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Thema: Rauschfreies Audio mit der Canon EOS 6D, RØDE VideoMIC und Zoom H2n

  1. #1

    Standard Rauschfreies Audio mit der Canon EOS 6D, RØDE VideoMIC und Zoom H2n
    Thread-Eröffner

    Hallo zusammen,

    ich habe mich in der letzten Zeit intensiv darum bemüht, die Tonaufnahmen meiner Canon EOS 6D zu verbessern und das Rauschen zu entfernen.

    Ich habe meine Erkenntnisse und ein paar Lösungsalternativen mit ausführlichen Audioproben in einem Video zusammengefasst, welches Ihr bei Interesse hier anschauen könnt. Feedback gerne hier im Forum.

    DSLR Filmen - Rauschfreies Audio mit der Canon EOS 6D, RØDE VideoMIC und Zoom H2n

    Viel Spaß,

    Chris

  2. #2
    Free-Member Avatar von Willybumm
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    Standard

    Super! Danke!

  3. #3
    Full-Member Avatar von werner.bennek
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    Standard AW: Rauschfreies Audio mit der Canon EOS 6D, RØDE VideoMIC und Zoom H2n

    Vielen Dank, Chris. Das Thema sauber aufbereite!.
    Hatte mir bereits vor einem Jahr auch ein ZOOM H4n angeschafft und bin mit der Lösung sehr zufrieden.

    Gruss

    Werner

  4. #4

    Standard AW: Rauschfreies Audio mit der Canon EOS 6D, RØDE VideoMIC und Zoom H2n

    Hallo Werner, Chris,

    nun ja sauber aufbereitet...... dies wäre so als wenn ich behaupten würde mich hier mit den besten messen zu können. Liegt aber meist am Standpunkt des Betrachters....Kommt man eher aus der Ecke der Aufnahmetechnik (Ton) sieht so etwas halt anders aus.

    Was mir halt sehr stark auffiel waren die starken Verzerrungen, die sich durch den gesamten Beitrag zogen..... und somit habe ich mich mal mit einem Freund dran gemacht die Ursachen zu eruieren.

    Lieber Jürgen,

    in dem besagten Youtube-'Review' geht (professionell) tonfachlich
    allerhand durcheinander.

    So muss man als Zuschauer/Hörer immer genau aufpassen, wo welcher Ton wie und warum zu welchem Zweck aufgezeichnet wird. Der Review-Ersteller jongliert da munter zwischen den Fronten, auch wenn er meist sagt was gerade los ist. Die dramatische Höhenanhebung stammt von seinem Laptop bzw. dem Mikrofon, also einer technischen, elektrischen oder akustischen Modifikation darin. Oberhalb von etwa 4 kHz wird mit bis zu 25 dB (!!!) angehoben, was zu dem ständigen Pfeifen auf den Zischlauten führt.
    Dies hat allerdings mit dem eigentlichen Anliegen (Ton zum Video-Bild der Spiegelreflexkamera) NICHTS zu tun. Wo der Review-Ersteller seine auf diese Höhenanhebung zurückzuführenden Übersteuerungen (ja, die gibt es und das nicht zu knapp) herholt, weiß ich nicht. Es bleibt unklar, ob das erst mit dem Upload bei Youtube erfolgt oder schon in der Laptop-Aufnahme so ist, wofür ich votiere.
    Ich habe das Youtube-Signal soweit bedämpft, dass ich die Mikrosignale ohne Begrenzung auf den Rechner bekam.

    Dass das Mikro in der Kamera Wünsche offen lässt, darf angesichts des abenteuerlichen Einbaues nicht verwundern. Man bekommt da selbst unter optimalen Aufnahmebedingungen Gehäusereflexionen ohne Ende, die das Signal bis zur Unerträglichkeit verfärben. Weiterhin kann man in einem Wohnraum mit etwa 40 m³ und einer Nachhallzeit von ca. 500 ms bis 1 s nicht in 2,5 m Entfernung monofon aufnehmen, weil der Hallradius in diesem Raum seinerseits nur etwa 40-50 cm beträgt. Das klingt auch mit
    den besten Mikrofonen nur abenteuerlich, weil man immer mehr Reflexpegel erhält als Direktschall.

    Das ist auch mit Rohrrichtmikrofonen nicht angemessen zu bekämpfen, obgleich deren Rolle bei Fernsehtonmannen gerne und mit Überzeugtheit überschätzt wird. Außerdem verfärben diese Dinger von sich aus erheblich, wenn man sie nicht ganz genau in Achse bespricht. Wunder kommen bei ihrem Einsatz nicht heraus, weil in großer Entfernung (bei Monobetrieb also Entfernung > Hallradius schon das Schallfeld kaum noch Direktschallsignale hergibt und damit selbst die Ausrichtung eines stark richtenden Mikrofones nurmehr den allgemeinen Diffusschall am Membranort wandeln kann. Und das ist dann Sülze.
    Und genau das hört man auch deutlich. Es darf deshalb nicht verwundern dass Jörg Wuttke, der ein Schüler des Konstrukteurs der Rohrrichtmikrofone war, diese prinzipiell ablehnt.

