum Nachteil werden, nämlich wenn sich diese mit der Zeit abzulösen beginnt.

Thomas Madel
26.09.2014, 13:30
Die "samtartigen Beflockung" gibt es nicht in jeder Canon Sonnenblende.

Ich habe ein paar Monaten meine Objektive etwas "aussortiert" und einige ältere Modelle verkauft. Dabei habe festgestellt, das für 2 Objektive (2,8/80-200 L + 1,2/85) nur noch eine Gegenlichtblende hatte. Da ich das 2,8/80-200 L mit Originalzubehör verkaufen wollte, habe mich nach einer Gegenlichtblende für das 1,2/85 L umgesehen. Bei ebay gab es eine gebrauchte, äußerst schäbige für 50 € (!). Das Original war mit 69 € noch teurer und zudem zu der Zeit nicht lieferbar.
Also habe ich mir für keine 5 € inklusive Versand eine Gegenlichtblende in China bestellt. Da ich das Objektiv wider erwarten doch gebraucht habe, habe ich kurzerhand in reiner Verschwendungssucht :D eine zweite (chinesische) Gegenlichtblende bei einem deutschen Händler für knappe 15 € bestellt. Diese habe ich am nächsten Tag erhalten, die aus China übrigens nach guten 2 Wochen.

Somit habe ich einen Vergleich zwischen dem Original und 2 verschiedenen Plagiaten.
Ergebnis: Die beiden China-Blenden sind definitiv nicht schlechter als das Original. Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie sich kaum unterscheiden. Meine Vermutung, dass der Canon-Lieferant einfach ein paar mehr produziert und verkauft war falsch, den die beiden China-Blenden unterscheiden sich in der Form der "Druckknöpfe" geringfügig von der Canon und sogar untereinander. Außer dem fehlenden Canon Schriftzug (bei einer, die andere hat sogar diesen) gibt es keine Unterschiede und man hat keinerlei Einbußen bei der Benutzung. Wenn man (über ebay) in China bestellt kostet der ganze Spass eben nur einen Bruchteil. Bei den geringen Preisen gibt es zudem keinerlei Probleme mit dem Zoll.

Bluescreen222
26.09.2014, 13:34
Verärgerung über den satten Preisaufschlag bei Markenproduktein ist nachvollziebar, aber ja bekanntlich nicht nur im Kamerasektor üblich.

Dein Versuchsaufbau zu den unterschiedlichen Dämpfungseigenschaften ist allerdings ein wenig naiv. Unterschiede wird man da eventuell messen können, aber nicht mit blossem Auge sehen können.

Bluescreen222
26.09.2014, 13:50
Ich habe mir die original Canon ES-52 für das 40 mm STM gekauft. Die kostet untypisch für Canon nur 20 €.

Da konnte ich verstehen, dass sie zu diesem Preis Nicht nur die Samtbeschichtung sondern gleich die ganze Geli weglassen mussten, und nur noch das Gewinde zum Einschrauben liefern konnten ;)

Marcus E.
26.09.2014, 13:58
Also ich kläre vor einem Neukauf immer, ob die Orginalblende beflockt ist, oder nicht.
Bei allen baugleichen ohne Beflockung griff ich bisher ohne zu zögern zum Nachbau. Dabei achtete ich zumindest darauf, das sie innen matt und keinzfalls glänzend sind. Bisher hatte ich keinerlei Probleme damit.

Für ein Makro würde ich aber immer auf Beflockung achten!

ehemaliger Benutzer
26.09.2014, 14:35
...Da konnte ich verstehen, dass sie zu diesem Preis Nicht nur die Samtbeschichtung sondern gleich die ganze Geli weglassen mussten, und nur noch das Gewinde zum Einschrauben liefern konnten ;)

Ein echter Bluescreen!:D;)





Wenn ich mir die Bandbreite der Streulichtblenden-Benutzer und Nichtbenutzer ansehe, kommt es vermutlich auf die Beschichtung der Innenseite auch nicht mehr darauf an.


