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Thema: Fragen zum Farbraum und Export in Lightroom

  1. #1
    Free-Member Avatar von highnburger
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    Standard Fragen zum Farbraum und Export in Lightroom
    Thread-Eröffner

    Mal eine Frage an die Spezialisten unter euch zum Thema Workflow / Farbmanagement . Ich habe mich jetzt mal etwas mit dem Thema Farbmanagement/Farbräume beschäftigt, und je mehr ich lese desto verwirrter werde ich.

    Ich fotografiere in RAW (+Jpeg) und entwickle die RAW‘s in Lightroom. Dazu hätte ich ein paar Fragen:

    1. Wenn ich in RAW aufnehme, spielt der eingestellte Farbraum (+ Bildstil) in der Kamera zunächst mal keine Rolle. Rohdaten kennen noch keine Farbräume? Dies betrifft dann nur die Jpeg-Vorschau der Kamera (quasi ein interpretiertes RAW) bzw. bei Direktweitergabe der gespeicherten Jpg-Dateien?

    2. Ich habe einen EIZO CS 270 und diesen derzeit im Modus „adobeRGB“ eingestellt und kalibriert.
    Adobe RGB hat ja einen größeren Farbraum als sRGB. Ich sehe also mehr Farbabstufungen?

    Lightroom wiederum arbeitet im proPhoto-Farbraum wenn ich das richtig gelesen habe. Diesen kann mein Eizo aber nicht darstellen kann. Also ist das was ich auf dem Monitor sehe maximal Adobe RGB?

    3. Wenn ich meine Bilder in LR entwickelt habe kommt mein größtes Problem:

    Export der entwickelten RAW’s zur Weitergabe an Bekannte/Freunde. Speichern als JPG mit dem Farbraum sRGB (für Laptops, TV etc.). Vergleiche ich dann das entwickelte JPG (sRGB) mit dem Bild im RAW Konverter (LR) wirken die Farben des JPG gesättigter.

    Ergibt es da überhaupt Sinn meinen Monitor im Adobe-RGB zu kalibrieren, oder sollte ich da besser gleich auf sRGB kalibrieren?


    Export
    z.B. für ein Fotobuch bei Saal. Gleiches Dilemma. Dann gibt es ja da auch noch ICC-Profile. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird hier die Darstellung auf dem jeweiligen Trägermaterial simuliert? Dann wären eventuell ja noch kleine Korrekturen in LR (Tiefen/Lichter) erforderlich. Die Änderungen werden ja dann für alle betreffenden Fotos in LR mit der jeweiligen Datei gespeichert?

    Nach der Korrektur und Export für den Fotobuchdruck, möchte ich aber wieder die Einstellung für die Anzeige am Bildschirm. Da müsste ich ja für die betreffenden Fotos alle Änderungen wieder rückgängig machen? Gibt es da ein elegantere Lösung?

    Ich hoffe ich konnte mein Problem halbwegs verständlich herüberbringen. Oder mache ich das Ganze unnötig kompliziert?

    Also einfach generell (Monitor + Export) alles im sRGB-Farbraum abwickeln?

    Für eure Tips und Hinweise bedanke ich mich schon mal ganz herzlich im Voraus.

  2. #2
    Free-Member
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    Standard AW: Fragen zum Farbraum und Export in Lightroom

    Monitorprofilierung ist verwirrend und wird es wohl immer bleiben, zumindest für mich. Bestenfalls folgen hier noch Antworten von Leuten, die weit mehr verstanden haben als ich. Hier das, was ich antworten kann:

    Ein Monitor wird kalbriert und profiliert. Beim Kalibrieren misst ein Colorimeter, welche Farben der Monitor wirklich ausgibt. Die Abweichungen zu den Farben, die er ausgeben sollte, werden dann so weit wie möglich mittels einer Profildatei korrigiert. Zielmodi wie sRGB, Adobe RGB, Prophoto RGB spielen hier keine Rolle. Sie werden erst wichtig, wenn es um die Interpretation von Bilddateien geht bei Programmen, die Farbprofile ignorieren.

