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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reportage: 24/1.4 oder 35/1.4?



Bjoernyy
09.07.2015, 00:59
Ich suche für meine Canon 6D eine Reportagelinse.

Ich möchte primär Personen und "was mir über den Weg läuft" fotografieren.

Grundsätzlich reizt mich die Bildwirkung eines 24/1.4 für Personen am
Kleinbild bei Offenblende.

Allerdings habe ich Bedenken, das meine Portraits mit dem
24/1.4 alle sichtbar lang gezogen sind.

Kann man das vermeiden bei Einhaltung eines gewissen Mindestabstandes?

sting_
09.07.2015, 10:05
Reportage und Portraits, das wären für mich 2 völlig unterschiedliche Anwendungsfälle.

Für Reportage ist ein flexibles Zoom sinnvoll, bei Portraits eine lichtstarke Festbrennweite, aber eher nicht unter 50mm Brennweite, je nachdem welchen Ausschnitt man portraitieren will. Mehr Brennweite (80-135mm) ist meistens kein Fehler, weil man nicht so nahe ran muss, darf oder kann.

Tierfotografen sprechen nicht umsonst von Fluchtdistanz, bei Personen ist es ähnlich, viele fühlen sich unwohl, wenn man mit der Kamera zu nahe rangeht. Und das hat natürlich dann auch einen Einfluss auf das Bild.

Ein größerer Fokusabstand bedeutet (mit dem selben Objektiv) dann auch deutlich weniger Freistellung, der Effekt der Offenblende wird dann beim Weitwinkel minimal. Ein geringer Abstand bringt beim Weitwinkel die unnatürlichen perspektivischen Verzerrungen. Daher haben sich die üblichen Brennweiten für Portraits ab 50mm eingebürgert.

Bjoernyy
09.07.2015, 10:27
Mir persönlichen gefallen Bilder, mit z.B. einem Portrait und "viel Drumherum". Und da ist eine lichtstarke FB im WW-Bereich von Vorteil.

Um nur ein Beispiel zu nennen, ist Paul Ripke bei der WM 2014. Die Bilder sind fast alle mit einem 24/1.4 gemacht. Gefällt mir persönlich richtig gut von der Bildwirkung.

Nur vermute ich, wenn ich zu nah ran gehe ans Portrait, dann wir das Gesicht bei 24mm langgezogen.

Und ich möchte noch erwähnen, mit Portraits meine ich, Personen innerhalb der Familie, da habe ich kein Thema mit "nicht zu nah ran" ans Model etc.

Gibt es nicht eine Abstandsangabe, ab wie viel Meter die Verzerrung des Gesichtes bei 24mm nicht mehr greift?

sting_
09.07.2015, 10:36
Und ich möchte noch erwähnen, mit Portraits meine ich, Personen innerhalb der Familie, da habe ich kein Thema mit "nicht zu nah ran" ans Model etc.

Man merkt es meistens am unentspannten Gesichtsausdruck, wenn zu nahe dran.

Bjoernyy
09.07.2015, 10:37
Die Aussage trifft bei mir nicht zu. Aber danke für die "Info".

Richard Fritz Braun
09.07.2015, 19:53
Mit einem Familienmitglied ins Fotogeschäft gehen und 2 Porträits machen vor der Türe, eins mit 24mm un das andere mit 35mm. Zuhause entscheiden und am nächsten Tag das passende Objektiv kaufen. Dann freuen sich alle 3, der Fotograf, das Familienmitglied und der Händler. Das wäre meine Lösung.

Michi-BRE
10.07.2015, 11:53
Moin Björn,



Gibt es nicht eine Abstandsangabe, ab wie viel Meter die Verzerrung des Gesichtes bei 24mm nicht mehr greift?

Die perspektivische "Verzerrung" ist unabhängig von der Brennweite und nur vom Abstand zum Motiv definiert.

Als Faustregel wurde mir eingetrichtert, dass der zehnfache Betrag von der perspektivisch korrekt gewünschten Motiv"tiefe" als Abstand gewählt werden sollte.

Am Beispiel eines Portraits, das von der Nasenspitze bis hinter die Ohren korrekt abgebildet werden soll, ergeben sich ca. 20cm; mal 10 kommt man auf einen Abstand von 2 Metern. Dieser Abstand gilt für alle Brennweiten!

Rein "zufällig" ergibt sich bei diesem Abstand und einer Abbildungsgröße für ein Brustportrait eine Brennweite von 85-90 mm. Nicht umsonst werden entsprechende "Portraitlinsen" in dieser Brennweite am Markt angeboten.

Gruß,
Michael

snowhite
12.07.2015, 17:51
Grundsätzlich hängt es bei der Brennweite immer auch von dem, was du mit der Linse ablichten möchtest, ab. Aber das ist eh logisch. :)

Ich kenne die Kombinationen aus diesen Brennweiten sowie Blendengrößen nur aus der Sigma-Art-Serie und finde beide Objektive sehr gut.

Wobei ich aufgrund meiner Foto-Gewohnheiten (Landschaftsbilder, Städtebilder sowie bald hoffentlich auch Astro-Bilder) mehr zum 24 mm f1.4 tendiere.

Mit Portraits habe ich leider weniger Erfahrung.