Wenn keine Blende dabei war, habe ich bisher immer beim Chinesen zugegriffen und noch keine optischen oder mechanischen Unterschiede erkennen können. Für mich liegt der größte Nutzen eh als Puffer zum Schutz der Frontlinse vor Schäden.

Thomas Madel
26.09.2014, 16:15
Für mich liegt der größte Nutzen eh als Puffer zum Schutz der Frontlinse vor Schäden.

Das sehe ich auch so! Der Schutz vor Dreck und Regentropfen ist zumindest im Telebereich auch nicht zu verachten.

Henry (15)
26.09.2014, 16:24
Hallo

Ich versuch die oben enthaltenen Problematik erstmal aufzudröseln.

Da währe ungeachtet der Marke erst mal die Bauart der Blende.

Und da bin ich der Meinung, dass sich die bessere Wirkung, um die Bedingungen gleich zu halten,
nur im Labor zu Hause in Tests für jedes einzelne Objektiv vergleichen lässt. Mag sein, dass Beflockung besser ist,
nur ist hier die Frage nach Bauchgefühl oder drückt sich das auch in vergleichbaren Bildern aus?
Wenn ja muss man sein Kaufverhalten überdenken.

Es ist dann eben so, dass man im Internet nur ins Blaue kauft.
Das Rücksendeporto trägt man ja heute selbst und da heißt es eben
vorher nachfragen wenn man so viel Wert drauf legt
und auch das schützt nicht vor Überraschungen.
Anders ist, wenn zum Produkt falsche Bilder oder Beschreibung gegeben worden.
Dann schickt man das Teil frei zurück, vertrödelt aber auch seien Zeit und Nerven damit.

Wer das nicht möchte, dem bleibt dann nur eins der Weg zum Fachhandel.
Hier gilt der jahrhundertalte Spruch gekauft wie gesehen.
Im o.g. Fall ist man aber auch einen Teil selbst verantwortlich,
wenn man nicht ganz das erhält, was man meint bestellt zu haben.

Das zweit Problem ist der Glaube an die Marke, den wir noch nicht verloren haben.

Ich sehe hier wirklich zum großen Teil nur einen Glauben ohne Bestätigung.
Das trifft aber auf sehr viele Marken zu.
Egal was man heute aufschraubt, es ist fast immer Korea oder China drin.
Das sagt ja noch nichts über die Qualität aus, nur über die, die da Herstellen lassen.
Nehmen wir etwas höher wertiges mit wirklichem Verschleiß von Canon, z.B. Ladegeräte oder Akkus.
Ich lebe schon seit einem Jahrzehnt ohne Reue von Fremdherstellern.
Und selbst wenn der Fremdakku vor seiner Zeit defekt ist, für den Preis kann ich 4 kaufen.
Oder wie rechtfertigt sich z.B. der Preis von einem Originalladegerät?
Auf den Schriftzug kann ich verzichten.

Für mich persönlich ist nur interessant, wie lange die Kunden,
und da nehm ich mich zum Teil nicht aus, noch an Marken, vor allem im Zubehörbereich,
ihre Kaufentscheidung hängen.
Ein Markenname ist eben leider auch keine Garantie mehr an die zu erwartende Qualität.

Gruß Henry

Torsten Feick
26.09.2014, 16:24
@ALL
Zuerst einmal meinen Dank an alle, die sich mit meinem zugegeben
etwas ausführlichen Beitrag gemeldet haben.



Streulichtblenden gehören sicher nicht zu den High-Tech-Produkten - das kann jeder. Das kann man auch getrost nach China vergeben. Dass bei der von Dir gezeigten Geli kein Samt, sondern Rillen das Streulicht brechen und damit eliminieren sollen, wird von Canon so konzipiert. Das Ding ist dadurch in der Produktion natürlich deutlich billiger: Ein Spritzer schwarzes Plastik in die Form, abkühlen lassen, Schriftzug draufdrucken, fertig. Kostet rein produktionstechnisch nicht mehr als ein paar Euro. Samt aufflocken ist ein zusätzlicher Produktionsschritt, aber auch nicht exorbitant teuer - soll dieser Arbeitsgang nochmal 3 Euro ausmachen ...