    Ich kenne mangels eigenem Eizo Monitor die Software ColorNavigator nicht, sondern nutze allenfalls DisplayCal. Die umfangreiche Einleitung ins Farbmanagement dort habe ich freilich nie durchgearbeitet, aber vielleicht möchtest Du da fleißiger sein als ich. Eine kurze Erklärung der "Kalibrierungsziele" findest Du dort.

    Zitat Bezug auf die Nachricht von highnburger Beitrag anzeigen
    1. Wenn ich in RAW aufnehme, spielt der eingestellte Farbraum (+ Bildstil) in der Kamera zunächst mal keine Rolle. Rohdaten kennen noch keine Farbräume? Dies betrifft dann nur die Jpeg-Vorschau der Kamera (quasi ein interpretiertes RAW) bzw. bei Direktweitergabe der gespeicherten Jpg-Dateien?
    Zumindest grob stimmt das meinem Verständnis nach. Das Wichtigste, was man wohl über JPEG wissen muss: JPEG kann nur 8-Bit und das schränkt die Bearbeitungsmöglichkeiten ein.

    Zitat Bezug auf die Nachricht von highnburger Beitrag anzeigen
    Lightroom wiederum arbeitet im proPhoto-Farbraum wenn ich das richtig gelesen habe. Diesen kann mein Eizo aber nicht darstellen kann. Also ist das was ich auf dem Monitor sehe maximal Adobe RGB?
    Beim Monitor spricht man von Gamut, womit das gesamte Farbspektrum bezeichnet wird, welches der Monitor anzeigen kann. Es wird über sRGB hinausgehen und umfasst bei guten Monitoren oft auch Adobe RGB und DCI-P3. Genau deckungsgleich ist der Gamut jedoch mit keinem dieser Farbräume. Daher ergibt es eigentlich keinen Sinn, den Gamut künstlich z. B. auf sRGB oder Adobe RGB zu verknappen.

    Zitat Bezug auf die Nachricht von highnburger Beitrag anzeigen
    Vergleiche ich dann das entwickelte JPG (sRGB) mit dem Bild im RAW Konverter (LR) wirken die Farben des JPG gesättigter.
    Vielleicht kann die Software, die das JPEG anzeigt, das Farbprofil nicht korrekt lesen, vielleicht funktioniert das Farbmanagement der einen Software etwas anders als das der anderen, vielleicht gehen bei der Umwandlung von Adobe RGB zu sRGB tatsächlich einige Abstufungen verloren?

    Zitat Bezug auf die Nachricht von highnburger Beitrag anzeigen
    Ergibt es da überhaupt Sinn meinen Monitor im Adobe-RGB zu kalibrieren, oder sollte ich da besser gleich auf sRGB kalibrieren?
    Meinem Verständnis nach ergibt beides keinen Sinn, wobei es fatal wäre, sRGB zu wählen, wenn man mit Adobe RGB arbeitet. Andersherum wäre es vernachlässigbar, da Adobe RGB sRGB gänzlich umfasst.

  3. #3
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    Standard AW: Fragen zum Farbraum und Export in Lightroom

    Wenn du nicht wirklich Adobe RGB brauchst, dann nutze sRGB, das gibt am wenigsten Probleme und du wirst die Unterschiede kaum Merken

  4. #4
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    Standard AW: Fragen zum Farbraum und Export in Lightroom

    Zitat Bezug auf die Nachricht von kdww Beitrag anzeigen
    Wenn du nicht wirklich Adobe RGB brauchst, dann nutze sRGB, das gibt am wenigsten Probleme und du wirst die Unterschiede kaum Merken
    So halte ich das auch von Anfang an.

  5. #5

    Standard AW: Fragen zum Farbraum und Export in Lightroom

    Ich verstehe die Problematik nicht. Ich würde alles im grösstmöglichen Farbraum lassen und für die Proofdarstellung am Monitor im Rawkonverter für die Ansicht das Profil wählen, mit dem der Monitor profiliert ist. Intern arbeiten C1 sowie Lightroom mit einem anderen Profil, Lightroom meine ich mit Profoto.