    Wenn man von einer Schallquelle hinreichend weit abrückt, ist es egal, wo man die Mikros hinstellt, es klingt immer gleich (beschissen). Das übrigens ist das 'Geheimnis' so manches Orgelmusikaufnehmers in größeren Kirchen, auch wenn diese Granden das dann zumeist nicht wissen, geschweige denn begreifen: Sie stellen so weit weg auf, dass der Mikro-Standort keinen Einfluss mehr auf das klingende Ergebnis nehmen kann.

    Dann wirft unser Youtube-Film unseligerweise monofone und stereofone Aufnahmen fast kommentarlos durcheinander.
    Das darf man nicht tun, wenn man solide klangliche Vergleiche durchführen will. Die Aufnahmen mit dem H2N sind stereofon, auch wenn die Angaben zur MS-Stereofonie (sie stammt von Holger Lauridsen, ist also erst sekundär "mid-side"; primär heißt sie MS-Stereofonie, also Em-Es- bzw. Mitten-Seiten-Stereofonie. Die erste Vorstellung dieses MATRIZIERUNGSVERFAHRENS einer koinzidenten Hauptmikrofonanordnung erfolgte auf der Tonmeistertagung 1957 quasi posthum, denn Holger Lauridsen war am 30.12.1957 gestorben. Prinzipiell und damit im hier interessierenden Rahmen ist die MS-Stereofonie mit der X/Y-Stereofonie zu 100 % äquivalent (und sowohl im
    Multiplexstereorundfunk wie der stereofonen Langspielplatte bis heute zusätzlich existent). Ich halte es für ausgeschlossen, dass der H2N das M und das S-Signal ohne Dematrizierung ausgibt. So wie es klingt, wird nach L/R dematriziert. Diskret ausgegebene M- und S-Signale klingen anders.
    Einmal abgesehen davon, dass ich zig LPs mit MS-Hauptmikrofonen aufgenommen habe, nütze ich für meine dokumentarischen
    Gesprächsaufnahmen mit Tontechnik-Pionieren (Guido Besimo und Paul Zwicky waren einschglägige 'Opfer') und diversen Zusatzteilnehmern gerne noch heute eine MS-Technik, auch wenn sich diese durch den Einsatz eines Schoeps-Grenzflächenmikrofones (BLM03) und einer senkrecht darüber angeordneten Schoeps-Acht (MK8) minimal von dem Zoom-H2N-Fall unterscheidet.
    Ich nehme aber die beiden Signale M und S diskret auf meine zweikanaligen digitalen Speicher auf und bearbeite das dann zuhause nach. Die akustisch nicht als stereofone Signale erkennbaren Informationen "Mitte" und "Seite" sind mir also detailliertest geläufig.

    Welche Richtcharakteristik der H2N für das M-Mikrofon vorsieht, ist mir nicht bekannt. Die allgemeine auch bei kundigeren Leuten und Profis anzutreffende Ansicht, dass eine als M-Mikro eingesetzte Kugel (a+b) ihre Vorteile ausspielen könne, ist leider falsch, weil ihr Signal durch die Dematrizierung (gemeinsam mit dem a-b-Signal des Achter-Seitenmikros) zur klassischen Niere wird.

    Übrigens hört man im Youtube-Film auch beim "auf dem Tisch stehenden" H2N den nachteiligen Einfluss des reflektierten Schalls: Die Aufnahme dröhnt, weil sich bestimmte Frequenzbereiche des Sprecher-Direktschalles mit ihren Reflexen auf der Tischplatte am Ort der Mikrofonmembran ungünstig addieren, also erheblich lauter werden als in natura.
    Mikrofone auf Tischen abzustellen erfordert gerade bei Sprache zur Wahrung einer akzeptablen Qualität sehr viel Erfahrung (siehe oben, was ich dabei mache, um solche Bauchplatscher zu vermeiden....). Zu bedenken ist hier aber, dass Videos in vielen bis den meisten Fällen im Freien angefertigt werden, was die Situation einerseits entschärft (weitgehend reflexfreies Schallfeld) andererseits aber neue Probleme schafft: Die Nutzpegel brechen zusammen, und die Windgeräusche sind meistens kaum mehr zu beherrschen.

    Das Rauschen der Aufnahme der Kamera ist ein Funkelrauschen eher geringen Pegels. Seine Beschaffenheit deutet aber darauf hin, dass wohl nicht der Vorverstärker Wünsche offen lässt, sondern die Aufzeichnungseinrichtung der Kamera einen ungleichförmigen und
    gegebenenfalls gar noch bandbreitenbegrenzten 10- oder 12-Bit-Code verwendet, was man aus den entstehenden Dateien und ihren Parametern (Samplingrate und Dateigröße bei gegebener Länge) aus der Dateigröße berechnen können sollte. Möglich ist auch, dass hier Alias-Signale schlecht abgefiltert werden, weil Fotoapparat und Ton traditionell keine besonders innigen Verbindungen eingehen.

