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Thema: Fokusieren und Belichtungsmethoden in der Wildtierfotografie?

  1. #1
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    Standard Fokusieren und Belichtungsmethoden in der Wildtierfotografie?
    Thread-Eröffner

    Servus zusammen,

    seit ein paar Monaten beschäftige ich mich mit der Wildtierfotografie. Mit unterschiedlichem Erfolg und Ergebnissen.

    Manche Bilderserien werden klasse andere sind völlig daneben obwohl der Fokuspunkt sitz.

    Man liest ständig von - - auf die Augen fokusieren, Bursts schiessen, dazwischen manuel den Fokus leicht verdrehen um der Kamera eine neue Chance im nächsten Anlauf zu geben. Etc., etc.

    Manche empfehlen den Spot-AF/Spot-Messung. Andere verteufeln dies und schwören auf Singel-AF (Mitte) und Mehrfeldmessung.

    Da häufig die Lichtsituation nicht so optimal ist muss man neben AF/Blende auch noch die ISO im Blick behalten.

    Zu allem Übel sind manche Augen so klein, dass das AF-Feld eher auf die darum liegenden Flächen scharf stellt, nur nicht auf das Auge. Das hat dann zur Folge, dass die Augenbrauen oder die Region um das Auge scharf sind, das Auge selber aber unscharf wirkt. Zum manuellen Einstellen sind die Viecher meist zu zappelig oder einfach generell von A nach B unterwegs und damit in Bewegung.

    Wie löst ihr solche Herausforderungen? Wie bekommt ihr knackscharfe Bilder in solchen Situationen. Dass dazu viel try & error gehört und dann immer noch viel Ausschuss dabei ist, ist mir klar. Gibt es DIE EINE Wahrheit wie man die Aufgabe lösen kann oder führen wie so häufig viele Wege zum Ziel?

    Freue mich auf viele hilfreiche und interessante Antworten.
    Wolfgang

  2. #2

    Standard AW: Fokusieren und Belichtungsmethoden in der Wildtierfotografie?

    Hoi Wolfgang
    Die eierlegende Wollmilchsau gibts nicht, zumindest mir nicht bekannt.
    Mal vor Sonnenaufgang im Wald bei ISO 12800 und 1/50s bei f/4 brauch ich ein anderes AF Feld wie bei hellstem Sonnenschein. Ein Vogel im Flug übern Meer wiederum ein anderes wie ein gemächlicher Steinbock.
    Bei einer Ur-5D brauche ich ne andere Belichtungsmessung wie bei einer 1D4 oder der R5. Wichtig ist das du weisst wie die Kamera misst und du manuel die Belichtung verändern kannst.
    Du wirst nicht umhin kommen und dich mit der Kam die du hast auseinander setzen und vielleicht mal mit Kollegen ins Feld gehen und dort das eine oder andere abschauen. Als „Praktikant“ bei Profis auf ihrem Gebiet hab ich am Meisten gelernt, sei es Sport-, Tier-, Architektur-, Studio- oder Unterwasserfotografie.

    Achja, Augenfokus hab ich ausprobiert und wieder sein lassen. Ich weiss gerne was die Kam macht.
    Geändert von aisen.ch (18.02.2021 um 00:03 Uhr)
    lg
    Andreas
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  3. #3
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    Standard AW: Fokusieren und Belichtungsmethoden in der Wildtierfotografie?
    Thread-Eröffner

    Danke Andreas,
    mit Augenfokus meinte ich nicht das automatische Teil, sondern den Fokus auf das Auge legen. :-).
    Ist das denn von Kam zu Kam wirklich sooo ein Unterschied. Die Grundlagen sind doch überall die selben.
    Klar muss man mit einer 45MB Kamera genauer arbeiten. Wir in der IT sagen Use Case oder eher best practice
    zu Dingen, die eigentlich gleich sind/sein sollten und überall ähnliche Gültigkeit haben.
    Damit meine ich z.B. Fokus auf das Auge, Bilderserien mit 4-5 Bildern schiesen um dem Fokus ne neue Chance zu
    geben und den Puffer eben nicht zu überlasten.

  4. #4
    Free-Member Avatar von sting_
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    Standard AW: Fokusieren und Belichtungsmethoden in der Wildtierfotografie?

    Zitat Bezug auf die Nachricht von Travler Beitrag anzeigen
    Ist das denn von Kam zu Kam wirklich sooo ein Unterschied.
    Ja klar, die Zuverlässigkeit und Schnelligkeit der jeweiligen Methode bei verfügbarem Licht und Kontrast, die Verteilung der AF-Punkte rund um das Zentrum, die zur Verfügung stehenden Einstellungen (z.B. Voreinstellung per Case, Gruppenfunktionen der AF-Felder) sind nur einige Beispiele, wo sich die DSLR-Kameras wesentlich unterscheiden.

  5. #5

    Standard AW: Fokusieren und Belichtungsmethoden in der Wildtierfotografie?