    Als Adobe-Verächter arbeite ich mit C1. Das gleiche gilt aber auch für Lightroom. Beim Export wähle ich jedoch sRGB für die Ausgabe bei Bildern für das Web oder für einen Bilderdienst. Davon wird idR beim Dienstleister ausgegangen.

    Die Labore haben in der Regel Probleme mit Adobe RGB und die gehen von sRGB aus. Bilder werden, sofern sie nicht in sRGB exportiert werden oft matschig und kontrastarm.

    Wichtig ist hierbei die relativ farbmetrische Umwandlung, da es sich in diesen Fällen um den RGB-Farbraum handelt. Exportiert man jedoch für den Druck CMYK sollte man die perzeptive (fotografische) Umwandlung nehmen, da es sich um einen Farbraumwechsel handelt.

    Was hier oft verwechselt wird, Kalibrierung ist nicht Profilierung, eine Kalibrierung wird hardwareseitig gemacht, die Profilierung wird softwareseitig über ein Messinstrument wie Spyder und Co vorgenommen.

    Bildschirmfoto 2023-07-03 um 18.38.25.png
    Adobe RGB vs. sRGB


    Bildschirmfoto 2023-07-03 um 18.38.51.png
    Adobe RGB vs. CMYK ISO Coated.


    Die Mac-Displays haben P3-Standard, das entspricht etwa Adobe RGB (leicht verschoben)

    Die Lenovos unserer Schüler (2k €) der T-Serie haben noch nicht einmal sRGB, sind also allenfalls für Excel-Tabellen zu gebrauchen. Zum Vergleich, dafür bekommt man ein MacBook Air 15" mit P3-Display. Da geht noch nicht mal der Lüfter an, wenn das Lenovo schon einen Hitzekollaps bekommt.

  6. #6
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    Standard AW: Fragen zum Farbraum und Export in Lightroom

    Den Hinweis von Dopppelherz aufgegriffen, Folgendes ist falsch:

    Zitat Bezug auf die Nachricht von h3 Beitrag anzeigen
    Ein Monitor wird kalbriert und profiliert. Beim Kalibrieren misst ein Colorimeter, welche Farben der Monitor wirklich ausgibt.
    Richtig ist das: https://fotovideotec.de/kalibrierung...terschied.html

  7. #7

    Standard AW: Fragen zum Farbraum und Export in Lightroom

    Schliesst sich nicht aus. Eine optimale Kalibrierung erfordert nur ein Standardprofil für eine Monitorreihe.

  8. #8
    Free-Member Avatar von highnburger
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    Standard AW: Fragen zum Farbraum und Export in Lightroom
    Thread-Eröffner

    Hallo zusammen,

    erst mal ganz herzlichen Dank für eure Tips und Hinweise. Das Problem hat sich mittlerweile (für mich) gelöst.
    Kleine Ursache große Wirkung. Es lag letztendlich am Bildbetrachter. Da hatte ich seit Jahren Picasa auf dem Rechner da der immer recht flott war. Ich weiß nicht aus welchem Grund der jetzt einen Art "Candyfilter" über alle konvertierten JPG'S gestülpt hatte. Mit Irfan Vier und MS Foto sehen die Fotos wieder so aus wie sie aussehen sollten.

    Zum Thema Farbmanagement hatte ich mir mal das dreiteilige Tutorial auf dem Kanal von Maike Jarsetz (zusammen mit Eizo) angetan. Seitdem weiß ich auch was ein "Kalibrierungsziel" ist, und wie ich in der Einstellung meines EIZO dahinkomme. (Helligkeit - nativer Farbraum - 6500 k und Gamma 2,2). Jetzt bin ich wieder glücklich und zufrieden, und froh dieses hochkomplexe Thema endlich ad acta legen zu können.

    In diesem Sinne, euch nochmal besten Dank!

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