Bei diesem Zusatzzeug - da stimmt der Deckungsbeitrag! Fremdprodukte sind, wenn man sich die Qualität Deiner "Original"-Blende ansieht, genauso gut.

Gruß, Dietmar

www.abcdesign.at

Danke Dietmar,
genau so sehe ich es auch, deshalb ärgert es mich auch dass das weglassen
der Beflockung sich nicht im Preis bemerkbar macht. Die Beflockung scheint aber nicht
den L Objektiven vorbehalten zu sein, die Geli von meinem 50mm 1,4 ist auch beflockt.


Die Preise für das "Marken"-Zubehör stört mich auch öfters.

Unabhängig davon hinterfrage ich aber den Nutzen der Beflockung, weil eine mattierte gerillte Oberfläche ebenfalls kaum Reflexionen zulässt. Letztendlich geht es bei der Streulichtblende doch hauptsächlich darum, direktes seitliches Licht zu verhindern.

Die Beflockung kann mit der Zeit sogar zum Nachteil werden, nämlich wenn sich diese mit der Zeit abzulösen beginnt.

Danke sting,
wie schon erwähnt kann ich auch nicht sicher sagen das die Beflockung
einen echten Vorteil bringt, anhand des von mir gezeigen Vergleichsbild
kann man aber die deutlich hellere Reflektion auf der unbeflockten Geli
erkennen. Abgelöst hat sich die Beflockung bei meinen anderen Geli´s
und das sind einige, noch nie etwas.


Die "samtartigen Beflockung" gibt es nicht in jeder Canon Sonnenblende.

Ergebnis: Die beiden China-Blenden sind definitiv nicht schlechter als das Original. Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie sich kaum unterscheiden. Meine Vermutung, dass der Canon-Lieferant einfach ein paar mehr produziert und verkauft war falsch, den die beiden China-Blenden unterscheiden sich in der Form der "Druckknöpfe" geringfügig von der Canon und sogar untereinander. Außer dem fehlenden Canon Schriftzug (bei einer, die andere hat sogar diesen) gibt es keine Unterschiede und man hat keinerlei Einbußen bei der Benutzung. Wenn man (über ebay) in China bestellt kostet der ganze Spass eben nur einen Bruchteil. Bei den geringen Preisen gibt es zudem keinerlei Probleme mit dem Zoll.

Danke thomas_68,
Aussagen von anderen befreundeten Fotografen bestätigen zum Teil Deine Aussagen das die "billig" Versionen gut sein können.
Es gibt aber auch welche die wirklich unbrauchbar sind.
Gerade für das 10-18er habe ich in Rezessionen von Nachbauten nachlesen müssen,
das die Geli zu lang gewesen ist, und zu Abschattungen (Vignettierungen) geführt hat.
Man behalf sich dann damit die Ecken um 5mm abzufeilen. :rolleyes:



Dein Versuchsaufbau zu den unterschiedlichen Dämpfungseigenschaften ist allerdings ein wenig naiv. Unterschiede wird man da eventuell messen können, aber nicht mit blossem Auge sehen können.

Danke Bluescreen222,
nun ja naiv bin ich nun wirklich nicht, nur wollte ich halt schon einmal zeigen
wie sich zumindest Optisch gesehen die unterschiedlichen Ausführungen
bei gleichen Licht verhalten. ;)


Also ich kläre vor einem Neukauf immer, ob die Orginalblende beflockt ist, oder nicht.

Danke Marcus E,
das ist leider anhand der Bilder von den Gelis bei Versandhänder nur schwer
oder garnicht zu erkennen und in einer Beschreibung konnte ich bis jetzt
auch nichts nachlesen. Also bliebe nur bestellen,
ansehen und dann wieder zurück senden.


@Henry (15)

Vielen Dank,
grundsätzlich bin ich bei Dir was die Fremdhersteller für Zubehör betrifft
auch ich bediene mich bei diesen wenn sich mögliche Nachteile überschaubar halten
und wie in Deinem Beispiel mit den Accus auf andere Art rechnen.
Leider gibt es keine Vergleichtests ob diese Beflockung wirklich einen Vorteil bringt,
hier ist es dann das zitierte Bauchgefühl und die Optik (wie ober schon erwähnt)
die mich dazu gebracht hat, immer auf das Original zu setzen.


