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Thema: Baltops 2019

  1. #1
    Moderator Avatar von Andreas Koch
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    Standard Baltops 2019
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    Heute von mir mal keine Landschaften oder Vögel, sondern was ganz anderes.

    Da im Forum wohl nicht so viele an der Küste wohnen und so etwas selbst sehen können, hier von mir einige Fotos von der BALTOPS 2019.

    "Häh? BALTOPS - was'n das? ... nie gehört...!"

    Die BALTOPS ("Baltic Operations") ist ein multinationales Großmanöver, das seit 1971 jährlich in der Ostsee stattfindet. Es versammeln sich dazu alljährlich die Marinen vieler NATO-Staaten, um gemeinsam mehrtägige See- und Landmanöver im Ostseeraum durchzuführen. Sie gilt als wichtigstes und größtes Seemanöver der westlichen Streitkräfte in Nordeuropa. Besonderheit 2019: vor acht Jahren war die amerikanische "Second Fleet" formell aufgelöst worden. Bedingt durch die politischen Veränderungen der letzten Jahre haben die Amerikaner diese Flotte wieder reaktiviert und kehren mit ihr 2019 erstmals wieder zurück in den Ostseeraum. Die diesjährige BALTOPS 2019 wurde vom amerikanischen Vizeadmiral Lewis geleitet.

    Ebenfalls neu war in diesem Jahr der Umfang: erstmals operierte eine derart große amphibische Kampfgruppe in der Ostsee. Gleichzeitig startete die britische Royal Navy das Manöver "Baltic Protector" mit weiteren 17 Einheiten und rund 3.000 Soldaten. Zum ersten Mal wurde mit der "Juan Carlos" auch ein spanischer Landungsträger in der Ostsee eingesetzt, immerhin das größte Kriegsschiff in Kiel seit dem Besuch des US Schlachtkreuzers "Iowa" im Jahr 1989. Man merkt, dass die Zeiten unruhiger werden.

    Dieses Jahr war also Kiel vom 7.-21. Juni der Heimathafen der Flotte: insgesamt versammelten sich ca. 55 Schiffe aus 16 Nationen mit ca. 8.600 Mann Besatzung. Für vierzehn Tage liefen ständig Verbände in der Kieler Förde aus und ein, stationiert wurden sie im Kieler Tirpitzhafen. Bedingt durch die Anzahl der Schiffe reichte der Platz dort nicht aus, so dass sogar einige Kriegsschiffe zwischen Kreuzfahrern lagen, ein Teil der Flotte war auswärts im Hafen von Eckernförde stationiert. Den notwendigen Transport zwischen den Marineteilen übernahmen die Briten, deren Hubschrauber für Tage über die Stadt hinweg knatterten.

    Die teilnehmenden Nationen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Großbritannien, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Türkei, USA sowie die beiden Anrainerstaaten Finnland und Schweden.

    Nachfolgend einige Aufnahmen aus dem Tirpitzhafen, wo Abends die Flotte vor Anker liegt.

    Bei Interesse kann ich dann gerne noch weitere Fotos zeigen, vom großen Auslaufen und Durchfahren der Marineeinheiten in der Kieler Förde.


    Scheermoole: zu sehen sind u.a. die britische HMS Argus und daneben zwei dänische Fregatten, im Hintergrund der spanische Träger:



    Hubschrauber des Typs MH-60S Sea Hawk auf dem Achterdeck der „USS Mount Whitney“:



    Abendlicher Appell von zwei jungen Soldaten auf der amerikanischen "Fort Mc Henry", einem großen Docklandungsschiff:



    Geschütztürme von zwei spanischen Fregatten:



    Vertäut an der Tirpitzmole: im Hintergrund das amerikanische Kommandoschiff "Mount Whitney", im Vordergrund ein deutscher Versorger:



    Zwei dänische Fregatten im Abendlicht:



    Im Vordergrund links zwei spanische Fregatten, daneben ein deutscher Minensucher, direkt dahinter ein deutscher Einsatzgruppenversorger und ein weiterer deutscher Minensucher:



    Vorne der Aufgang zur spanischen F105 "Cristobal Colon", im Hintergrund Hubschrauber auf dem Flugdeck des spanischen Trägers:



    Ich hoffe, es war interessant für den einen oder anderen.

    Grüße von
    Andreas
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    “Der Sinn einer Kamera ist nicht, glatte und unverrauschte Pixelmengen mit bester Schärfe in den Rändern zu produzieren, sondern BILDER.“
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  2. #2
    Moderator Avatar von Andreas Koch
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    Standard AW: Baltops 2019
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    Deutsches Minenjagdboot M1064 "Grömitz":



    Abendstimmung an der Förde: rechts die "Fort Mc Henry":



    Grüße von
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  3. #3
    Free-Member Avatar von Holger_W
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    Standard AW: Baltops 2019

    Sehr interessant, Andreas. Mal was ganz anderes. Hoffen wir das es immer nur „Übungen“ bleiben.

