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Thema: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis

  1. #281

    Standard AW: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis
    Thread-Eröffner

    Hi,

    heute geht es um Dumpingpreise, Zukunftsskeptik und Ausreden bei Berufsfotografen.

    Allerdings bin ich alles in allem guter Dinge:

    "Für einen neuen Optimismus in der professionellen Fotografie"

    Viele Grüße
    Christian

    www.beruf-fotograf.de
    www.ahrens-steinbach-projekte.de

  2. #282
    Full-Member Avatar von f:11
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    Standard AW: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis

    Dein Artikel mag für jemanden, der sich plötzlich in der Rolle eines unterbeschäftigten Fotografen wiederfindet, zumindest für eine gewisse Zeit der Depression über die eigene Entbehrlichkeit vorbeugen, weil er viele Fragen stellt, die man erstmal beantworten muss. Allerdings sind diese Frage-Hülsen, die jeder Unternehmensberater als Mittel zur Umsatzsteigerung nutzt, eine gnadenlose Nabelschau, in der sich jeder in einer Art Todesspirale verlieren muss.

    Warum?

    Weil Antworten auf diese (und alle ähnlichen) Fragen aus der abgeschotteten Eigenwahrnehmung resultieren. Das hat Plato schon vor ein paar tausend Jahren mit seinem Höhlengleichnis gewusst und ich finde es entsetzlich, wenn man es nicht kennt (oder zu interpretieren weiß), wenn man Ratsuchenden "helfen" möchte.

    Mein Job ist die Werbung und da vor allem für kleine und kleinste Unternehmen, für die meine Agentur die ausgelagerte Marketingabteilung darstellt. Typisch werde ich meist gerufen, wenn es nicht ganz so toll läuft, und meist wird erwartet, dass ich nach den Vorgaben meines Auftraggebers etwas behübsche und verkünde, was eigentlich schon nach Verwesung riecht. Da ich eine reichlich neutrale Außensicht mitbringe kann ich beurteilen, was geht und was nicht. In den meisten Fällen waren irgendwelche Unternehmensberater da und haben solche Fragenkataloge abgearbeitet, daraus ein Profil erstellt und das dem Werbefuzzi als Vorgabe gebastelt: Möglichst viel Geld ohne große Veränderung in kurzer Zeit für das erzielen, was man am Liebsten macht.

    Wow. Ich hätte ja nie vermutet, dass sich erwachsene Menschen mit solchen Beratungsergebnissen einlullen lassen, aber meine Jahrzehnte umfassende Praxis als Inhaber zeigt mir das Gegenteil: Fragelisten sind so im Schwange wie selten zuvor und dank Internet kann jeder per Strg+C / Strg+V den Schmarren unreflektiert vervielfältigen.

    Es wird Zeit, das Hirn einzuschalten.

    Faktenlage: Kamera und Kamera-Technik sind erschwinglich geworden, die Industrie hat (wie in jedem Segment, in dem die Industrie anpackt) den "Vor-Ort-Profit" durch Preisgestaltung und Innovationsdruck zu sich gezogen. Damit das jemand versteht: Eine Digitalkamera ist ein überschaubares Einstiegsinvestment mit praktisch Null Folgekosten. Mit 10000 Euro ist man gut aufgestellt und kann schon allerlei fotografieren. Allerdings: Diesen niedrigen Einstiegspreis haben auch alle anderen, die Industrie verkauft an jeden. Nun entstehen sehr viel mehr Anbieter, die in einem beschränkten Markt agieren -- es werden nicht mehr Hochzeiten gefeiert, Babies geboren, Konfirmationen abgehalten als zu Film-Zeiten (OK, Bevölkerungswachstum außen vor).

    Das bedeutet, dass neue Kundenkreise erschlossen werden müssen. Wer an die bestehenden Prime Clients nicht ran kommt, muss den Markt von unten aufrollen. Das geht aber (gerade bei Konsumenten) nur über den Preis. Wenn sich der Kunde die Prime Rate nicht leisten kann, dumped man sich halt selbst bis zu dem Punkt, wo der Zuschlag erfolgt. Und weil man es irgendwann mal gewohnt ist, bietet man gleich von sich aus so billig wie irgend möglich an -- weil der andere das auch so macht oder machen wird. Plato, Höhlengleichnis …

    Wer in so einem besetzten Segment von der Fotografie leben können will, muss sich als Handwerker verstehen. Nicht als Künstler, denn die Kunst ist, wie der Volksmund weiß, brotlos, während das Handwerk goldenen Boden hat. Das bedeutet: Einen glasklaren Satz auszurechnen, den man pro Tag zu verdienen hat, um seine Unkosten zu decken und einen Unternehmerlohn zu erwirtschaften. Das führt in praktisch allen Fällen zu einem Stundensatz von zumindest 60 Euro (bei voller Auslastung).

    60 x 1680 (Arbeitsstunden pro Jahr) = 100 800 € Jahresumsatz. Darunter geht ziemlich sicher gar nichts*…*

    Nun ist es aber schwierig, jeden Tag für 480 zu verkaufen: geheiratet wird in der erreichbaren Umgebung nicht täglich, das Marketing und der Verkauf und die Nachbetreuung kosten ebenso Zeit und Geld wie Buchhaltung, sonstige Inanspruchnahmen, Reisezeiten, Weiterbildung, …. In der Praxis hat sich ein Faktor 33% bewährt, den man dafür annimmt. Also nur 66% der eigenen Zeit lässt sich gewinnbringend einsetzen, 33% sind "Leerlauf".

    Das muss im Tagessatz eingepreist werden: 480 / 66 * 100 = 727,-
    Der "offizielle unterste Stundensatz" beträgt somit 60 / 66 * 100 = 91 Euro.