Gruß Torsten
...

Henry (15)
26.09.2014, 17:15
Ich muss leider gestehen, dass ich von Gelis nur so viel Wissen besitze, wie sie in meine Fototasche passen und das tun sie meist nicht.

Aber man kann sich ja Fragen stellen und die lauten, warum ändert hier Canon das eigentlich bewährte Produkt.
Die Antworten kann man dann nur mutmaßen.
a. die Mikrorillen sind Lichttechnisch getestet und besser als die Beflockung.
b. die Mikrorillen sind gleich der Beflockung, lassen sich aber besser herstellen.
c. die Mikrorillen lassen sich günstiger herstellen.

Gruß Henry

Bluescreen222
26.09.2014, 18:12
Die Rechnung bei Canon ist ganz einfach:

- Da die Geli mit optimaler Wirkung nicht verkäuflich ist (da erstens rechteckig, zweitens sehr groß, drittens sehr teuer usw) stellen wir eine her mit ausreichender Wirksamkeit.

- Da Rechteck im Sensorformat teuer herzustellen ist und ausgeschnittene Tulpe nur 10% weniger Streulicht reduziert, aber halb so teuer ist und noch dazu als Hip empfunden wird, machen wir Tulpe.

- Da zylindrische Ofenrohrform nochmal billiger, nur wenig klobiger und genauso wirksam wie Tulpe ist, wählen wir für Kunden von Billiglinsen wie dem EF 70-200 f 4 das Ofenrohr. Sieht zwar sch**** aus, wirkt aber und erhöht nebenbei deutlich die Bereitschaft zum Upgrade auf die 2.8er Version.

3. Da geriffelte Kunststoffstruktur nur 5% weniger Streulicht reduziert als optisch toter Filzbezug, aber 20% billiger in der Herstellung ist, verkaufen wir Geriffel als Ergebnis durchdachten Antireflexionsengineerings zum gleichen Preis wie Filz.

Was Canon bei all dem nicht berücksichtigt ist, dass ihre perfiden Tricks im D-Forum eiskalt aufgedeckt werden und die Teilnehmer in aller Konsequenz geschlossen zum Billiganbieter überlaufen. Der Chines schafft zwar mit den gleichen Tricks, aber da alles nur halb so teuer ist spart er damit auch nur die Hälfte an Produktionskosten ein.

Euer Geli-Whistleblower Bluescreen

Bluescreen222
26.09.2014, 18:29
Für mich liegt der größte Nutzen eh als Puffer zum Schutz der Frontlinse vor Schäden.

Das hat sich kürzlich bei mir in Zusammenwirken mit mehr Glück als Verstand sehr bewährt.
Ich war im Dunklen unterwegs, hatte meine Taschenlampe vergessen und hab die Arca-Swiss-Wechselplatte beim Einschieben auf den Stativkopf verkantet. Hat gehalten, bis ich die Arretierung angezogen habe. Die Kamera ist aus Brusthöhe auf den Asphalt abgestürzt. Meine altehrwürde 50D hat keinen Kratzer abbekommen und das nichtmal besonders stabil wirkende Sigma 17-50 2.8 ist erstaunlicherweise nicht ein Fitzelchen dezentriert. Sogar der Polfilter lässt sich noch problemlos aufschrauben.

Da war es vielleicht sogar von Vorteil, dass selbst Original-Sigma-Gelis vom Billiganbieter kommen, und durch die nicht sehr verwindungssteife Plastikausführung bessere Knautschzoneneigenschaften als Metall-Gelis ;)

Naja, das extremely sophisticated pic von Werners Backstube war's wert ;)

kdww
26.09.2014, 20:10
Bringt die Geli am 10-18 was?

Die vom 10-22 ist riesig, die Optik passt damit in keine Fototasche und bringt nicht mal bei 10mm was:
Wenn man mit der Geli Lensflares hat und versucht die mit der Hand abzuschatten, stellt man fest, daß die Original Geli (sicherlich die Nachbauten auch, da die nur abkupfern) viel zu kurz ist. Mit der Hand kann man deutlich dichter ran ohne dass die Hand zu sehen ist.