    Der Geräuschspannungsabstand (weißes Rauschen von -84 dBfq) liegt etwa dort, wo eine M15a (!) zuhause ist..... Der Zoom H2N ist etwas besser, wird aber in einem Betriebszustand in den Vergleich einbezogen, der so nicht akzeptabel ist, weil sein Pegel rund 10 dB unter dem der anderen Speicher liegt. Gleicht man diese 10 dB aus, rascheln beide Speicher etwa gleich. Der Kameratonkanal könnte wohl einen Dither vertragen.

    Mikrofonverstärker, über die ich an verschiedenen Stellen geschrieben habe, sind ein glattes Parkett, weshalb man nicht nur jede Menge
    verrauschter Aufnahmen kennt, sondern auch akzeptieren muss, dass die physikalischen Bedingungen einer 'rauschfreien' Aufnahme infolge des unvermeidlichen, aber als Ideal nicht einmal erreichbaren, thermischen Widerstandsrauschens entgegen stehen und gute Erfolgebei UMgang mit den besteheden Problemen etwas mit den an die gegebenen Mikrofonempfindlichkeiten angepassten Verstärkersysteme zu tun haben. Es hat keinen Sinn, ein dynamisches Mikrofon (0,2 mV/µbar entsprechend 74 dBSPL) an einem Verstärker zu betreiben, dessen Empfindlichkeit für Kondensatormikrofone (1-4 mV/µbar) eingerichtet ist. Macht man alles richtig, unterscheiden sich gerade im kritischen niedrigsten(!!!) Pegelbreich die Verstärker allesamt NICHT, egal, ob es sich um den Eingang einer Nagra, denjenigen eines Studer-961 oder eines Uher-RdL (Eintransistor-Mikrofonsignalsimpelverstärker!!) handelt. Es überwiegt das Quellenrauschen.

    Im Zoom H2N, den meine Frau in Gestalt der Vorgängerversion Zoom H2 besitzt, und der mir daher ebenfalls nicht unbekannt ist, gibt es im Menü übrigens diverse Limiter/Kompressorfunktionen, mit denen man auf die Aussteuerungsansprüche eines Videotons durchaus sinnvoll reagieren kann.
    Wir benützen für Sprachaufnahmen, bei denen der Pegel nicht ständig kontrolliert werden kann, die Einstellung "AGC2(Speech)", die vielleicht auch beim Nachfolger H2N noch existiert.

    Generell ist zu sagen, dass Mikrofonierung weit mehr ist, als das "Hinstellen" eines Mikrofones, das nur -wie die Szene glaubt- "passen
    muss", damit aus einer Aufnahme etwas wird. Mikrofonierung heißt genau zu wissen, was man warum tut, will man mehr als nur Geblubber aus Lautsprechern hören. Wenn man etwas aus dem Youtube-"Review" ableiten kann, dann ist es dies. Ein Rückschluss auf die Qualität der im Vergleich genützten Kapseln/Mikrofone führt dagegen entlang laienhafter Vorstellungen klassisch in die Irre und ist hier weit weniger, als Äpfel mit Birnen verglichen zu haben. "Draufhalten" mag mit der Kamera gehen; versucht man derlei beim Mikrofon mit den Tönen, geht man baden. Im Rauschen.

    Das wäre heute nicht unangenehm; gehört aber in eine ganz andere Geschichte...

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans-Joachim
    Hoffe damit etwas zur Erhellung beitragen zu können.

    Gruß
    Jürgen

  5. #5
    Full-Member Avatar von werner.bennek
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    Standard AW: Rauschfreies Audio mit der Canon EOS 6D, RØDE VideoMIC und Zoom H2n

    Hallo Jürgen,

    auch Dir meinen Dank zur "Erleuchtung" des Thema: Audioaufnahme.
    Wenn man nur Bildaufnahme und Videoaufnahme miteinander vergleicht, ist der Unterschied im Aufwand schon sehr gewaltig. Da Video meist auch Audio impliziert neigt man als Hobby-ist sicher gern zu einer Vereinfachung des Themas: Audio. In der von Dir aufgeführten Detailtiefe werde ich mich sicher nie einer Audioaufnahme zuwenden. Für "quick & dirty" Praxistipps bin ich aber immer dankbar.


    Gruss

    Werner

  6. #6
    Free-Member Avatar von Willybumm
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    Standard

    Zitat Bezug auf die Nachricht von werner.bennek Beitrag anzeigen
    Für "quick & dirty" Praxistipps bin ich aber immer dankbar.
    Ich auch.
    Dass Tontechniker mehr davon verstehen ist kein Wunder: gelernt ist gelernt.
    Hier gehts aber um:
    "Tonaufnahmen der Canon EOS 6D verbessern" und nicht: mit welchem riesigen (finanziellen?) Aufwand das Problem gelöst werden könnte.

    So habe _ich_ das wenigstens verstanden.

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