    Unter diese Sätze kann, darf und soll man nicht gehen, wenn man mehr als drei Jahre (bis zum nächsten Innovationszwang durch die Industrie) im Geschäft bleiben will.

    Da Kunden lieber Rabatte kaufen, als günstige Tarife, muss der Rabatt noch eingepreist werden: 25% als Dimension: 91 / 75 * 100 = 121 Euro ist der Stundensatz, der angeboten wird. Daraus folgt auch gleich der Tagessatz, 121 x 8 = 971,- und der Halbtagessatz von 10% über der Hälfte, 480,- Euro

    Kann man diesen Satz am Markt durchsetzen, oder hat man es laufend mit "guten Freunden", "Bekannten", "Kollegen" und sonstigen zu tun, die schon bei 400 für eine Hochzeit dankend ablehnen? Dann würde ich vorschlagen, erstmal einen Kurs für professionelles Verkaufen, eventuell noch ein Rhetorik-Seminar, zu besuchen und in der Praxis durch beharrliches Klappern (das bekanntlich zum Handwerk gehört) den eigenen Markt aufzubereiten.

    Wenn das funktioniert, kann man sich die Fragen an die Klotür tackern und somit bei jedem Geschäft reflektieren, wie man das Geschäft sieht. Aber wer sich nicht verkaufen kann, kann sich auch alle Überlegungen zu den höheren Zielen der Geschäftstätigkeit sparen. Die Wahrheit lautet: nur wer sich seiner Sache sicher ist, wird so überzeugend wirken, dass er den Auftrag schreibt.

    Alles andere ist Wunschdenken und Wünsche erfüllende Feen sind vor langer Zeit ausgestorben. Wer auf sie wartet, folgt ihrem Schicksal.
    Geändert von f:11 (30.04.2017 um 19:02 Uhr)

  3. #283

    Standard AW: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis

    Leider macht der letzte Absatz mit seiner billigen Banalität das ganze wundersame Konstrukt davor zunichte ...
    Aber du könntest der Fairness halber (gegenüber Christian Ahrens) eigentlich hier auch unter deinem Klarnamen auftreten und den Namen deiner Firma angeben, damit man sich ein reelles Bild von dir machen kann ... soviel überragendes Wissen kannst du doch nicht einfach hinter einem Pseudonym verpuffen lassen ...
    gruss vom berg
    Wolfgang

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  4. #284
    Full-Member Avatar von f:11
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    Standard AW: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis

    Wer mich finden will, findet mich -- die Krümel sind gut verstreut, aber auffindbar. Nicht zuletzt die Google-Bildersuche nach meinem Avatar sollte dich in Kürze ins Ziel bringen. Ansonsten stehe ich nicht sehr auf die Vereinnahmung von Foren durch Werbung. Schöne Grüße von 101 Postleitzahlen weiter

  5. #285

    Standard AW: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis
    Thread-Eröffner

    Hi,

    es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie das dforum seinem Ruf als freundliche und konstruktive Plattform gerecht wird!

    Beste Grüße
    Christian

    www.beruf-fotograf.de
    www.ahrens-steinbach-projekte.de

  6. #286

    Standard AW: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis

    Zitat Bezug auf die Nachricht von Christian Ahrens Beitrag anzeigen
    es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie das dforum seinem Ruf als freundliche und konstruktive Plattform gerecht wird!
    "das dforum" - so weit reicht also Deine rausposaunte Maxime vom selbst-die-Verantwortung-übernehmen.

    Zum Verkaufen braucht es Optimismus - ja.
    Zur Einschätzung von geschäftlichen Chancen versus Risiken braucht es aber das, was Norbert anspricht: Realismus.

    Weswegen man Optimisten bitte in den Verkauf steckt und Pessimisten ins Controlling, wenn ein Unternehmen gut laufen soll.

  7. #287

    Standard AW: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis

    Zitat Bezug auf die Nachricht von platti Beitrag anzeigen
    Leider macht der letzte Absatz mit seiner billigen Banalität das ganze wundersame Konstrukt davor zunichte ...
    Das finde ich auch! Einzig der Exkurs zum italienischen Regisseur Bernardo Bertolucci und seinem Film "Il conformista" (Deutscher Titel: Der große Irrtum) fehlt mir. Damit wäre dann auch der Bezug zum dforum wieder hergestellt worden .

    LG
    Off


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    www.sportblen.de
    Folgen: @sportblende

  8. #288

    Standard AW: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis
    Thread-Eröffner

    Hi,

    in meinem aktuellen Blogbeitrag geht es sich um den Erfolgsfaktor "Profil" für Fotografen.
    Der Text schildert zudem eine Möglichkeit, wie man den Weg zu einer eigenen Marke erheblich abkürzen kann.

    http://beruf-fotograf.de/2017/05/04/...-profilierung/

    Ich wünsche eine interessante Lektüre!

    Christian

    www.beruf-fotograf.de
    www.ahrens-steinbach-projekte.de

  9. #289

    Standard AW: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis
    Thread-Eröffner

    Hi,

    was ist der nächste Schritt in unserer Fotografie?
    Überlegungen und Ideen und eine Entwicklungsmatrix:

    "Die elf Himmel der Fotografen".


    Viele Grüße
    Christian

  10. #290

    Standard AW: Neues Blog: Christian Ahrens berichtet aus der Produktionspraxis
    Thread-Eröffner

    Hi,

    bei meinem heutigen Blogeintrag geht es um den "Wert professioneller Fotografie".

    Was ist ein gutes Geschäft? Was ist ein gutes Honorar? Wie soll das Business laufen?

    Wünsche eine interessante Lektüre.

    Viele Grüße
    Christian

    www.beruf-fotograf.de
    www.ahrens-steinbach-projekte.de

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