Als Ram- und Regenschutz taugt sie auch nicht.

Als Ramschutz (wenn keine Geli drauf) für das Filtergewinde ist es besser einen billigen UV Filter mit Metallfassung kaufen und das Glas raussbrechen.

Torsten Feick
27.09.2014, 10:25
Bringt die Geli am 10-18 was?

Hallo kdww,

kann ich noch nicht sagen, das werden die ersten Testläufe zeigen,
ich hoffe aber schon. Abgesehen davon hat für mich ein Geli schon
einen gewissen Schutz auch wenn er bei der Tulpenform geringer ist.
Ich verwende aber auch keine Filter als Schutz.

Gruß Torsten
...

Anbei noch ein Bild im montierten Zustand,
mach Dir selber ein Bild.

Helgo
27.09.2014, 11:09
Um mal ein Gefühl für die Herstellungskosten in China zu bekommen, fragt doch mal euren Tabakhändler des Vertrauens (aber auch nur diesen), was der im EInkauf für ein einfaches Einwegfeuerzeug (diese mit Feuerstein) bezahlt, womit dann auch die Frage geklärt ist, warum er ein solches gern (wenn auch nicht legal) zu einer Stange Zigaretten dazu gelegt hat (damals, als noch geraucht wurde ;) ).

Wenn Canon für eine Geli mit "Beflockung" mehr als 1 € (in Worten: einen Euro) bezahlt, haben sie ganz schlechte Einkäufer.

Gruß

Helgo :)

kdww
29.09.2014, 17:55
Hallo Thorsten,

danke für das Bild.
Diese Geli sieht wesentlich brauchbarer aus als die für das 10-22.
Die 10-22 Geli hat einen sehr großen Durchmesser und ist vielleicht nur halb so lang gewesen. Ich habe vermutet, dass sie für ein anderes Weitwinkel entwickelt wurde und da es keine Vigentierung mit dem 10-22 gab und der Durchmesser passte, man sich die Neuentwicklung und das teuere Spritzwerkzeug gespart.
Deswegen habe ich meine wieder verkauft.

Torsten Feick
29.09.2014, 22:22
@kdww

Gerne, kein Thema.
Danke für Deine Erklärung zum 10-22.

Gruß Torsten
...

forent
06.10.2014, 09:22
(...) Die 10-22 Geli hat einen sehr großen Durchmesser und ist vielleicht nur halb so lang gewesen. Ich habe vermutet, dass sie für ein anderes Weitwinkel entwickelt wurde und da es keine Vigentierung mit dem 10-22 gab und der Durchmesser passte, man sich die Neuentwicklung und das teuere Spritzwerkzeug gespart. (...)
Klar, das ist die alte EW-83E, die Canon für das erste EF 2,8/16-35L eingeführt hatte und die dann auch am EF 4/17-40L und am EF-S 10-22 Verwendung fand.

kalli1
30.12.2015, 11:10
Hallo,

Ich habe für meine 50er STM eine Nachbau Gegenlichtblende ES-68 gekauft - die sitzt auch gut - aber sie hat links und rechts am Ansatz Schlitze die Licht durchlassen - ist das bei der orginalen Blende auch so ?

http://www.dslr-forum.de/attachment_picture.php?attachmentid=3445663


Gruss Kalli

Observer
30.12.2015, 12:35
Normalerweise kaufe ich Originalteile. Vor einiger Zeit ging mir aber meine Originalgegenlichtblende für mein 24/70 2.8 II kaputt, die eine kleine Feder enthält. Ich habe mir daher eine nachbestellt und dieses Mal nicht ein Canon Originalteil, da das ja auch nicht sonderlich lange gehalten hat. Und - oh Wunder, das gelieferte Teil gleich dem Original bis auf Haar und ist nicht weniger oder mehr stabil als das Original - nur viel, viel billiger. Mit Akkus würde ich so was aber nicht machen.

Grüsse
Heinz