    Zitat Bezug auf die Nachricht von Travler Beitrag anzeigen
    Danke Andreas,
    mit Augenfokus meinte ich nicht das automatische Teil, sondern den Fokus auf das Auge legen. :-).
    Ist das denn von Kam zu Kam wirklich sooo ein Unterschied. Die Grundlagen sind doch überall die selben.
    Klar muss man mit einer 45MB Kamera genauer arbeiten. Wir in der IT sagen Use Case oder eher best practice
    zu Dingen, die eigentlich gleich sind/sein sollten und überall ähnliche Gültigkeit haben.
    Damit meine ich z.B. Fokus auf das Auge, Bilderserien mit 4-5 Bildern schiesen um dem Fokus ne neue Chance zu
    geben und den Puffer eben nicht zu überlasten.
    Hier mal die Antworten auf die R5/r6 bezogen, die R habe ich inzwischen für manuelle Fotografie eingestellt:
    Wenn ich Wattvögel im Watt aufnehme, habe ich Einzelbild drin. Dazu habe ich das kleinst mögliche AF Feld gewählt und lege es möglichst aufs Auge. Zonenfokus oder Augenfokus nehmen häufig den Vogel in der nächsten Reihe, ärgerlicherweise erst während dem abdrücken.
    Wenn ich Vögel im Flug aufnehme habe ich Serienbild drin. Bei Schwärmen habe ich das zweitkleinste Fokusfeld gewählt, der Zonenfokus nehme ich bei Einzelvögeln.

    Wenn ich einen Fuchs aufnehme, dann habe ich Seriebild drin und nerve mich, wenn er nur vor dem Mausloch sitzt und ich von 10 gleichen Bildern das Gleichste raussuche und den Rest löschen muss (hab allerdings nur H und nicht H+ aktiviert). Rennt der Fuchs oder springt er um die Maus zu fangen bin ich um die Serie froh. Wenns dunkel ist und der AF eh Mühe hat hab ich auch Einzelbild drin.

    Bei Steinböcken welche sich sicher fühlen habe ich Einzelbild drin. Hier nehme ich bei genug Licht das kleinstmögliche AF-Feld damit mir nicht ein Ast dazwischen kommt. Da ich neben Tieren auch noch alles andere wie Erstkommunionen, Events, Theater etc fotografiere, lasse ich im Menue die Standardeinstellungen drin. Wenn ich nur Viecher aufnehmen würde, würde ich dort die Reaktionszeit etc optimieren. Auch den AF vom Auslöser separieren macht bei mir keinen Sinn da bei Events viele Schnappschüsse gemacht werden. Würd ich nur Tiere fotografieren, wäre der Servo-AF wahrscheinlich separat auf einer Taste und getrennt von Belichtungsmessung und Auslöser.

    Bei Rehen und Füchsen habe ich den Verschluss rein Elektronisch, beim Rest ist der erste Vorhang elektronisch und der Rest mechanisch. Teilweise bei Gämsen entscheide ich vor Ort was ich einstelle, manchmal bleiben sie ruhig und manchmal sind sie beim Auslösen nervös.

    Manchmal fokussiere ich auf was entfernteres um den Fokus wieder mal neu zu setzen, allerdings ist mit den Spiegellosen dies praktisch nicht mehr notwendig. Von 2000 Bildern von rennenden, springenden und sitzenden Füchsen kurz vor Sonnenaufgang bis kurz danach am letzten Montag sind vielleicht 20 komplett daneben und 10 wo ich nicht weiss warum sie nur leicht daneben sind, allerdings kann auch ein kleiner Ast irgendwo dazwischen gewesen sein. Entfernung waren doch 200 bis 300m durch die Bäume durch. Ich schaue allerdings nur wenige Bilder wirklich in 100% an (4K 32" Monitor) und die meisten sind unscharf nicht wegen dem AF sondern wegen der Belichtungszeit und fehlendem Kontrast und hohen ISO. Dazu kommt, dass der 1.4x Konverter noch auf dem 600er war.


    Hier zB wenig Kontrast bei schlechtem Wetter 1/125s f/4, kleines AF Feld ist schon ungenau bei der R5:


    Hier genug Licht und kleines AF Feld, Einzelbild:


    Hier grosses AF Feld, Serie, Blende um 2 Stufen zu wegen Tiefenschärfe, AF auf Körper:



    Ich hoffe, ich konnte etwas helfen. Es geht nichts über seine Kamera kennen lernen und üben
    Man ist an der frischen Luft, andere zahlen viel fürs Fitnesszenter und Meditieren.
    Geändert von aisen.ch (18.02.2021 um 17:10 Uhr)
    lg
    Andreas
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  6. #6

    Standard AW: Fokusieren und Belichtungsmethoden in der Wildtierfotografie?

    Eine weitere Quelle kann das Ausloesen selbst sein. Mal bewusst darauf achten dass man beim druecken des Ausloesers die Kamera nicht minimal "verzieht" und sich dadurch der Fokuspunkt in letzten Moment verscheibt.
    Gerade bei langen Brennweiten kann eine minimale Bewegung an der Kamera den AF-Punkt vom Auge auf einen Bereich daneben verschieben. Passiert das waehrend des Ausloesens sieht man das dann erst im Bild.
    Mal darauf achten dass man eine "ruhige, sanfte gleichmaessige Bewegung" macht (schwer zu beschreiben).

  7. #7
    Full-Member
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    Standard AW: Fokusieren und Belichtungsmethoden in der Wildtierfotografie?
    Thread-Eröffner

    Servus Andreas,
    oha. Das hört sich ja wirklich umfangreich an. Da hilft wohl nur üben und try & error mit der eigenen Kamera.
    Vielen Dank für die umfangreiche Erklärung

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