  4. #4

    Standard AW: Baltops 2019

    Zitat Bezug auf die Nachricht von Holger_W Beitrag anzeigen
    Sehr interessant, Andreas. Mal was ganz anderes. Hoffen wir das es immer nur „Übungen“ bleiben.
    Da schliesse ich mich gerne an.. und auch gerne mehr...

  5. #5
    Moderator Avatar von Andreas Koch
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    Standard AW: Baltops 2019
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    Zitat Bezug auf die Nachricht von Holger_W Beitrag anzeigen
    Hoffen wir das es immer nur „Übungen“ bleiben.
    Das müssen wir alle hoffen! In Kiel ist ja der Marinehafen und man sieht auf der Förde regelmäßig Kriegsschiffe und U-Boote beim Ein- und Auslaufen. Das ist schon jedesmal eine merkwürdige Atmosphäre. Zudem liegt hier die Werft, auf der auch für andere Staaten gefertigt wird und wo man vom Ufer die Bauarbeiten gut verfolgen kann (jedenfalls alles, was nicht getarnt wird). Man glaubt gar nicht, wie viele Marineschiffe so produziert werden...

    Grüße von
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  6. #6

    Standard AW: Baltops 2019

    Solche Technik, das gleiche gilt für (Militär-)Flugzeuge, fasziniert mich auch absolut. Den eigentlichen Verwendungszweck kann ich dabei erfolgreich verdrängen.

    Wenn ich räumlichen Zugang hätte, würde ich mich dort auch regelmäßig aufhalten, von mir aus ist das allerdings schon ziemlich weit weg.
    Grüße Thomas

    www.thomasmadel.de

  7. #7
    Moderator Avatar von Andreas Koch
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    Standard AW: Baltops 2019
    Thread-Eröffner

    Morgens um 7:30 Uhr begann der große Auslauf der Flotte - schweinekaltes Wetter an der Förde, aber wenigstens gutes nordisches Licht - also hartes Licht

    Den Anfang machen die spanische Fregatte F102 "Almirante Juan de Borbon" der Alvaro-Bazan-Klasse, die hauptsächlich für Luftverteidigung ausgelegt sind und als erste Schiffe in Europa mit dem amerikanischen Aegis-Abwehrsystem ausgerüstet wurden. Angeblich soll es pro Schiff mehr als 200 Einheiten gleichzeitig verfolgen können und eine Reichweite von mehreren hundert Kilometern haben, was den westlichen Marinen erlauben würde, den verwinkelten und engen Ostseezugang zur Nordsee mit wenigen und kleinen Einheiten abzuriegeln. Dahinter folgt schon die F311, eine Fregatte der norwegischen Marine aus der Fridtjof-Nansen-Klasse. Dieser Schiffstyp ist übrigens eine etwas abgespeckte Version der spanischen Alvaro-Bazan-Klasse und ebenfalls mit dem Aegis-System ausgerüstet.



    Die Almirante Juan de Borbon vor Schilksee:



    Der vordere Flaggenmast wird für den See-Einsatz abgebaut, der wird nur im Hafen getragen:



    Die Brücke der F102. Man beachte die Einheiten in Kampfmontur auf der Brücke. Vor allem die spanischen Fregatten hatten während des Auslaufens bewaffnete Soldaten auf der Brücke und dem Oberdeck, die das Ufer (also uns) permanent beobachteten und teilweise anvisierten. Auch nett.



    F102 auf der Kieler Förde Richtung Ostsee:



    Die norwegische Fregatte F311 "Roald Amundsen", Indienststellung erst 2007:





    Die F311 ist u.a. mit einem Leichtgeschütz bewaffnet, was gegen Land-, See- und Luftziele eingesetzt werden kann.



    Auch hier war das Maschinengewehr während der Durchfahrt besetzt, angeblich wird das seit dem Anschlag auf die USS Cole im Jahr 2000 so gehandhabt.



    Jetzt kommt was Besonderes, was hierzulande nicht so oft zu sehen ist, nämlich die K35 "Karlstadt", eine Stealth-Korvette der schwedischen Marine. Sie gehört zur Visby-Klasse. Normalerweise für die U-Boot-Bekämpfung und Minenabwehr ausgelegt, ist die Karlstadt als einzige der Flotille auch für den Kampf gegen Überwassereinheiten ausgelegt und daher mit einem Hubschrauberdeck und -hangar ausgestattet. Die Tarneigenschaften der Schiffe haben bei der Indienststellung für ziemliches Aufsehen gesorgt. Diesem Schiffstyp fehlt eine Hochsee-Eignung, er wurde für den Kampf in den schwedischen Schären- und Küstenregionen ausgelegt.



    Das Mehrzweckgeschütz befindet sich wegen der Stealth-Tarnung in diesem Behältnis und kann ausgeklappt werden.



    Die Schiffe passieren die Ausfahrt der Kieler Förde:




    Das wars erstmal für heute, morgen gehts weiter.

    Grüße von
    Andreas
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